P O S I T I O N =============== Diese Funktion befindet sich im Funktionen-Menü und kann auch direkt mit "Amiga-P" aufgerufen werden. Sie dient dazu, alle STARLIGHT verfügbaren Informationen über ein Objekt aufzulisten. Die Informationen beziehen sich auf den aktuellen Ort und den aktuellen Zeitpunkt. Die wichtigste Informa- tion über ein Objekt ist dabei seine Position am Himmel, die von STARLIGHT mit ziemlich großer Genauigkeit berechnet wird. Nach dem Aufruf der Funktion erscheint zunächst ein Window, mit dessen Hil- fe das gewünschte Objekt gewählt wird. Durch Anclicken des Rechtecks rechts unten ("Abbruch") kann die Funktion abgebrochen und zum Hauptscreen zurück- gekehrt werden. Die Objekte, die zur Auswahl anstehen, sind die Sonne, die Planeten, der Mond und alle in STARLIGHT gespeicherten Fixsterne. Die Aus- wahl geschieht einfach durch Anclicken des entsprechenden Rechtecks. Wenn man "Fixstern" gewählt hat, wird zur speziellen Sternauswahl-Routine ver- zweigt, ansonsten wird direkt die Berechnung der Objekt-Daten gestartet. Im folgenden wird nun zunächst die Sternauswahl-Routine beschrieben, da diese auch von anderen Programmteilen aufgerufen wird. Es erscheint zu- nächst ein Window, das einem 2 Möglichkeiten der Stern-Bestimmung bietet. Entscheidet man sich für die erste Möglichkeit, muß man den Namen des ge- suchten Sterns direkt über die Tastatur eingeben. Es erscheint dabei eine Liste mit den Tastaturbelegungen der griechischen Buchstaben. Dieses Alpha- bet wird bei der Benennung von Sternen verwendet. Falls der gesuchte Stern einen speziellen Namen hat (z.B. "Wega"), kann man diesen eingeben. Anson- sten muß der Katalogname des Sterns benutzt werden; dieser besteht meist aus einem griechischen Buchstaben und der Abkürzung des Sternbilds, in dem der Stern steht. Beispiele für korrekte Eingaben: ALT-O Cen (= Alpha im Centauren) oder ALT-Y Cet (= Tau im Walfisch). Nach der Eingabe wird die STARLIGHT-Sternliste nach dem eingegebenen Namen durchsucht. Dies wird durch das Einblenden von 2 kleinen grauen Zahlen angezeigt. Links steht dabei die Anzahl der schon durchsuchten Sterne, rechts die Gesamtzahl der Sterne. Wenn der Sternname gefunden wurde, ist die Routine beendet, anson- sten erscheint eine Fehlermeldung und die Eingabe ist zu wiederholen. Die zweite Variante der Sternauswahl kann komplett über die Maus gesteuert werden. Sie ist zwar komfortabler, aber etwas umständlicher als die erste Variante. Zunächst erscheint ein Window mit den Namen aller 88 Sternbilder. Durch Mausclick wird dasjenige ausgewählt, in dem der gesuchte Stern steht. Anschließend erscheint ein Window mit allen bekannten Sternen dieses Stern- bilds. Bei allen Sternen ist dabei der Katalogname angegeben, allerdings ohne die Sternbildabkürzung; diese ist hier ja überflüssig, da alle aufge- listeten Sterne zum gleichen Sternbild gehören. Bei Sternen mit speziellen Namen ist auch dieser Name vermerkt. Durch Mausclick kann jetzt der gesuch- te Stern ausgewählt werden. Bei allen 3 Windows, die mit der Sternauswahl zusammenhängen, kann durch Anclicken des Close-Gadgets die Routine abgebrochen werden. Es wird dann zur aufrufenden Funktion zurückgekehrt. Nachdem nun das gewünschte Objekt bestimmt wurde, werden nach wenigen Se- kunden alle vorhandenen Informationen über dieses Objekt gezeigt. Rechts oben stehen alle Orts- und Zeitinformationen, die der Berechnung zugrunde liegen. Direkt unter der Überschrift ist die Höhe des Objektes über dem Horizont angegeben. Steht das Objekt unter dem