Willkommen zu PlanetMap V.2 Wozu braucht man ein Programm, das eine ebene Mercatorkarte mit den beiden Polarkarten auf einen Globus transformiert und umgekehrt? Ganz einfach, ein Amateurastronom überprüft damit seine Planetenbeobachtungen. Auf den Oberflächen von Mars und Jupiter sind Strukturen und Details zu erkennen. Viele Sterngucker haben aber oft Schwierigkeiten, bedingt durch die Rotation der Planeten oder schlechte Sicht und starke Luftunruhe, diese Strukturen und Details auf den doch recht kleinen Planetenscheibchen zu identifizieren. Speziell bei der Beobachtung des Mars kommt es wegen der geringen Größe zu Problemen. Hier kommt PlanetMap V.2 ins Spiel. Nach dem laden einer Karte werden drei Parameter für den entsprechenden Zeitpunkt der Beobachtung eingegeben. PlanetMap berechnet dann die Seite des Planeten als Globus, die zum angegeben Zeitpunkt zur Erde und also auch zum Beobachter zeigte. So kann man nun in aller Ruhe seine am Teleskop gesammelten Aufzeichnungen überprüfen und die Einzelheiten der Planetenoberfläche einwandfrei identifizieren. PlanetMap V.2 liegt jeweils eine Karte des Mars und der Erde bei. Wir hoffen, mit Hilfe der Benutzer von PlanetMap, auch eine Karte des Jupiter zu erstellen. Die Venus, Merkur und die äußeren Planeten sind weniger interessant, da man auf ihnen keine Oberflächendetails beobachten kann. Die Erdkarte ist für alle gedacht, die nur ein bischen mit den Funktionen der Software spielen wollen. Die Karte des Mars wurde von Thomas Hausknecht gezeichnet, die Erdkarte stammt von Ralf Schoofs. Die Software läuft nur mit einem Mathe-Koprozessor. Ein schneller Amiga (Amiga 500/1200/2000 mit Turbo-Karte oder ein 3000/4000er) ist erforderlich ! PlanetMap V.2 wurde in GNU-C geschrieben und benötigt die Ixemul-Library; sie liegt diesem Paket bei. OS2 ist Voraussetztung. Ich hoffe, sie sind nicht zu sehr geschockt. Diese Anleitung soll den Einstieg in das Programm vereinfachen. Jeder Menüpunkt wird in seiner Funktion beschrieben. Man kann zwar auch ausprobieren was die einzelnen Menüpunkte bewirken, aber bevor man damit anfängt, sollte man schon einen Überblick über die Möglichkeiten des Programms haben. Bitte beachten sie das Copyright. Thomas Hausknecht und Ralf Schoofs Mai 1994 --------------------------------------------------------------------- PlanetMap V.2 verfügt über folgende Menüs: PROJEKT MENÜ Folgende Funktionen befinden sich im Projekt-Menü: -Load Der Requester zum Laden einer Karte öffnet sich. Die Grafiken finden sie im Directory "Karten". Zur Zeit finden Sie dort eine Karte des Mars und der Erde. Die Karte oder das Planetenscheibchen muß im HiRes-Modus mit 16 Farben und 640x512 Pixeln im IFF-Format vorliegen. Von Planeten, auf denen Oberflächendetails zu beobachten sind, könnten mit Malprogrammen Karten angefertigt werden. Hier sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen! Wenn Sie also eine Karte angefertigt haben, schicken Sie sie bitte an die angegebene Adresse, damit wir sie dem Programm hinzufügen können. -Save Der Requester zum Sichern einer Karte oder Planetenscheibchens öffnet sich. Es wird immer nur der ganze Screen abgespeichert. Sie können auch die Schablone abspeichern und in ein komfortables Malprogramm laden um dort ein Planetenscheibchen oder eine Karte zu zeichnen. Achten Sie dann darauf, das die fertige Graphik im HiRes-Modus mit 16 Farben und 640x512 Pixeln im IFF-Format abgespeichert wird. -Über Hier hat sich der Programmierer verewigt. -QUIT Hier beenden Sie das Programm nach einer Sicherheitsabfrage. WORK MENÜ Folgende Funktionen befinden sich im Work-Menü: -Map->Globe Mit diesem Menüpunkt wird eine Karte in einen Globus umgerechnet. Die Ansicht der "Weltkugel" läßt sich über den Requester "Physische