Blade Runner - FAQ > GERMAN SPECIAL EDIT < 0.9 von Axel Melzener Z-Netz Email: Mentric@Stargate.Aworld.de InterNet: Mentric@i486.gondor.sub.org (Germany Only) Einleitung Nach längeren Recherchen und Lektüren verschiedener Werke habe ich als großer Fan des Filmes versucht, eine erste offizielle deutsche "FAQ" zusammenzustellen. Meine vollständige Adresse finden Sie am Ende des Textes. Angelehnt ist dieser Text an das englische Original von: Murray Chapman muzzle@cs.uq.ou.au University of Queensland Brisbane, Australia Kurze Filmbeschreibung Im Jahr 2019 werden Replikanten, genetisch manipulierte Retorten-Menschen, zu Sklavenarbeiten bei der Besiedlung neuer Weltraumkolonien mißbraucht. Die neuesten Modelle dieser Kreaturen, mit dem Nexus 6-Gehirnmodell, sind von Menschen kaum zu unterscheiden und ihnen körperlich sogar überlegen. Nach einer Revolte der Replikanten ist es diesen bei Todesstrafe untersagt, sich auf der Erde aufzuhalten. Eine Spezialeinheit der Polizei, die "Blade Runners", haben die Aufgabe, sämtliche illegal eingereiste Replikanten zu finden und `aus dem Verkehr zu ziehen`. Harrison Ford als "Blade Runner" Rick Deckard muß in diesem Film eine Gruppe Replikanten zur Strecke bringen, die von einer Marskolonie geflohen ist. Ridley Scott drehte den Science Fiction-Streifen in den Jahren 1981/82. Für die Musik zeichnet sich der bekannte griechische Elektronik-Musiker Vangelis verantwortlich. In den Kinos war "Blade Runner" ein Flop, der keine großen Einspielergebnisse brachte. Trotzdem wurde er zum Kultfilm. Trivia: Personen, Zeit & Orte - Die Geschichte spielt im Los Angeles des Jahres 2019, genauer gesagt im November (nach der Romanvorlage findet die Handlung schon im Jahr 1992 statt, im ersten Filmscript war 2020 vorgesehen). - Welche Charaktere kommen vor? Charakter Gespielt von wem? Bedeutung im Film? Rick Deckard Harrison Ford Kopfgeldjäger, der eine Gruppe illegal eingereister Replikanten der Baureihe Nexus-6 aus dem Verkehr ziehen soll. Bekommt im Laufe des Auftrages Be- denken über seinen Beruf. Geschieden. Roy Batty Rutger Hauer Anführer der Gejagten. Ist Menschen körperlich überlegen, geistig ebenbür- tig. Ein Klasse-1 Replikant. Ausgebil- det als Elitekampfmaschine. Pris Stratton Daryl Hannah Replikantin, die zu `Vergnügungszwek- cken` gebaut wurde. Ist mit Batty li- iert. Taucht bei Genetikdesigner Se- bastian unter. Zhora Joanna Cassidy Replikantin. Gibt sich als Tänzerin in einem Nachtclub aus. Hat eine Schlan- gentätowierung am Hals. Leon Kowalski Brion James Der stärkste, aber auch dümmste der Replikanten. Tarnt sich in L.A. als Müllmann. Eldon Tyrell Joe Turkel Replikanten-Produzent und Konstruk- teur. Fast unbesiegbarer Schachspie- ler, Superhirn, rück- sichtsloser In- dustrieller. Rachael Tyrell Sean Young Replikantin, die als Tyrells Nichte getarnt in dessen Haus lebt. Verliebt sich im Laufe des Filmes in Deckard und umgekehrt. J.F. Sebastian William Sanderson Junger Genetik-Konstrukteur (25), en- ger Vertrauter von Tyrell, wohnt in einem leeren Haus voller Spielzeug. Leidet an einer Krankheit die ihn sehr schnell altern läßt. Gaff Edward James Olmos Deckards Mitarbeiter. Gewiefter Bulle mit Kontakt zur Straße, Opportunist, hofft auf Beförderung. Kalt und be- rechnend. Redet kaum und gibt sich rä- tselhaft. Chew James Hong Konstrukteur für künstliche Augen zum Einbau in Replikanten. Bryant J. Emmet Walsh Rassistisch-Proletarischer Polizeiin- spektor, in diesem Fall Vorgesetzter von Deckard. Versoffen und unsympa- thisch. Taffey Lewis Hy Pyke Besitzer einer gutgehenden Bar im ja- panischen Viertel von L.A. Dave Holden Morgan Paull Kollege Deckards, wird von Leon bei einem Voigt-Kampff-Test angeschossen und liegt im Krankenhaus. Zur Sache: Oft gestellte Fragen Auf welchem Buch/welchen Büchern basiert "Blade Runner"? Die zwei wesentlichsten Grundlagen zum Drehbuch für den Film waren der Roman "Do Anroids Dream of Electric Sheep?" (DADoES) von dem 1928 in Chicago geborenen Schriftsteller Philip K. Dick, der auch bis kurz vor seinem Tod im Jahr 1982 am Drehbuch mitarbeitete; und die Geschichte "Automata" vom deutschen Autor E.T.A. Hoffmann, der im 19. Jhd. lebte. Während die Handlung, die Charaktere und die Aussage zweifellos Dick`s DADoES nachempfunden waren, so rührt die Beziehung von Kopfgeldjäger Deckard zur Replikantin eher von Hoffmanns Story her. Denn in "Automata" geht es um einen Mann, der sich in einen weiblichen, piano-spielenden Roboter verliebt. An ihren Augen erkennt er jedoch, daß sie künstlich ist, wird zum Schluß verrückt und bringt sich um. Dies entspricht zwar nicht genau `Blade Runner`, doch das Piano, die Augen und die schöne Frau sind zweifellos Hauptelemente des Filmes. Was bedeutet der Name "Blade Runner"? Die Bezeichnung `Blade Runner` kommt in der Romanvorlage nicht vor, sie hat auch nichts mit Polizeidienst oder Science Fiction zu tun. "Blade Runners" waren Schmuggler, die sich im 18. und 19. Jhd. auf den illegalen Transport von chirurgischen Instrumenten spezialisiert hatten. Diese Geräte waren auf legalem Weg so schwer zu erhalten, daß die Ärzte dieser Zeit auf Schmuggelware zurückgreifen mußten. Ridley Scott gefiel die Bezeichnung, und so kam der Film zu seinem Titel. Der australische Schriftsteller Alan E. Nourse schrieb zu dem Thema einen Roman, der 1979 von William S. Burroughs überarbeitet wurde. Von ihm kaufte Ridley Scott die Namensrechte. Der Inhalt des Buches und Scotts Film gleichen Namens haben aber, wie man vermuten kann, am Ende nichts miteinander gemein. Wann erschien "Blade Runner"? Der Film lief im Jahr 1982 in den Kinos an. Im Jahr 1992, zum zehnjährigen Geburtstag, kam auf Laserdisc und Videocassette eine spezielle Version - ein "Director`s Cut" - heraus, die von Regisseur Ridley Scott überarbeitet worden war und den Film so darstellt, wie er ihn ursprünglich zeigen wollte, aber nicht durfte (siehe-> Welche Versionen von BR gibt es?) Wie war die Reaktion der Öffentlichkeit auf den Film? "Blade Runner" war an den Kinokassen weltweit ein Flop. Kaum jemand wollte den Film sehen, er wurde als zu exzentrisch und komplex abgelehnt; man wollte damals lieber schmalzige Liebesfilme oder hanebüchene Komödien sehen. Er war seiner Zeit so weit voraus, daß er erst in den Neunzigern zur vollen Geltung kam. Niemand weiß, wieviel der Film gekostet hat (Gerücht: $15 Mil.), doch angeblich wurden die Produktionskosten gerade abgedeckt. Welche Auszeichnungen