Horizont, ist es also un- sichtbar, dann ist die Höhe negativ angegeben. Ein Wert von -90 Grad bedeu- tet dabei, daß das Objekt im Nadir (tiefstmöglicher Punkt) steht. Ist das Objekt sichtbar, steht es also über dem Horizont, dann sind 2 Höhen ange- geben: eine reale und eine theoretische. Durch 2 physikalische Einflüsse steht ein Objekt nicht genau dort, wo wir es als Beobachter auf der Erde sehen: Refraktion (Brechung des Lichts durch die Atmosphäre) und Parallaxe (Differenz zwischen Beobachtung vom Erdmittelpunkt aus, auf den die theore- tischen Berechnungen bezogen sind, und vom tatsächlichen Beobachtungsort aus). In die reale Höhe fließen Refraktion und Parallaxe ein, in die theo- retische Höhe nicht. Die reale Höhe in der Nähe des Horizonts kann nur grob geschätzt werden, da die Refraktion durch unterschiedliche Bedingungen in der Atmosphäre stark schwankt (zwischen ca. 0.2 und 1.7 Grad). In STARLIGHT wird der Standardwert von 0.57 Grad benutzt. Die Werte der Höhe werden im Intervall 0 bis 90 Grad angegeben. 0 Grad heißt, daß ein Objekt genau am Horizont steht, 90 Grad steht für den Zenit (höchstmöglicher Punkt, senk- recht über dem Beobachter). Die nächste Angabe ist das Azimut des Objekts, also seine Position in bezug auf die Himmelsrichtungen. In Klammern steht hinter dem Zahlenwert noch eine verbale Angabe, z.B. "8 Grad vor Ost", um die Orientierung zu erleich- tern. Nach diesen Angaben zur Position des Objekts folgen darunter noch weitere zusätzliche Informationen. Die Deklination bestimmt, wie weit ein Objekt vom Himmelsäquator entfernt ist. Wenn ein Objekt genau im Himmelsäquator steht, dann geht es für jeden Punkt der Erde (außer den Polen) im Osten auf und nach 12 Stunden im Westen unter. Eine nördliche (= positive) Deklina- tion bedeutet, daß ein Objekt von uns aus gesehen länger als 12 Stunden über dem Horizont steht und nördlich dem Ost- bzw. Westpunkt auf- bzw. un- tergeht. Ein Beispiel dafür ist der Lauf der Sonne im Sommer. Eine südliche (= negative) Deklination bedeutet für uns eine Sichtbarkeit von weniger als 12 Stunden und ein Auf- und Untergehen des Objekts südlich des Ost- bzw. Westpunktes (z.B. Sonne im Winter). Je größer der Betrag der Deklination ist, desto extremer werden diese Effekte. Auf der Südhalbkugel äußern sich nördliche bzw. südliche Deklinationen genau umgekehrt. Die Sonne erreicht Deklinationen von ca. 23.4 Grad (21. Juni) bzw. -23.4 Grad (21. Dezember). Die nächste Angabe ist die Rektaszension. Diese wird im Intervall 0 bis 24 Uhr angegeben und sagt aus, in welcher Himmelsrichtung ein Objekt zu suchen ist. Dabei ist nicht die aktuelle Himmelsrichtung (= Azimut) gemeint, son- dern die Richtung in Bezug auf den Frühlingspunkt, einen gedachten Punkt zwischen den Sternen. Die Sonne wandert im Laufe eines Jahres einmal durch die Fixsterne (auf einer Linie namens Ekliptik), jeder Stern überholt dabei einmal die Sonne. Da ein Fixstern in dieser Zeit seine Rektaszension prak- tisch nicht ändert, durchläuft die Sonne alle Rektaszensionen von 0 bis 24 Uhr im Laufe eines Jahres. Der Frühlingspunkt (Rektaszension 0:00 Uhr) wird dabei ca. am 20. März passiert. Der Sommerpunkt entspricht 6:00 Uhr, der Herbstpunkt (23. September) 12:00 Uhr und der Winterpunkt 18:00 Uhr. Für die Sonne, den Mond und die Planeten gilt dabei, daß die nördlichste Dekli- nation (längste Sichtbarkeit bei uns) bei ca. 6 Uhr Rektaszension und die südlichste Deklination (kürzeste Sichtbarkeit) bei ca. 18 Uhr RA erreicht wird. Beim Mond und den inneren Planeten