Ephemeride " beeinflussen. Die Parameter für Meridian, Breite und Poswinkel (Positionswinkel) können Sie den astronomischen Jahrbüchern (Das Himmelsjahr, Ahnerts Kalender für Sternfreunde) oder noch besser, weil preiswerter und genauer, dem Ephemeriden-Programm AstroCalc V2.1 entnehmen. - Der Requester "Physische Ephemeride" - Meridian Durch die geographischen Koordinaten Länge und Breite wird die Lage jedes Ortes auf der Erde angegeben. Für die Planeten hat man analog dazu sogenannte planetographische Koordinaten eingeführt. Was ist also Meridian. Hiermit ist der Zentralmeridian gemeint, d.h. die planetographische Länge des Meridians, der zur Beobachtungszeit durch die Mitte des Planetenscheibchens verläuft (Im Falle des Mars benutzt man nicht den Ausdruck "geographische" sonder areographische Länge bzw. Breite). Die planetographische Länge des Zentralmeridians wird von 0° bis 360° angegeben. Breite Damit ist die planetozentrische Breite gemeint. Die Gradzahl gibt die Neigung des Äquators gegen die Sichtlinie an. Zbs. 20° bedeutet der Äquator ist um 20° nach Norden geneigt, womit der Südpol sich dem Betrachter zuneigt. Die planetozentrische Breite wird von +90° bis -90° angegeben. Poswinkel Die programminterne Abkürzung Poswinkel steht für den Positionswinkel der Planetenachse. Dieser wird vom Nordpunkt aus entgegen dem Uhrzeigersinn von 0° bis 360° gezählt. Es folgt eine Liste der physischen Ephemeride des Mars für die nächsten Oppositionen. Sie wurden mit dem Ephemeriden-Programm AstroCalc V2.1 von Thomas Hausknecht berechnet: Meridian Breite Poswinkel -------------------------------------------------------------- 12.02.1995 105.9° 18.5° 5.7° 17.03.1997 311.4° 23.0° 25.3° 24.04.1999 116.7° 18.5° 37.9° 13.05.2001 73.5° - 1.6° 27.0° 28.08.2003 305.5° -18.8° 346.4° 07.11.2005 126.9° -15.6° 312.3° Die geographischen Koordinaten des Beobachtungsorts sind 10° östlicher Länge und 50° nördlicher Breite, der Beobachtungszeitpunkt liegt bei 22 Uhr MEZ (Mitteleuropäischer Zeit). -Globe->Map Ein zuvor gezeichneter Globus (Planetenscheibchen) wird in eine Merkator-Karte umgerechnet. Die Karte läßt sich über den Requester "Physische Ephemeride" beeinflussen. Erschrecken Sie nicht! Die fehlenden Stellen auf der Karte entstehen, weil nur eine Seite des Planeten, also die Hälfte, in die Mercartorschablone gezeichnet wurde. Hinzu kommt noch die perspektivische Verzerrung der Randgebiete des Planetenscheibchens. -Zeichnen PlanetMap V.2 schaltet in den Zeichnen-Modus. Am rechten Bilschirmrand öffnet sich ein schmales Fenster mit zwei Gadgets und einer Leiste mit 16 Farbfeldern. Das Schließgadget befindet sich oben im Fenster, darunter ist ein Löschgadget ("C" für Clear). Klickt man mit der linken Maustaste in eines der Farbfelder, so wird dieses zur aktuellen Farbe. Man zeichnet freihändig mit einem 1 Pixel großten Malwerkzeug. Weitere Werkzeuge wurden nicht implementiert, da es den Umfang und Zweck des Programms sprengen würde. Es ist sinnvoller, die Schablone in ein Malprogramm einzuladen und dort die Karte oder das Planetenscheibchen zu zeichnen. Beim zeichnen von eigenen Karten ist zu beachten: Süden ist oben, die obere Hälfte geht von Längengrad 271 über 0 bis 90, die Untere von 91 bis 270. Der Maßstab ist ein Pixel=1° x 1°. Der Nullmeridian ist bei den Polarkarten links und wird bei der oberen, dem Südpol, linksrum gezählt bei der unteren, dem Nordpol, rechtsrum gezählt. -Farbpalette Ein Requester zum Einstellen der 16 Farben öffnet sich. Die Einstellungen werden über drei Schieberegler in jeweils 16 Stufen vorgenommen. Die Funktionen Swap, Copy, Undo und Spread sind ebenfalls vorhanden. - Copyright - Copyright © 1994 by Thomas Hausknecht Lizenzbestimmungen: 1. Das Programm ist FREEWARE. Die Anleitungen und Kommentare sind Bestandteile des Programms und dürfen nicht von der Diskette, auf der sich das Programm befindet gelöscht werden oder fehlen. 