hat der Film erhalten? Der Film erhielt 1983 den "Hugo Awards" für die beste Dramaturgie in einem Film, und schlug damit sogar Spielbergs E.T. Ansonsten wurde der Film nicht international ausgezeichnet und erhielt auch keine Nominierungen für weitere wichtige Auszeichnungen, wenngleich er in Cannes für seine visuelle Gestaltung gelobt wurde. Wer war für die Musik, wer für die visuellen Spezialeffekte zuständig? Um die Musik kümmerte sich der griechische Synthesizer-Experte Vangelis, der übrigens weder Noten lesen noch schreiben kann. Er sagt im Vorwort zur offziellen Soundtrack-CD, daß ihn Ridley Scotts Bilder stark motiviert haben, für diesen Film zu arbeiten. Vangelis hatte ein Jahr zuvor (1981) mit der Musik zu "Chariots of Fire" einen Oscar gewonnen. Für die visuellen Spezialeffekte war Douglas Trumbull zuständig. Er war durch die Effekte zum Kultfilm "2001 - A Space Odyssey" bekannt geworden. Wie heißt Vangelis mit bürgerlichem Namen? Vangelis heißt eigentlich Evangelos Papathanassiou. Bevor er Solokünstler wurde und sich Vangelis nannte, spielte er Piano und Keyboard in den Gruppen "Formnix" und "Aphrodite`s Child", beides progressive Rockgruppen der 60er/70er Jahre. Sind alle Musiken des Soundtracks speziell für den Film gemacht worden? Nein, das trifft nicht zu. Das Stück "Memories of Green" stammt von seinem Album "See you Later", Scott verwendete es später als Titelmusik zu seinem Fernsehfilm "Someone to Watch over Me" (Der Mann im Hintergrund). Welche Titel enthält der offizielle Soundtrack, wann wurde er veröffent- licht? Der offizielle Soundtrack wurde erst im Juni 1994 veröffentlicht und war vorher nie offiziell erhältlich. Es existiert jedoch eine illegale Bootlegversion mit nachgespielten Stücken. Diese ist fast doppelt so lang und allein deshalb besser, weil viele Stücke enhalten sind, die der offizielle Soundtrack nicht vorweisen kann. Sie ist jedoch nur auf dem Gebrauchtmarkt zu Höchstpreisen erhältlich. Legal ist einzig und allein der Original-Soundtrack, der von Warner Music UK vertrieben wird. Die CD erschien bei "East West Records", ist von Vangelis persönlich abgesegnet und sollte jetzt in jedem besseren Musikladen zu haben sein! Aufgenommen hat Vangelis die Musik im Jahr 1982 in London - wo er auch heute lebt und arbeitet - und nicht in seiner Heimatstadt, Athen. Was ist die `Ladd Company`? Bei der `Ladd Company` handelt es sich um eine Produktionsgesellschaft, die dem US-Medienriesen Warner Brothers untersteht. Diese Firma war die Produktionsfirma von `Blade Runner`. Ihr Logo ist zu Beginn des Filmes zu sehen. Gibt es ein offizielles Blade Runner-Computerspiel? Ja, Anfang 1983 erschien ein solches für den damals noch frischen C-64. Im Spiel verfolgt man Replikanten auf einer Stadtkarte und muß sie in einer weiteren Szene mit einem Fadenkreuz in einer Menschenmenge ausmachen und erschießen. Die Musik des Spieles ist eine SID-Adaption des "End Titles" des Soundtracks von Vangelis. Was ist ein Replikant? Ein Replikant ist eine künstliche Lebensform. Mit einem `Androiden` hat er jedoch nichts zu tun, denn während selbige aus Drähten, Prozessoren und Leiterplatinen bestehen, sind Replikanten aus Fleisch und Blut. Sie sind aber so manipuliert, daß man ihnen per genetischer Veränderung bestimmte Eigenschaften an- und abgewöhnen kann. Sie sind äußerlich nicht von Menschen zu unterscheiden, bis auf ein bestimmtes Glimmen ihrer Augen, das im Halbdunkel auftritt. Replikanten haben eine genetisch vorprogrammierte Lebenserwartung von maximal vier Jahren. Länger dürfen sie nicht leben, weil sie sich nach Ablauf dieser Zeitspanne Gefühle und Gewohnheiten aneignen können, die ihre Unterscheidung von einem Menschen unmöglich machen würden. Viele Replikanten wissen nicht einmal, daß sie eine solche Menschmaschine sind, und fühlen sich als menschliche Wesen. Umso größer ist der Schock, wenn sie das Gegenteil erfahren, was meist zu unkontrollierten Hassgefühlen und Wutausbrüchen führt. Um dies einzudämmen, werden ihnen künstliche Erinnerungen an Eltern und Verwandte eingepflanzt, die sie nie hatten. Um diesen Eindruck zu festigen, werden sie zusätzlich noch mit gefälschten Fotografien ausgestattet. Sie sind also mißbrauchte, verratene Kreaturen, die ihre Existenz profitgierigen Konstrukteuren verdanken. (Sven: Letzteres trifft in ähnlicher Weise übrigens auch auf das von Dr. Frankenstein geschaffene Wesen zu. Im Roman, nicht in den Filmen.) Wie lautet der Vorname von "Blade Runner" Deckard? DADoES gibt die Antwort - er heißt "Rick"! Im Film selbst wird der Name übrigens nicht erwähnt, Rick wird nur als `Deckard` angesprochen, sogar von Rachael, und auch von Roy Batty! Welche Informationen bekommt Deckard über die Replikanten zu Anfang des Filmes, als er sich die Bilder auf der Polizeiwache ansieht? In dieser Szene informiert Deckard sich über die Aufgaben und die körperlich/geistigen Einstufungen seiner Jagdbeute. Die Einstufung der zu erledigenden Replikanten ist in `physical` (körperlich) und `mental` (geistig) eingeteilt. Dabei ist Batty Physical A, Mental A; Pris Physical A, Mental B; Zhora Physical A, Mental B; und Leon Physical A, Mental C. Roy Batty wurde als Soldat, Zhora als politische Attentäterin, Pris als Animateurin und Leon als Lader in einem Panzer ausgebildet. Woher kommt die oft erwähnte Annahme, daß Deckard selbst ein Replikant ist? Lesen Sie dazu das Sonderkapitel `Ist Deckard ein Replikant?` und/oder mehrere der nachfolgenden Fragen zu diesem Thema. Was ist das besondere an Rachael, der Replikantin, in die sich Deckard ver- liebt? Das besondere an ihr ist, daß sie nicht wie die anderen ihrer Art eine auf vier Jahre beschränkte Lebensdauer, sondern eine normale menschliche Lebenserwartung hat. (siehe-> Rachaels Lebenserwartung) Weiß Rachael, daß sie ein Replikant ist? Nein, anfangs nicht. Sie wird bewußt in dem Glauben belassen, ein Mensch zu sein, und handelt auch dementsprechend. Implantierte Erinnerungen und gefälschte Photos als Beweise sollen sie geschickt von der Wahrheit ablenken. Als Deckard herausfindet, daß sie ein Replikant ist und ihr die Wahrheit gesteht, ist sie natürlich schockiert. Sie ändert ihr Leben jedoch und versucht jetzt erst recht menschlich zu sein, was dadurch verdeutlicht wird, daß sie in der Liebesszene mit Deckard das Haar offen trägt und ihre maschniell-glatt wirkende Frisur vom Anfang aufgibt, sozusagen das alte Leben hinter sich läßt. Was sind die `äußeren