- DIE HOCHSEEFISCHEREI - Noch vor 20 bis 30 Jahren galten die Ozeane als unerschoepfliche Nahrungsquelle. Doch seither wurde gedankenlos mit immer raffinierteren Fangmethoden auf alle moeglichen Meerestiere Jagd gemacht. Die toedlichste und skrupelloseste Methode ist die der Treibnetze. Treibnetze bestehen aus duennem Nylongewebe. Die Entwicklung dieser billigen, riesigen Plastiknetze wurde nach dem 2. Weltkrieg von der Uno- Organisation FAO sogar noch gefoerdert, um damit Entwicklungslaendern zu helfen, zusaetzliche Quellen fuer Protein zu erschliessen. Statt dessen wurde die Treibnetzfischerei die beliebteste Fangmethode fuer hochindustrialisierte Fischfang-Nationen, die ihre Fischindustrie rasch vergroesserten. Japan, Taiwan und Suedkorea unterhalten grosse Flotten von Schiffen, die mit Treibnetzen ausgeruestet sind, aber auch die USA, Italien und Spanien fischen mit den billigen Plastiknetzen. Jede Nacht werden allein im Nordpazifik 40'000 bis 60'000 km dieser Netze ausgelegt - genug, um damit die ganze Erde zu umgarnen, und dies waehrend sechs Monaten im Jahr. Das bedeutet, dass innerhalb eines halben Jahres 3-5 Millionen Kilometer Netze ausgelegt werden - Netze, die bis zu einer Tiefe von 15 Metern wahllos alles fangen, was daherschwimmt: Fische, Wale, Delphine, Schildkroeten, Meeresvoegel, Robben etc. Berechnungen haben ergeben, dass in der sechsmonatigen Fangsaison 110'000 - 180'000 Meeressaeuger in den toedlichen Fallen haengenbleiben und elend ertrinken. Trotz ihres hochsensiblen Sonarsystems koennen Wale und Delphine die duennen Nylonmaschen nicht orten. Ganz zu schweigen von den anderen Meerestieren. Oft genug ist der skrupellos in Kauf genommene Beifang groesser als der eigentliche Fang an verwertbarem Fisch. Es kann deshalb kaum verwundern, wenn ganze Ozeane beinahe leergefischt werden und die Bestaende von Meerestieren bedrohlich sinken. Einmal mehr sorgt also kurzfristiges Profitdenken dafuer, dass der Mensch sich den Ast absaegt, auf dem er selber sitzt. Immerhin haben Neuseeland, Australien, die USA und Suedafrika den Gebrauch von Treibnetzen in ihren 200-Meilen-Zonen verboten. Und ab Mitte 1992 soll laut Uno-Beschluss die Treibnetz-Fischerei gestoppt werden. Unterdessen treiben einige Tausend Kilometer gekappter und verloren gegangener Netze durch den Ozean und fangen unaufhoerlich weiter ...