Merkur und Venus folgt als nächstes die Angabe der Phase. Diese gibt an, wieviel von dem Objekt gerade von der Son- ne beleuchtet ist. Die Angabe "25% (zunehmend)" bedeutet also, daß das Ob- jekt zu einem Viertel beleuchtet ist und dieser Wert im Ansteigen begriffen ist. Bei den äußeren Planeten Mars bis Pluto wird an dieser Stelle nur die Prozentzahl der beleuchteten Fläche des Objekts angegeben, da diese Plane- ten keine kompletten Phasen zeigen. Bei allen Objekten außer Sonne und Mond folgen danach eine oder mehrere An- gaben zur Helligkeit des Objekts. Damit ist die Helligkeit gemeint, die ein Beobachter auf der Erde registriert. Die Helligkeit eines Objekts wird lo- garithmisch angegeben. Eine Helligkeit von 5.5 bedeutet, daß das Objekt ge- rade noch mit guten Augen gesehen werden kann. Ein heller Stern hat eine Helligkeit von 0 oder 1, noch hellere Objekte wie Planeten weisen sogar negative Werte auf. Je kleiner der Wert, desto heller erscheint also das Objekt. Bei veränderlichen und Mehrfachsternen wird zusätzlich noch die aktuelle bzw. die Gesamthelligkeit angegeben. Die Helligkeit der meisten veränderlichen Sterne kann nur für einige Jahrzehnte bis Jahrhunderte in die Vergangenheit bzw. Zukunft extrapoliert werden. Ist in STARLIGHT ein außerhalb des jeweiligen Bereichs liegendes Jahr eingestellt, dann er- scheint die Angabe "???" bei der aktuellen Helligkeit. Die Helligkeitsanga- ben für die Planeten sind relativ ungenau. Besonders beim Merkur können die angegebenen Werte erheblich von den tatsächlichen Werten abweichen. Leider habe ich nirgends eine Formel gefunden, um die Planetenhelligkeiten genau berechnen zu können. Vielleicht kann mir ja jemand, der sich auf diesem Ge- biet auskennt, weiterhelfen. Als nächste Angabe wird etwas über die Entfernung des Objekts ausgesagt. Bei den Planeten werden die Entfernungen zur Erde und zur Sonne berechnet, bei den anderen Objekten die Entfernung zur Erde. Bei Sternen wird die Ent- fernung in Lichtjahren berechnet, bei der Sonne und den Planeten in km und AE (Astronomische Einheit = 149.6 Mio. km) und beim Mond in km und Erdra- dien (= 6379 km). Bei allen Objekten außer Fixsternen folgt danach noch eine Angabe zum Durchmesser des Objekts. Der Durchmesser bezieht sich darauf, wie groß das Objekt von der Erde aus gesehen erscheint. Es handelt sich dabei um den Äquatordurchmesser des Objekts. Bei Sonne und Mond ist diese Angabe in Winkelminuten angegeben, bei den Planeten in Winkelsekunden. Ist das Objekt ein Fixstern, wird jetzt noch die Spektralklasse des Sterns angegeben, bei Mehrfachsternen die Spektralklassen aller Komponenten des Sterns. Die Spektralklasse sagt etwas über Temperatur und Farbe eines Sterns aus. O-, A- und B-Sterne sind heiß und bläulich oder weiß. F- und G-Sterne sind gelblich, K- und M-Sterne orange bis rot und relativ kühl. Die Zahl hinter dem Spektralklassen-Buchstaben legt die Spektralklasse ge- nauer fest: G0 ist z.B. nahe an der F-Klasse, G9 nahe an der K-Klasse. Un- sere Sonne ist übrigens ein G2-Stern. Bei manchen Fixsternen sind zum Schluß noch einige Bemerkungen angegeben, z.B. über den gegenseitigen Ab- stand der Komponenten bei Mehrfachsternen. Dieser Abstand bezieht sich auf die Jahre 1990 bis 2010. Die Angabe "6-10''" meint also, daß im Zeitraum 1990 bis 2010 der Abstand der betreffenden Sterne zwischen 6 und 10 Winkel- sekunden liegt. Das Position-Window wird durch Anclicken des "Weiter"-Rechtecks am unteren Bildrand geschlossen. STARLIGHT kehrt dann zum Hauptscreen zurück.