Kolonien`? Die `Kolonien` sind neue menschliche Siedlungen auf fernen Planeten, die für Auswanderer von der Erde bewohnbar gemacht worden sind. Die erste und bekannteste Kolonie ist laut DADoES New New York auf dem Mars. Um in eine der Kolonien auswandern zu können, muß man jedoch geistig und körperlich gewisse Anforderungen erfüllen; Behinderte oder geistig Zurückgebliebene müssen auf der Erde bleiben. Geld spielt natürlich auch eine Rolle. Jeder, der in eine der Kolonien auswandert, bekommt von der Reisegesellschaft (nach DADoES) einen Replikaten als Gepäckträger und Arbeiter geschenkt. Warum ist die Szenerie immer so dunkel, warum kommt kaum ein Sonnenstrahl durch die Wolken? Warum wirkt der ganze Film so düster? Philip K. Dick`s DADoES erklärt diese Tatsache folgendermaßen: Der dritte Weltkrieg hatte vor einiger Zeit stattgefunden, und nun verdeckt radioaktiver Staub, der in die Atmosphäre aufgestiegen ist, die Sonne. In DADoES tragen die Charaktere Schutzbrillen und Anzüge gegen die radioaktive Strahlung, was in "Blade Runner" nicht der Fall ist. Im Gebäude der Tyrell Corporation befindet sich vor dem Fenster jedoch eine spezielle Blende zur Abdunkelung der Räume, falls die Sonnenstrahlen zu intensiv werden. Diese Blende wird heruntergelassen, als Rick, Rachael und Tyrell sich erstmals treffen und den VK-Test an Rachael vornehmen. Ein Relikt aus Dicks Roman. Der Film wirkt oft auch deshalb so düster, weil er einfach nachts spielt. In manchen Sequenzen ist aber deutlich ein hellerer - grau/blauer - Himmel zu sehen, ein Indiz dafür, daß es tagsüber auch im Jahr 2019 noch hell ist. Drittens ist das Wetter sehr schlecht - es regnet fast permanent - und bei Unwettern ist der Himmel ja auch bekanntlich dunkler. Wie kann J.F. Sebastian 25 Jahre alt sein, wenn er doch wie 40 aussieht? Er leidet am sogenannten "Methusalem-Syndrom", einer Drüsenkrankheit, die seinen Körper schnell verfallen läßt. Dies ist auch der Grund, daß er noch auf der Erde ist: Er darf aufgrund seiner genetischen Imperfektion nicht auf außerirdische Kolonien auswandern. Was bedeutet die Bezeichnung "Nexus-6"? Nexus-6 ist laut DADoES der Gehirntyp der aktuellsten Replikantenreihe. Dieses Gehirnmodell gibt den künstlichen Lebensformen eine Intelligenz, die recht nahe an die von `echten` Menschen heranreicht. Im Film wird die Bezeichnung Nexus-6 aber auf die gesamte Baureihe bezogen, nicht nur auf das Gehirnimplantat. Was hat es mit der Bezeichnung "Voigt-Kampff" auf sich? Der `Voigt-Kampff`-Apparat ist eine Art hochspezialisierter Lügendetektor, der die einzige sichere Möglichkeit bietet, Menschen von Replikanten zu unterscheiden. Der darauf basierende VK-Test läuft nach folgendem Schema ab: 1. Der Blade Runner setzt sich an einem Tisch der zu untersuchenden Person gegenüber und richtet das Vergrößerungsglas der Maschine auf das Auge der Person. 2. Auf dem Farbdisplay des Gerätes erscheint das die Iris des Auges der Testperson. 3. Der Blade Runner stellt der Testperson 20-100 emotional bewegende Fragen, die die Familie der Testperson oder soziale Situationen zum Thema haben. 4. Anhand von Fluktuationen und Veränderungen sowie der Ausdehnung der Pupille kann der Computer im VK-Gerät (meist nach 30 Fragen) fest- stellen, ob die Testperson ein Replikant oder ein Mensch ist. 5. Bei Menschen finden die Dehnungen und Fluktuationen statt, bei den emotionslosen Replikanten jedoch nicht. Ihre Augen bleiben während des Tests unverändert. 6. Ist der Test positiv, d.h. finden keine Augenreflexe statt, wird der Replikant verhaftet oder sogleich standrechtlich erschossen. Woher kennt Roy Batty Deckards Namen, wo sie im Film nie miteinander reden und Batty die Information auch nicht von Anderen haben kann (alle, die ihn hätten informieren können, starben vorher)? Dies ist entweder ein grober Fehler im Drehbuch (was sehr wahrscheinlich ist - man hat einfach nicht darüber nachgedacht). Andere Freaks haben diese Tatsache dahingehend interpretiert, daß sich Batty und Deckard schon vorher kannten, da Deckard - angeblich - auch ein Replikant ist und er zusammen mit den anderen auf die Erde floh, wo er eine Gedankenumwandlung erfuhr und zum "Blade Runner" wurde. Diese Tatsache wird von den Fans oft diskutiert (siehe-> Ist Deckard ein Replikant), erscheint mir persönlich aber etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen, auch wenn es von Anfang an Ridley Scotts Absicht war. Was ist die Rolle von Gaff, dem Polizisten, der Deckard ständig begleitet? Gaff, Deckards Fahrer und sein V-Mann zum Polizeihauptquartier, ist ein scheinbar untergeordneter Charakter. Tatsache ist jedoch, daß er als Deckards Überwacher diesem in gewisser Weise überlegen ist. Abgesehen davon wird Gaff am Ende des Filmes sehr wichtig, da er von Deckards Beziehung zu Rachael weiß und auch die Gelegenheit hat, Rachael zu töten; die beiden jedoch entkommen läßt. Die Tatsache, daß Gaff Deckard auch zu den entlegensten, unmöglichen Orten verfolgt und immer auftaucht, wenn es nicht erwartet wird, zeigt die tiefere Bedeutung dieses Charakters, in dem einige Fans sogar den `wahren` Blade Runner erkennen wollen, der Deckard nur als Mordinstrument benutzt. In was für einer seltsamen Kauderwelsch-Sprache verständigt sich Gaff in den Straßen? Es handelt sich um "Street Slang", eine Mischung aus `englisch, japanisch, spanisch und deutsch`. Die Verwendung deutscher Begriffe wird übrigens in DADoES genauer vertieft. Dort wird beiläufig erwähnt, daß deutsche Firmen wichtige Rollen in der Entwicklung der ersten Replikanten gespielt haben. Es existiert sogar eine Dokumentation dieser Sprache, die in Textform im InterNet herumgeistert. Sie basiert angeblich nur auf der Vertauschung von Buchstaben! Deckard versteht diese Sprache auch, er sagt in der Originalversion: "Jeder halbwegs erfahrene Cop verstand diese Sprache". Was bedeuten die Origami-Figuren, die Gaff ständig faltet? Es handelt sich dabei um Symbole, welche die aktuelle Geistesverfassung Deckards wiederspiegeln. Zu Beginn faltet Gaff Deckard ein Huhn. Damit drückt er aus: Du hast Angst, den Auftrag anzunehmen. Danach faltet er eine Männerfigur mit eregiertem Glied. Dies soll Deckards Beziehung zu Rachael ausdrücken: Du willst sie. Am Ende findet Deckard in seiner Wohnung ein gefaltetes Einhorn. Dieses hat Spekulationen vielerlei Art Tür und Tor geöffnet, die im Kapitel `Ist Deckard ein Replikant?