Sehr geehrter Picasso-II-Kunde, sehr geehrte Picasso-II-Kundin, die Picasso-II ist eine Grafikkarte, die etwas erreicht, was eigentlich nicht geht: Sie simuliert allen Anwendungsprogrammen, daß sie gar nicht existiert und das die Programme einfach nur größere Screens mit mehr Farben nutzen können. Die Software zur Karte versucht, sich 100prozentig kompatibel zu verhalten. Das kann nicht immer klappen. Zwei Gründe gibt es dafür: 1. Die Karte und die darauf befindlichen Chips besitzen einige Eigenschaften der eingebauten Grafik nicht und die Software kann diese auch nicht nachbilden. 2. Wir haben Funktionen oder Nebeneffekte übersehen oder nicht ganz richtig implementiert. Trotz intensiven Testens von diversen Programmen kann es vorkommen, daß ein Programm nicht funktionieren will, abstürzt oder ein sonderbares Verhalten an den Tag legt. Sollte dies der Fall sein, versuchen Sie zuerst den Fehler zu reproduzieren. Nur dann gibt es eine Chance, ihn auch zu finden. Tritt er auf normelen Screens auch auf? Wenn ja, dann benutzen Sie bitte in jedem Fall für eine Fehlerbeschreibung das mitgelieferte Programm "VilReport", daß Ihnen nur zwei, drei Fragen stellt und sonst fast alles alleine erledigt. Dies gilt vor allem für die Fehler unter Punkt 2. Einige Eigenschaften der Original-Grafik konnten wir leider nicht eins zu eins übernehmen. Nachstehend finden Sie eine Liste von Einschränkungen, die wir nicht umgehen konnten. Außerdem gibt es noch einige Tips und Hinweise, die nicht mehr ins Handbuch aufgenommen werden konnten. --------------------------------------------------------- Neue Tooltypes: Die neue Monitor-Datei versteht zwei weitere Tooltypes, von der Sie vor allem das erste unbedingt einsetzen sollten: CHUNKY Geben Sie dieses Tooltype an, so arbeitet die Karte bei 256 Farben im Chunky-Modus und wird dabei extrem schnell. In diesem Modus läuft die Emulation schneller als in 8 oder 16 Farben. Es gibt eigentlich keinen vernünftigen Grund mehr, diese Option nicht anzuschalten. COLORADJUST Sie können - wie beim Amiga - beliebig viele Screens "ziehen", Fenster in den hinteren Screens aktivieren, dort arbeiten, oder auch nur kurz mal nachsehen, ob etwas schon fertig ist. Im Gegesatz zum Amiga, können die verschiedenen Screens aber nicht verschiedene Ausmaße und eigene Farbpaletten haben. Die usmaße stellen kein wirkliches Problem dar, wohl aber die unterschiedlichen Paletten. Normalerweise haben nach dem Herunterziehen des fordersten Screens alle hinteren die Farbpalette des fordersten, was fast immer zu Falschfarben in den hinteren Screens führt. Wenn Sie in einem hinteren Screen arbeiten wollen, kann das sehr hinterlich sein. Mit COLORADJUST wird jeweils die Palette des aktiven Screens verwendet, also des Screens, auf dem sich das aktive Fenster befindet. Wenn Sie in einem hinteren Screen arbeiten wollen, klicken Sie einfach nur hinein und die Palette des Screens stimmt, auf welchen Sie gerade geklickt haben. Neue Screen-IDs: Monitor-Dateien mit Versionsnummern unter 2, aber auch solche bis 2.11 verwenden noch andere Monitor-IDs als die aktuelle Monitor-Datei. Uns wurde von Commodore vor einiger Zeit eine Monitor-ID zugeteilt, die wir zu verwenden haben. Sollte Ihr Amiga also nach der Installation der neuen Software plötzlich auf einem NTSC- oder PAL-Schirm präsentieren, nur die Ruhe: Es ist alles in Ordnung. Sie müssen im ScreenMode-Requester lediglich erneut eine Picasso-II-Auflösung auswählen. Screens "ziehen": Die aktuelle Monitor-Datei erlaubt Ihnen das Herunterziehen von beliebig vielen Picasso-II-Screens, die auch unterschiedliche Farbtiefen und Ausmaße haben dürfen. Hierbei gibt es jedoch einige Einschränkungen, die im folgenden beschrieben werden. Obwohl die Liste etwas länger ist, geht das Ziehen immer und garantiert ohne Abstürze oder Hänger. Manchmal kann es nur zu optischen Merkwürdigkeiten kommen: · Ist der fordere Screen kleiner als der hintere, sieht man auf dem hinteren nur soviel, wie der vordere groß ist. Ein Beispiel: Vorne ein 800×600-Screen, hinten ein 1024×768-Screen. Die Bereiche rechts und unten, jenseits der 800×600 sind nicht zu sehen. · Die Maus erscheint beim Herunterziehen des ersten Screens und dem Hochfahren des Mauszeigers auf den dahinterliegenden Screens im Übergangsbereich doppelt. · Die Farbwahl eines hinteren Screens kann komisch aussehen. Dies läßt sich über das Tooltype COLORADJUST beeinflussen (siehe oben). · Ist vorne ein Screen mit 16 oder weniger Farben und dahinter ein Screen mit 256 Farben (im CHUNKY-Modus), so erscheint der hintere Screen nur zweifarbig. Man kann jedoch darin arbeiten. Vereinzelt falsch gesetzte Pixel: Wir testen die Picasso-II-Karten mittlerweile nur noch stichprobenartig, da die Fertigung eine gleichbleibend hohe Qualität erreicht hat. Sollten Sie auf dem Bildschirm jedoch vereinzelt falsch gesetzte Pixel sehen, so kann dies auf ein Problem in der Hardware hindeuten. Dieses Problem kann auch bei älteren Karten auftreten, da der Chunky-Teil des Monitor-Treibers gänzlich anders arbeitet, als alle Treiber vorher. In der Vergangenheit sind solche Fälle nur sehr selten aufgetreten. Sollten Sie solch einen Fehler bemerken, wenn Sie sich bitte an unseren Support. Neues ViewIFF: Viewiff ist komplett neu programmiert worden. Es unterstützt alle Optionen des alten Viewiffs und kennt noch einige weitere. Mittlerweile kann es auch HAM sowie Halfbrite-Bilder lesen und anzeigen und unterstützt auch das RGB8-Format. Neues Intuispeed: Intuispeed wurde komplett überarbeitet. Die neuen Werte sind mit den alten nicht mehr vergleichbar. Zwei wesentliche Unterschiede sind: · Die Ergebnisse werden nun in Aktionen pro Sekunde ausgegeben und nicht auch 10 Sekunden bezogen. · Es wird nur noch die Zeit für die eigentliche Grafikfunktion gemessen. Die Zeit für die Berechnung der Positionen von Linien, Kreisen, Punkten usw. zieht das Programm intern ab. Die Messungen liefern - verglichen mit den alten Werten - höhere Werte. Die Grafik zeigt Werte im Vergleich zu einem A4000/40 mit 25 MHz, 2/12 MByte RAM, OS 3.0, in Pal:High Res Laced in 256 Farben. CheckPicasso: CheckPicasso gehört nicht mehr zum Lieferumfang.