2. Eine Weitergabe des Programms ist erlaubt, wenn alle Dateien unverändert mit weitergegeben werden, und die Weitergabe kostenlos ist. Die Disketten, auf denen sich das Programm und die Files befinden, darf incl. Unkosten und Material nicht mehr wie 5.-DM (Fünf Deutsche Mark) kosten. 3. Der Verkauf, Vertrieb oder die Vermietung des Programms ist ohne meine spezielle Erlaubnis untersagt. Die Übernahme in eine andere Serie, Mailbox oder auf eine "Spezialdiskette" ohne meine schriftliche Genehmigung ist hiermit ausdrücklich untersagt und durch die Punkte 1., 2. und 3. nicht gedeckt! 4. Die Nutzung des Programms geschieht auf eigene Gefahr. Ich hafte nicht für durch die Benutzung des Programms entstehende Schäden. Ich garantiere nicht für die fehlerfreie Arbeit des Programms, da ich nicht ausschließen kann, Fehler übersehen zu haben. Sollten Fehler auftreten bitte ich darum mir diese mitzuteilen, damit ich sie beheben kann. Sollten sie Verbesserungsvorschläge haben, können sie sie mir zusenden. Sie werden vielleicht in einer späteren Version berücksichtigt. 5. Wer gegen diese Bestimmungen verstößt, hat keine der in diesen Bestimmungen genannten Rechte. Thomas Hausknecht Reaktionen, Programmier-Tips und bug reports bitte schriftlich an folgende Adresse schicken: Ralf Schoofs Seitenstrasse 14 47443 Moers Wenn Sie eine Karte angefertigt haben, schicken Sie sie bitte an die angegebene Adresse, damit wir sie dem Programm hinzufügen können! - Zum Mars - Der Planet Mars hat eine stark exzentrische Bahn. Deshalb schwankt der Durchmesser des beobachtbaren Planetenscheibchens zwischen 3.5" und 25" ( " ist das Symbol für Bogensekunden). Der Mars dreht sich in 24 Stunden und 37 Minuten einmal um sich selbst. Steht der Mars der Sonne am irdischen Himmel gegenüber, bilden also Planet-Erde-Sonne eine Linie, spricht man von Opposition; auch die alte Bezeichnung Gegenschein wird noch verwendet. Zur Opposition hat ein Planet den geringsten Abstand zur Erde und ist am Besten zu beobachten. Es folgt nun eine Tabelle mit den Durchmesser des beobachtbaren Marsscheibchens: 12.02.1995 13.9" 17.03.1997 14.2" 24.04.1999 16.2" 13.05.2001 20.8" 28.08.2003 25.1" 07.11.2005 20.2" 24.12.2007 15.9" 29.01.2010 14.1" 03.03.2012 13.9" Auf dem Mars Oberflächendetails zu beobachten ist sehr schwierig und braucht Übung. Als Einsteiger in die Planetenbeobachtung wird man nur die auffälligsten Erscheinungen bemerken, wie die hellen Polkappen, die orangefarbenen "Kontinente" und die dunklen "Meere", "Seen" und "Buchten". Die dunklen Formationen schwanken in ihrer Form, Größe und Schattierung, deshalb werden nur die stabilen Gebiete in die Albedokarte aufgenommen. Eine solche Karte verwendet PlanetMap V.2, sie ist nicht mit einer topographischen Karte des Mars zu verwechseln. Die Albedokarte gibt die Helligkeitsunterschiede der Oberfläche wieder, wie man sie im Teleskop beobachten kann. Es folgt eine Erklärung der Marsnomenklatur: Mare - Meer Lacus - See Palus - Sumpf Sinus - Bucht Fretum - Landenge Promontorium - Vorgebirge oder Kap Fons - Quelle Regio - Gegend Depressio - Senke Insula - Insel Die Aufnahmen von Raumsonden zeigen, daß die Albedostrukturen fast nie mit der eigentlichen Struktur der Oberfläche, der Topographie, überein stimmen. Hat man aber erst einmal die Albedostrukturen erkannt, kann man auch die topographischen Strukturen identifizieren. Eine gute topographische Karte des Mars finden Sie in dem Buch Welten, Sterne, Planeten von Antonin Rükl (Orbis-Verlag, ISBN-Nummer 3-572-08795-3). Dieses Buch ist auch für Einsteiger in die Astronomie zu empfehlen.