` näher besprochen werden. Warum tötet Batty am Ende des Filmes Deckard nicht; warum unternimmt Dek- kard seinerseits nicht den Versuch, Batty umzubringen? Batty tötet Deckard deswegen nicht, weil er den Wert des Lebens schätzen gelernt hat und erkennen mußte, daß Deckards Tod überflüssig gewesen wäre. Außerdem ist er wegen seines bevorstehenden `Verfallsdatums` geistig verwirrt und hat bereits an Kontrolle über seinen Körper eingebüßt. Deckard kann andererseits Batty nicht töten, da er erstens halbtot vor Erschöpfung ist, und er zweitens seine Waffe beim Klettern auf das Dach verloren hat. Außerdem stirbt Batty in der Szene seinen natürlichen Tod, so daß Deckard nicht mehr nachhelfen muß. Warum bricht sich Deckard einen dritten Finger freiwillig, bevor er auf das Dach klettert? Das tut er nicht, er bricht nur den zweiten Finger ganz durch (den Batty offensichtlich nur leicht angeknackst hatte) damit er die beiden Finger leichter mit dem Taschentuch schienen kann. Außerdem ist danach der Schmerz geringer! Warum braucht Deckard mehrere Schüsse (mindestens drei), um die Replikantin Zhora zu erledigen; für Pris jedoch nur zwei Kugeln? Zhora ist eine Kampf-Androidin, Pris jedoch ein `Vergnügungsmodell`. Gemäß ihres unterschiedlichen Einsatzfeldes wird Zhora deshalb wohl eher ein paar Kugeln vertragen können als Pris, die in ihrem Fachgebiet überwiegend anderen Anforderungen genügen muß. Warum schminkt sich Pris mit weißer Farbe und schwarzer Umrandung der Au- gen, als sie sich bei J.F. Sebastian aufhält? Dieses Gesichts-Styling wurde oft als `Waschbär-Look` bezeichnet und soll den Eindruck, daß jeder Person des Filmes ein Tier zugeordnet ist (-> passende Frage, w. unten), verstärken. Ich persönlich interpretiere das weiße Gesicht mit den schwarzen Augenhöhlen als Totengesicht/Totenschädel und damit als Vorausschau auf Pris` Ende bei der bevorstehenden Begegnung mit Deckard. Was wird aus Dave Holden, dem anderen "Blade Runner", der ganz zu Beginn des Filmes von Replikant Leon angeschossen wird? Holden ist schwer verwundet und wird - wie uns DADoES sagt - in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er an eine Lebenserhaltungsmaschine angeschlossen wird. Holden gilt, zusammen mit Deckard, als bester Replikantenjäger von L.A. Die Szene, in der Deckard neben Daves Bett steht, wurde gedreht und auch in die Serie von Film-Werbefotos mitaufgenommen, kam im Film jedoch nicht vor. Was bewegt J.F. Sebastian dazu, Roy zu Eldon Tyrell zu bringen, obwohl er genau wissen muß, daß die Sache kein gutes Ende nehmen kann? Erstens ist er durch Roy Battys bedrohliches Äußeres verschüchtert und hat Angst vor der körperlichen Überlegenheit der Replikanten. Zweitens betört ihn Pris durch diverse Streicheleinheiten, was sicher ein zusätzlicher Motivationsfaktor war. Sebastian weiß jedoch daß er sterben muß, egal ob früher oder später. Ist Eldon Tyrell, der Schöpfer der Replikanten, selbst ein Replikant? Ja, laut dem ursprünglichen Drehbuch schon. Der `echte` Tyrell wurde bei einem durch J.F. Sebastian verschuldeten Unfall im Genlabor verletzt und - da es noch keine Heilmittel für ihn gab - in einem Cryogenetik-Behälter im Keller seines Hochhauses eingefroren. Während dieser Zeit wird er von einem Replikanten vertreten, der alle Daten, über die der Mensch Tyrell verfügte, kennt; und an Tyrells Stelle die Geschäfte übernimmt, bis das `Original` wieder aufgetaut und geheilt wird. Was ist die Bedeutung der Szene mit dem Bildanalyse-Gerät, auf dem Deckard sich ein Photo ansieht? Wie nennt sich das Gerät? Das Gerät heißt `Esper` und ist fester Bestandteil der Polizeiarbeit im 21. Jahrhundert. Es ist nichts anderes als ein analoger Bildvergrößerer, mit dessen Hilfe man Details auf Fotos, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind, sichtbar machen und über einen Farblaserdrucker ausgeben lassen kann. Im Film kommt das Gerät zum Einsatz, als Deckard auf einem von Leons Fotos die Replikantin Zhora entdeckt, die sein nächstes Jagdziel sein wird. Er kann sie aufgrund der Schlangentätowierung auf ihrem Hals später wiedererkennen. Was hat es mit den Autos auf sich, die sowohl fliegen als auch auf der Straße fahren können? Diese Fahrzeuge heißen `Spinner` und dürfen nur von authorisierten Personen, u.A. der Polizei, benutzt werden. Sie fahren mit einem normalen Benzinmotor auf der Erde und können dank eines Düsentriebwerks auch fliegen. Welche Waffe benutzt Deckard? Es handelt sich dabei nicht etwa um eine Laserkanone, wie in DADoES beschrieben, sondern um eine großkalibrige Jagdflinte mit abgesägtem Lauf und anmontiertem Pistolengriff der österreichischen Marke Steyr-Mannlicher. Was bedeutet die künstliche Schuppe in der Badewanne in Leons Appartment? Es handelt sich um eine Schuppe der künstlichen Schlange, welche die Replikantin Zhora bei ihrem Auftritt in Taffy`s Bar verwendet. Die Schuppe führt Deckard auf Zhoras Spur. Wer ist im Film eigentlich der "Blade Runner"? Eine gute Frage. Obwohl es auf den ersten Blick natürlich Deckard ist, scheint Gaff eine fast noch wichtigere Rolle zu spielen. Er ist überall da, wo Deckard ist, ja; scheint ihm durch sein überlegenes Wissen und seine Kommentare immer noch einen Schritt voraus zu sein. Außerdem analysiert er, wie die Origami-Figuren, die er herstellt, zeigen, Deckards Psyche sehr genau. Abgesehen davon weiß er Dinge, die nicht für ihn bestimmt waren; bzw. kann auf private Informationen Deckards zurückgreifen, ohne sie jedoch vorher von ihm erhalten zu haben. Dies wird gerade im Director`s Cut des Filmes deutlich. Anhänger der "Deckard-ist-selber-ein-Replikant"-These wollen Gaff als wahren Blade Runner erkannt haben, der den künstlichen Charakter Deckard nur als Handlanger benutzt, der für ihn die Drecksarbeit macht. Diese Behauptungen wird jedoch durch einige Szenen des Filmes wiederlegt. (siehe-> Ist Deckard ein Replikant?) Welche Firmenlogos werden im Film gezeigt? Die Auffälligsten sind wohl "Coca Cola", "Atari", "TDK" und "Budweiser". Bis auf ATARI wohl auch heute noch die erfolgreichsten Firmen ihrer Sparte, und nicht nur in Amerika. Doch auf kleineren Schildern sah man auch die Firmenlogos von Bell, Citizen, JVC, Marlboro, Hilton, Polaroid, Pan Am, Remy und Toshiba. Warum hat Rachael eine unbegrenzte Lebensdauer? DADoES sagt es uns. Rachael ist bis ins Detail Tyrells Nichte nachempfunden, die an einer schweren Krankheit starb. Die Informationen in ihrem Gehirn wurden in ein nachgebautes Körpermodell transplantiert. So wurde die menschliche Rachael in einem künstlichen Körper unsterblich. Die Replikantin Rachael lebt jedoch in dem Glauben weiter, die echte Rachael zu sein, bis sie von Deckard die Wahrheit erfährt. Wie teuer war der Bildtelefon-Anruf, den Deckard aus Taffy`s Bar bei Ra- chael macht? Genau 1 Dollar und 25 Cent (auf dem Display nach dem Anruf nachzulesen). Dies könnte ein sarkastischer Hinweis Scotts darauf sein, daß es den USA des Jahres 2019 wirtschaftlich nicht sehr gut geht und die Inflation dementsprechend hoch ist. Momentan kostet ein normaler Anruf dieser Länge in den USA - Stadtgespräch - nämlich gerade mal ein Fünftel dieses Betrages. Wie kann Deckard mit zwei gebrochenen Fingern auf das Dach klettern? Entweder deshalb, weil er in dieser Situation außergewöhnliche Kräfte entwickelt und genügend Kraft aufbringt, sich mit drei Fingern an der Mauerbrüstung hochzuziehen; oder deswegen weil er, wie oft angenommen wird, ebenfalls ein Replikant ist; und als solcher hätte er die physischen Voraussetzungen, um diesen Belastungsakt zu vollbringen. Wie kann Roy Batty im Jahr 2019 sterben, wenn er 2016 `geboren` wurde und angeblich 4 Jahre Lebensspanne hat, ihn also erst 2020 das zeitliche segnen dürfte? Tyrell sagt kurz vor seinem eigenen Tod: "Das Licht, das am hellsten scheint, brennt nur halb so lang. Und Du hast für kurze Zeit so hell geschienen, Roy." Dies kann ein Hinweis darauf sein, daß bei einem Replikanten besserer Qualität aus Sicherheitsgründen eine kürzere Lebensdauer vorinstalliert ist, in Roys Fall also nur 3 Jahre. Warum ist Deckards Hand in der letzten Szene mit weißer Mullbinde verbun- den, wo er die kaputten Finger auf dem Dach doch mit einem roten Taschen- tuch zusammengebunden hat? Vermutlich wurde die Sache von einem Arzt im Polizeirevier in Ordnung gebracht, wohin Deckard nach dem Endkampf mit Batty ja offensichtlich gebracht wurde (da ihn Gaff auf dem Dach abholte.) Wie viele Menschen könnten rein rechnerisch im Gebäude der "Tyrell Corpora- tion" wohnen? Rechenkünstler wollen herausgefunden haben, daß das Gebäude der Tyrell Corp. die zehnfache Größe des World Trade Centers hat und somit Lebensraum für maximal 10 Millionen Menschen bietet. Welche wichtige Rolle spielen AUGEN im Film? Gemäß dem Sprichwort `Augen sind die Spiegel der Seele` werden die Sehorgane in BR gehandhabt. Erstens sind sie das einzige Mittel um Menschen und Replikanten auseinanderzuhalten, und zweitens sind die Augen - laut einiger Mediziner - das Organ, das sich am leichtesten täuschen bzw. manipulieren läßt (siehe optische Täuschungen, Magisches Auge etc.) und damit nur scheinbar eine sichere Unterscheidung von Realität und Phantasie gewährleistet. Aus diesem Grund kommen oft Kameraeinstellungen vor, die die Augen der Hauptpersonen in den Vordergrund stellen! Warum ist es in der Stadt stets dunkel (Dämmerlicht), aber im Norden, wohin Rachael und Deckard am Ende fliehen, hell und freundlich? Eine Frage, auf die es keine Antwort gibt. Nach DADoES zu urteilen müßte es dank Staub in der Atmosphäre im Norden genauso aussehen wie in Los Angeles, wenn auch erwähnt wird, daß die Natur im Norden noch wesentlich besser intakt ist. Der Film stützt sich wahrscheinlich auf die Annahme, daß es über der Stadt durch eine Art riesige Smog-Glocke zur Dunkelheit kommt, die in den sauberen Weiten Kanadas natürlich nicht vorhanden ist. Dies widerspräche jedoch der Original-Atom-These von DADoES-Autor Philip K. Dick. Welche Nummer trägt die Polizeimarke von Rick Deckard? Die Marke zeigt einen Adler. Darüber einen "Blade Runner"-Schriftzug, in Höhe der Schwanzfedern ein Banner mit der Aufschrift `REP-DETECT` und der Nummer 26354 darunter. Die Originalnummer ist jedoch 260354, die Null passte lediglich nicht mehr auf die Marke! Die Marke ist in keiner Version des Filmes zu sehen; die offizielle Blade Runner-Schirmmütze (Fanartikel) zeigt aber als Aufnäher Deckards Marke. Welche unterschiedlichen Versionen des Filmes gibt es? Es gibt drei offizielle Versionen des Filmes, zu denen jedermann Zugang hat/hatte. 1. US THEATRICAL RELEASE: Diese Version hat eine Laufzeit von 117 Minu- ten. Es existieren folgende Unterschiede zu anderen Versionen: - `Voice Overs`, d.h. die Erzählerstimme Harrison Fords, der alle Szenen aus Deckards Sicht kommentiert, sind im Film enthalten. - Das Happy End mit Deckard und Rachael, wie sie nach Kanada fliehen, ist ebenfalls enthalten. 2. EUROPEAN THEATRICAL RELEASE/LASERDISC VERSION/VIDEO: Laufzeit 117 Minuten, aber durch mehr Brutalität 15 Sek. länger als die US-Ver- sion. - `Voice Overs` enthalten. - Happy End enthalten. - Deckard schießt ein drittes Mal auf Pris. - Längere Sterbeszene von Pris (mehr Geschrei und Gezappele). - Es wird detailiert gezeigt, wie Roy Batty sich den Nagel durch die Hand rammt. - Längere Einstellung mit Batty, wie er Tyrells Augen eindrückt, und sofort Blut hervorsprudelt. 3. DIRECTOR`S CUT 1992: Laufzeit 117 Minuten - `Voice Overs` entfallen komplett. Sie gefielen Ridley Scott nicht, doch der Produzent, Michael Deely, bestand 1982 darauf. - Kein Happy End - Film endet nach Aufzugsszene, als Deckard und Rachael D.`s Appartment verlassen. In der Originalversion hatte Deely auf einem Happy End bestanden, Ridley Scott war dagegen. - Neueinspielung der Musik in digitaler Qualität. - Gewaltszenen der Videoversion wurden wieder entfernt. - 12 Sekunden dauernde Traumszene Deckards vor dem Klavier, in welcher er ein Einhorn sieht (-> Ist Deckard ein Replikant?) Welche `Langzeitwirkungen` hat Blade Runner gehabt? Neben Unmengen von Fanartikeln - Bücher und Kleidungsstücke hauptsächlich - brachte der Film auch Nachahmer hervor, die sich an der Handlung bzw. dem Hintergrund des Filmes kräftig bedienten. So basiert der Schwarzenegger-Film "Die totale Erinnerung" auf einer Kurzgeschichte ("We can Remember It for You, Wholesale"), die ebenfalls von Philip K. Dick stammt, und die er kurz vor DADoES schrieb. Auch dieser Film beschäftigt sich mit künstlich implantierten Erinnerungen und der Suche nach sich selbst, dem Wunsch, Realität und Traum unterscheiden zu können, wenn auch eher in einen Actionthriller verpackt als in einen Sci Fi-Klassiker. Späte Ehre wurde `Blade Runner` zuteil, als bei einer Umfrage in einer amerikanischen Science Fiction-Gesellschaft bei deren Mitgliedern nach `Star Wars` und `2001` immerhin an dritter Stelle der Beliebtheitsskala landete! Wie denkt Harrison Ford (Deckard) über den Film? Obwohl Ford in gewisser Weise stolz darauf war, endlich einmal eine ernstzunehmende Rolle gespielt zu haben, war er voller Kritik für Ridley Scotts Ideen und mußte bei den Dreharbeiten auch eine ganze Menge mitmachen. So zerstritt er sich mit Scott darüber, ob Deckard nun ein Replikant sei oder nicht. Scott war dafür, Ford war dagegen; weil er sagte, daß das Kinopublikum unbedingt einen menschlichen Protagonisten brauchte, mit dem es sich identifizieren könne. Scott zog im Endeffekt den Kürzeren und mußte in der Originalversion Deckard recht deutlich als Menschen zeigen; doch im Director`s Cut setzte er seinen Willen durch und fügte alle Hinweise darauf, daß der `Blade Runner` selbst eine künstliche Lebensform war, wieder ein. Dazu gehörte auch das Eliminieren der laut Scott `lächerlichen` Voice Over-Kommentare Deckards, die seinen Charakter total verzerrten. Wie fühlte sich Sean Young (Rachael) nach den Dreharbeiten? Einige Szenen des Filmes beeindruckten sie sehr, und die Tränen, die sie in der Einstellung, als Deckard ihr sagt daß sie ein Replikant sei, vergießt, waren angeblich echt. Arg mitgenommen hat sie jedoch die Stelle im Film, wo sie von Ford an die Wand gedrückt und zur körperlichen Liebe gezwungen wird. Young sagte, diese "Vergewaltigung Rachaels", die sie auch für sich persönlich als erniedrigend empfand, hätte sie psychisch so mitgenommen, daß sie sich nach den Dreharbeiten vier Wochen freinahm. Was machten die Schauspieler aus `Blade Runner` nach dem Film? Alle von ihnen gingen mehr oder minder erfolgreich unterschiedliche Wege. Dabei kam ´Deckard´ Harrison Ford zweifellos am besten weg, er wurde in den nachfolgenden Jahren durch weitere "Star Wars" und "Indiana Jones"-Filme zum Kultstar; wirkte in anspruchsvolleren Filmen wie "Der einzige Zeuge" oder "Frantic" mit und stellte sein Talent zuletzt als CIA-Agent Jack Ryan in zwei Tom Clancy-Verfilmungen sowie in dem Kinoremake der Serie "The Fugitive (Auf der Flucht)" zur Schau. 1996 soll er endlich wieder als Indy Jones im Kino zu sehen sein, nachdem er zuletzt für eine TV-Produktion im Jahr 1993 den Archäologen gespielt hatte. (Geboren 13. Juli 1942, Chicago/Illinois) Daryl Hannah (Pris) wurde ebenfalls sehr berühmt. Zu ihren bekanntesten Filmen zählen "Roxanne" mit Steve Martin, "Splash - Die Jungfrau am Haken" und zuletzt war sie 1993 in "Grumpy Old Men" zu sehen. Daryl legt wert darauf, die `letzte echte Blondine Hollywoods` zu sein. (Geboren 19. Sept. 1960, Chicago/IL) Rutger Hauer (Roy Batty) wirkte danach in ein paar Filmen wie dem mittelalterlichen Epos "Flesh and Blood"; sowie "Ladyhawke", "Wedlock" oder dem aktuelleren "Nostradamus" mit. Der niederländische Schauspieler begann seine Karriere in billigen deutschen Porno-Produktionen der siebziger Jahre. Der als sehr scheu und überdurchschnittlich intelligent geltende Mann wählt seine Drehbücher mit Bedacht aus und macht durchschnittlich nur alle zwei Jahre einen Film. (Geboren 23. Jan. 1994, Amsterdam/Niederlande) Sean Young (Rachael) ist ebenfalls nicht gerade eine Berühmtheit geworden, konnte sich jedoch mit Rollen in Familienfilmen wie "Baby - Das Geheimnis einer Legende" oder Buchverfilmungen wie "Dune" über Wasser halten und hatte 1994 ein großartiges Comeback in der Komödie "Ace Ventura - Pet Detective" und schon im Jahr zuvor mit "Even Cowgirls get The Blues". (Geboren 20. Nov. 1959, Louisville, Kentucky) Edward James Olmos (Gaff) machte eine steile Fernsehkarriere und verkörperte als Vorgesetzter von Crockett und Tubbs in der TV-Serie `Miami Vice` zwei Jahre später einen harten Cop. Seine beste Rolle, neben "Blade Runner" natürlich. Sie verhalf ihm zu größter Bekanntheit. In den USA wirkt er heute noch in vielen Fernsehspielen mit. Er spielt dabei hauptsächlich Latino-Rollen, dank seiner mexikanischen Abstammung. (Geboren 1947 in L.A., California). Wer entwarf die Autos und Flugfahrzeuge des Filmes? Star-Designer Syd Mead, der sich berufsmäßig bei der Firma SONY mit dem Entwurf von futuristischen Designs beschäftigt, arbeitete für den Film eng mit Spezialeffekt-Experte Douglas Trumbull zusammen. Alles was sich auf, in oder über den Straßen bewegt, ist Meads Schöpfung. Zu den bekanntesten Fahrzeugen zählt der Bus, der J.F. Sebastian vor seiner Tür absetzt, und Deckards eckiges Flug-Fahrzeug. Vorher hatte er für Disneys "Tron" die Landschaften im Innenleben des Supercomputers, um den es im Film geht, erschaffen. Woher kam das ausgefallene architektonische Design der Gebäude in BR? Die visuelle Gestaltung vom Los Angeles der Zukunft ist einem Comic namens "The Long Tomorrow" vom bekannten französischen Zeichner Moebius (Jean Giraud) entliehen, der in der Comic-Reihe "Wonders of The Universe" erschienen ist. Moebius war u.A. auch für das Kostümdesign des Disney-Klassikers "Tron" verantwortlich. Was ist dran an dem Gerücht, daß jedem Charakter des Filmes ein Tier zuge- ordnet wurde? In der Tat wird jede Person im Film mit einem Tier assoziiert, und zwar mehr oder minder beiläufig: Deckard (Sushi = Roher Fisch, plus Einhorn im Director`s Cut) Zhora (Schlange) Pris (Waschbär) Batty (Wolf, Taube) Leon (Schildkröte) Sebastian (Mäuse) Rachael (Spinne) Tyrell (Eule) Warum rammt sich Roy Batty am Ende des Filmes einen Nagel durch die Hand? Erstmal liegt natürlich eine Analogie zur Kreuzigung Jesu auf der Hand, wenngleich nicht ganz einleuchten will, was Roy Batty denn wohl mit diesem Propheten gemeinsam haben könnte. In DADoES ist dies logischer, da Batty dort nicht einfach als Mörder, sondern auch als Schöpfer einer religiösen Richtung auftritt, die den Wert des Lebens eines Replikanten mit dem eines Menschen gleichstellt oder dieses sogar überwiegt. Somit hat Batty in DADoES durchaus prophetischen Charakter. Im Film kommt dieser Charakterzug aber kaum zum tragen; Batty ist hier mehr ein Egoist, der so am Leben hängt, daß er andere Leben auslöscht, um sein eigenes zu verlängern. Was am Ende natürlich nicht klappt. Ein rein rationaler Grund wäre der, daß Batty kurz vor seinem Tod langsam müde und schwach wird, und den Nagel nur dazu in sein Fleisch treibt, um sich durch die dadurch verursachten Schmerzen wach und wütend genug zu halten, um Deckard zu jagen. Welche religiösen bzw. philosophischen Aspekte hat Blade Runner? Die Anspielungen auf religiöse Themen sind im Film zahlreich gesät. Nicht nur, daß sich Batty und Tyrell wie Jesus und Gott gegenüberstehen (bekannte Filmzitate siehe am Ende dieser Zusammenstellung), die Replikanten symbolisieren die `gefallenen Engel` und Batty ist Lufizer. Sagt er nicht bei der Begegnung mit Chew: "Feurig fielen die Engel, tiefer Donner rollte über ihre Strände, brennend mit den Feuern von Ork"? Diese Stelle ist William Blakes "America: A Prophesy" entliehen. Außerdem wurde Tyrells Bett dem Bett von Papst Johannes Paul II. nachempfunden. Weiterhin ist die Ähnlichkeit von Tyrells Pyramide mit dem Inneren einer Kathedrale unübersehbar. Tyrell ist in gewisser Weise ein Verwandter von Dr. Frankenstein; ein wahnsinniger Schöpfer, der beim dem Versuch, Gottes Schöpfung noch zu verbessern, kläglich scheitert; von dieser Kreation sogar getötet wird. Warum ist Blade Runner ein `Film Noir`, und was genau ist das? `Film Noir` nannte man die Krimis der 50er und 60er Jahre, die mit gesprochenen Kommentaren der Hauptfigur versehen waren. Die Protagonisten waren nie Helden, sondern zwielichtige Gestalten; oft auch Versager; die am Ende einsehen mußten, daß die Verbrecher, die sie jagten, ihnen oft ähnlicher waren, als sie es wahrhaben wollten, und der Unterschied zwischen Gut und Böse verwischte. Der bekannteste Vertreter dieser Filmgattung ist wohl "Der Malteser Falke" mit Humphrey Bogart. Was ist die Aussage des Filmes? Für Ridley Scott lag die Betonung des Filmes auf dem Thema der Sterblichkeit und Unsterblichkeit. Er wollte die Angst eines jeden Menschen vor seinem eigenen Tod durch die gehetzen, todgeweihten Replikanten symbolisieren. Doch dies ist nicht das einzige Thema, auf das sich das vielschichtige Werk konzentriert. Es geht auch um den Unterschied zwischen Traum und Realität, und darum, daß Erinnerungen und Gefühle etwas Privates sind, auf daß das keine andere Person Einfluß nehmen kann, ohne dabei merklichen Schaden zu hinterlassen. Doch vor allem ist der Film eine Warnung vor dem Mißbrauch der Wissenschaft. Es ist falsch, sich als Schöpfer aufzuspielen, und zu glauben, daß es genauso gut wie zweckmäßig wäre, durch genetische Manipulation und Veränderung der natürlichen Gegebenheiten ein glückliches Produkt zu schaffen. Die Replikanten sind nur Spottbilder der menschlichen Schöpfung; der Film soll uns davor warnen, soweit zu gehen, daß wir auf künstliche Haustiere oder gar Mitmenschen angewiesen sind. Im Philip K. Dicks`s Originalroman werden jedoch auch noch zusätzliche Aspekte beleuchtet; wie das Handeln unter gesellschaftlichem Zwang, der Kampf um Anerkennung und die Tragik an sich, nämlich eine Situation, in der man zwischen zwei Entscheidungen wählen kann, aber von vornherein weiß, daß beide falsch sind. In DADoES ist Deckard eine noch tragischere Figur, die vor allem durch ihre Beziehung zu Rachael in tiefe Gewissenskonflikte gestürzt wird. Film und Buch sind sich jedoch in einer Aussage einig: Das Leben ist heilig, man soll damit nicht herumspielen. Und: Jedes Wesen hat ein Recht auf Leben, doch viele haben nicht die Möglichkeit, dieses Recht einzuklagen. Wird es jemals einen zweiten Teil geben? Wenn es Ridley Scott nachginge, ja. In "Newsday", 6. Oktober 1992, sagte der Regisseur, er glaubte, "der Film verfüge über eine große Suggestivkraft, und viele Aspekte des Werkes könnten Grundlagen für eine intelligente Fortsetzung bilden". Ist Deckard ein Replikant? - Pro & Contra Argumente dafür: + In einer Szene des Filmes hat Deckard dasselbe orange Glimmen in den Au- gen, wie die anderen Replikanten. + Roy Batty kennt Deckards Namen, obwohl sie sich im Verlauf des Filmes nicht begegnet sind. Vielleicht kannten sie sich schon vorher, standen sogar auf derselben Seite? + Auf Rachaels Frage, ob Deckard den Test schonmal an sich selbst durchge- führt hat, weiß er keine vernünftige Antwort. + Replikanten brauchen Fotos, um ihre implantierten Erinnerungen auf- frischen zu können. Deckards Piano ist mit Fotografien geradezu übersät. + Rachael wurde die Fähigkeit implantiert, Piano spielen zu können. In Deckards Appartment steht ein Piano. + Nur ein Replikant könnte die Verwundungen überleben, die Deckard im Laufe des Filmes einsteckt. + Nur ein Replikant könnte sich mit drei Fingern (die zwei andern gebro- chen) an einer Hauswand hochziehen. + Es wäre zu gefährlich, einen Menschen zu opfern, um vier gefährliche Re- plikanten zu jagen. Deshalb wird ebenfalls ein Replikant eingesetzt, bei dem ein Versagen kein Verlust wäre. + Im Director`s Cut des Filmes kommt eine Szene vor, in der Deckard von ei- nem weißen Einhorn träumt. Dieses Einhorn findet er am Ende des Filmes als Origamifigur auf dem Boden wieder. Ein Zeichen dafür, daß das Einhorn ein implantierter Standard-Traum ist, von dem auch Gaff weiß. Wie sonst sollte Gaff Deckards Träume kennen? + Im `Film Noir` findet der Verfolger meist heraus, daß er genau zu den Leuten gehört, die er jagt. Argumente dagegen: - Ein Replikant hat wohl kaum eine Ex-Frau, an die noch lebhafte Erinne- rungen vorhanden sind. - Es ist nicht bekannt, ob Alkohol auf Replikanten eine betäubende Wirkung hat; auf Deckard hat er sie jedenfalls. Er wird deshalb wohl doch ein Mensch sein. - Deckard kennt Inspektor Bryant offensichtlich schon sehr lang. Dies wäre aber nicht mit einer Lebensspanne von vier Jahren vereinbar! - Da Replikanten auf der Erde verboten sind - sie sind zu unkontrollier- bar - wird die Polizei wohl nicht das Risiko eingehen, gerade einen Re- plikanten einzustellen. - Deckard handelt zu logisch und menschlich, um mit den geistig plumpen Re- plikanten etwas gemeinsam zu haben. Er verfügt im Gegensatz zu Replikan- ten auch über tiefe, ausgereifte Emotionen. - Es wird mehrmals angedeutet (vor allem in DADoES) daß Deckard Mitleid mit den Kreaturen, die er tötet, hat; Replikanten empfinden jedoch kein Mit- leid. - Das Einhorn hat mit implantierten Gedanken nichts zu tun; es ist ein Sym- bol für Mythos und Vergänglichkeit, ein zartes und zerbrechliches Ge- schöpf das in der modernen, phantasielosen Zeit keine Daseinsberechtigung mehr hat, und somit eher ein Symbol für Rachael. Dies wäre für Gaff auch dann offensichtlich, wenn er Deckards Träume nicht kennen würde. - Im Originalroman, DADoES, wird ausdrücklich herausgestellt, daß Deckard kein Replikant bzw. Android ist. Unterschiede zwischen Romanvorlage und Film Hier seien nur die Wesentlichsten genannt. Genauere Informationen darüber finden Sie in meiner Buchvorstellung zu DADoES. Wenden Sie sich dazu an meine E-Mail-Adresse, rufen sie mich an oder schreiben Sie mir. - Die Handlung findet 1992 statt. - Die Replikanten sind Androiden, also Roboter. Das Wort Replikant kommt nicht im Buch vor. - Das Wort Blade Runner kommt nicht im Buch vor. - Der dritte Weltkrieg ist gerade vorbei, nur sehr wenige Menschen haben ü- berlebt. Einige Tierarten sind fast ganz ausgestorben (z.B. Amphibien), andere sind noch massenweise vorhanden (z.B. Vögel) - Die Geschichte spielt in San Francisco. - Eldon Tyrell heißt Eldon Rosen, Rachael Tyrell heißt Rachael Rosen. - Die Tyrell Corporation heißt Rosen Association. - Deckard wird im Buch als `Kopfgeldjäger` bezeichnet. - Künstliche Tiere heißen auch in der US-Version: "Ersatz Animals". - Deckard ist verheiratet mit Iran Deckard, einer vergnügungssüchtigen Di- va, die ihren Mann nur deshalb liebt, weil er Geld heranschafft. - Deckard hat ein Haustier, ein elektrisches Schaf. - Er ist kein Polizist, sondern kassiert Kopfprämien für die erlegten An- droiden. - Roy Batty heißt Roy Baty (nur ein T) und ist mit Irmgard Baty verheira- tet, einer deutschen Replikantin bzw. Androidin. - Der Nachname von Pris wird genannt: Stratton. Sie heißt also Pris Strat- ton. - J.F. Sebastian heißt im Buch `Isidore` und ist kein genetischer Designer, sondern ein geistig zurückgebliebener Tierhändler. - Im Buch verfügen die Leute über `Mood Organs`, Maschinen, die künstliche Stimmungen auf Knopfdruck erzeugen können. - Alle Menschen können sich in eine Art Gedankennetz, daß dem Cyberspace ähnelt, einschalten. Androiden haben diese Fähigkeit dank mangelnder Empathie nicht. An diese Gedankenvernetzung knüpft eine Religion, der so- genannte Mercerismus, an, der sich als Schwindel herausstellt. - Deckard schläft mit Rachael. - Er läßt sie entkommen, flieht aber nicht mit ihr, sondern geht zurück zu seiner Frau. - Deckard besucht seinen verwundeten Kollegen Dave Holden im Krankenhaus. - Deckard trifft auf einen dritten Blade Runner namens Phil Resch. - Der Sitz der Rosen Association ist Seattle, nicht Frisco bzw. L.A. - Das japanische Viertel L.A.`s kommt im Buch nicht vor. - Einige Androiden haben andere Namen als die Replikanten im Film. - Deckard läßt den Voigt-Kampff-Test an sich selbst durchführen, um alle Zweifel daran, daß er selbst ein Android sein könnte, auszuräumen. Die bekanntesten Filmzitate Deckard: "Sushi. Genauso hat mich meine Ex-Frau immer genannt. Kalter Fisch." "Sag` ihm, ich esse gerade." "Sag: `Ich will Dich`." Rachael: "Wollen sie testen ob ich ein Replikant bin oder eine Lesbierin, Mr. Deckard?" "Ich bin ein Teil Deines Jobs." "Haben Sie aus Versehen schonmal einen Menschen in den Ruhestand versetzt?" "Haben Sie sich selbst einmal diesem Test unterzogen?" Chew: "Ich machen Deine Augen." Batty: "Männer? Polizei...männer?" "Chew, wenn Du nur mit Deinen Augen sehen könntest, was ich mit Deinen Augen gesehen habe." "Es ist nicht leicht, Deinem Schöpfer gegenüberzutreten." "Ich will mehr Leben, Vater." "Ich habe fragwürdige Dinge getan Vater. Nichts, wofür Du mich in den Himmel lassen würdest." "Das war irrational von Dir, Deckard. Um nicht zu sagen: Unsport- lich." "Ich habe Dinge gesehen, die Ihr Menschen nicht glauben würdet. Riesige Raumschiffe, brennend an der Schulter des Orion. Ich habe C-Beams gesehen, glitzernd in der Dunkelheit nahe dem Tannhäuser Tor. Alle diese Erinnerungen werden verloren sein in der Zeit so wie Tränen im Regen. Zeit zu sterben." LEON: "Meine Mutter? Ich erzähl ihnen was von meiner Mutter!" "Nichts ist schlimmer als eine Stelle zu haben, die Du niemals kratzen kannst." "Wach auf. Zeit zu sterben." TYRELL: "Milch und Kekse haben Dich wachgehalten, was?" "Das Licht, das am hellsten leuchtet, brennt nur halb so lang. Und Du hast für kurze Zeit so hell geleuchtet, Roy." SEBASTIAN:"Ich mache Freunde. Ich meine, ich stelle sie her. Meine Freunde sind Spielzeug. Ich bin genetischer Designer." PRIS: "Ich bin so eine Art Waise." "Ich denke, Sebastian, also bin ich!" "Wir werden alle sterben. Weil wir dumm sind." TAFFY: "Der Mann ist trocken, Louie. Gib ihm einen." GAFF: "Sie haben einen Männer-Job gemacht, Deckard." "Bryant." "Zu schade daß sie nicht leben wird! Aber wer tut das schon?" Personenprofil: Philip K. Dick Philip K. Dick, 1928 in Chicago geboren, verbrachte sein ganzes Leben in Kalifornien. Er besuchte die Universität von Berkeley. Sein größtes Interesse neben der Schriftstellerei galt der Musik: Er hatte einen eigenen Plattenladen und unterhielt ein Programm mit klassischer Musik auf einem lokalen Radiosender in San Francisco. Er gewann den `Hugo Award` für seinen Roman "The Man in the High Castle" (1962), eine Utopie, die sich damit beschäftigt, wie die Welt aussehen würde, wenn die Nazis den zweiten Weltkrieg gewonnen hätten. Dieser Roman wird gerade als TV-Film gedreht uns soll Anfang 1995 ausgestrahlt werden. Dick war fünfmal verheiratet und hatte drei Kinder. Er starb im März 1982, paradoxerweise nur kurze Zeit bevor "Blade Runner" in die Kinos kam, der Film, der auf seinem Roman "Do Androids Dream of Electric Sheep" basierte. Insgesamt verfasste er über 20 Romane und 10 Bände mit Kurzgeschichten. Die Science Fiction war sein bevorzugtes Betätigungsfeld. Personenprofil: Ridley Scott Ridley Scott wurde 1939 in South Fields/Northumberland, England, geboren. Er begann seine Karriere als Regisseur schon früh und war auch als Produzent tätig. Er führte Regie bei folgenden Filmen: - "The Duellists" (1977) - "Alien" (1979) (Alien - Das unheimliche Wesen aus einer anderen Welt) - "Blade Runner" (1982) - "Legend" (1985) - "Someone to Watch over Me" (1987) (Der Mann im Hintergrund) - "Thelma & Louise" (1991) un - "1492 - Conquest of Paradise" (1992) (1492 - Die Eroberung des Paradie- ses). Bei Blade Runner und Thelma & Louise war er auch als Produzent tätig. Für Thelma & Louise wurde er außerdem 1991 als Regisseur für einen Oscar nominiert. Dieses Textfile darf weitergegeben, kopiert und veröffentlicht werden, solange der Name des Autors erwähnt wird. Veränderungen und Nachfolgeversionen bezüglich diesen Textes sind nur dem Autor selbst gestattet. Wenden Sie sich deshalb mit Verbesserungsvorschlägen an den Autor. Dort erhalten Sie auch digitalisierte Filmszenen, gesamplete Dialoge und Soundtrackauszüge aus dem Film im MOD-Format. Mit freundlichen Grüßen, >AXEL MELZENER Tel. +49 (0)212-815453< >Kottermühlenstr.6 Email: Mentric@Stargate.Aworld.de< >42655 Solingen Email: Mentric@i486.gondor.sub.org< Version 0.9 vom 1. November 1994