PCOPY ===== Pcopy wurde programmiert, um große Mengen unterschiedlicher Kopien zu erzeugen, ohne daß zwischen den Kopien Wartezeiten entstehen. Pcopy stellt dazu das aktuelle Geschehen übersichtlich dar und kann die geschriebenen Daten auf Schreibfehler überprüfen. Es wird keine exakte Kopie erzeugt. Sowohl das Datum der letzten Änderung als auch das Formatierdatum der Diskette werden auf die aktuellen Werte gesetzt. Ist außerdem BMFLAG auf -1 gesetzt, wird es auf +1 geändert, ansonsten bleibt es unverändert. Dies sind die gleichen Veränderungen, die auch der Diskcopy-Befehl des AmigaDOS verursacht. Obwohl Pcopy eine Menge an Informationen anzeigt, ist es doch ein ziemlich unsicheres Kopierverfahren, und sein Anwendungs- gebiet liegt im Produktionsbereich. --------------------------------------------------------------------------- START ===== Pcopy kann sowohl vom CLI aus als auch von der Workbench aus aufgerufen werden. Das Programm funktioniert erst mit mehr als einem Laufwerk. Die Laufwerksauswahl geschieht durch Anklicken mehrerer Schalter in einem Fenster. Nach Festlegen des Quell- und Ziellaufwerkes kann man durch Anklicken von "DONE" fortfahren. Wurden mehr oder weniger als zwei Lauf- werke ausgewählt, weigert sich das Programm fortzufahren. Andernfalls stellt Pcopy jetzt fest, ob und welche Disketten in den angegebenen Laufwerken vorhanden sind. Sind die ausgewählten Laufwerke angeschlossen, schaltet Pcopy das DOS ab und übernimmt die Kontrolle über die angegebenen Laufwerke (wie Diskcopy). --------------------------------------------------------------------------- FENSTER ======= Es gibt zwei kleine Fenster (bezeichnet mit: "Now in DFx:"), die zu jedem Zeitpunkt den Inhalt der Laufwerke anzeigen. Leere Fenster bedeuten leere Laufwerke. Normalerweise erscheinen in den Fenstern die Namen der Disketten. Hat eine Diskette keinen Namen, erscheint eine Einstufung. Alle Texte, die nicht den Diskettennamen angeben, werden in anderer Farbe dargestellt. Im Fenster mit der Bezeichnung "Copy History" erscheinen die Namen aller erfolgreich kopierten Disketten. Außerdem existiert noch ein Fenster mit einer Art Skala. Obwohl dessen Vorder-/Hintergrundschalter während des Kopiervorganges nicht sichtbar sind, sind sie dennoch vorhanden und funktionsfähig. Außerdem existiert eine Art Schalttafel mit mehreren Schaltern darin. --------------------------------------------------------------------------- SCHALTER ======== Verify ON/OFF Nach dem Beschreiben wird der Inhalt der Zieldiskette mit dem der Quelldiskette verglichen. Während des Kopierens kann dieser Schalter von EIN auf AUS gestellt werden und umgekehrt. DFx: --> DFy: Gibt an, welches Laufwerk Quelle und welches Laufwerk Ziel ist. Die Wahl wird durch eine andere farbliche Darstellung des Ziellaufwerkes dargestellt. Auto Start ON/OFF In der Stellung "AUS" (OFF) beginnt das Programm mit dem Kopieren, sobald "Start Copy" angeklickt wird. In der Stellung "EIN" (ON) beginnt das Programm zu kopieren, sobald es feststellt, daß die zweite Diskette einge- legt wurde. Einige Parameter können zusätzlich dazu angegeben werden. Start Copy Zum manuellen Start des Kopierprozesses. Das Kommando wird erst ausgeführt, sobald es physikalisch möglich ist zu kopieren (zwei Disketten in ihren Laufwerken). Ein zweiter Klick vor dem Start hebt den Startbefehl auf . --------------------------------------------------------------------------- AUTO START ========== Non DOS ON/OFF Unreadable ON/OFF Beide Schalter bestimmen die Auto-Start-Bedingungen. Beide Schalter zusammen besitzen vier mögliche Schaltkombinationen, wenn auch nur drei logische Kombinationen angenommen werden. Die vierte Kombination habe ich dann doch sein gelassen. Die möglichen Kombinationen sind: 1) In jedem Falle starten. 2) Zieldiskette darf eine Nicht-DOS-Diskette sein. 3) Zieldiskette muß unlesbar sein. 1) In jedem Falle starten. Ist die Diskette nicht schreibgeschützt, wird sie einfach überschrieben. Diese Einstellung beinhaltet mehrere Gefahren und wird durch ein Aus- rufungszeichen dargestellt. Soll eine DOS-Diskette überschrieben werden, blitzt der Bildschirm auf und der Kopierprozeß wird erst nach einer Wartezeit von zwei Sekunden gestartet. Solange Du nicht eine Menge alter Disketten loswerden möchtest, empfehle ich ausdrücklich, diese Einstel- lung NICHT zu gebrauchen. In diesem Falle solltest Du den manuellen Start vorziehen (eigene Erfahrung!). Die Schalterstellung: Non DOS OFF, Unreadable OFF. 2) Zieldiskette darf eine Nicht-DOS-Diskette sein. Während das Programm nach dem Diskettennamen suchte, wurde kein Indiz dafür gefunden, daß es sich um eine DOS-Diskette handelt. Disketten, die möglicherweise bereits von anderen Computern formatiert wurden, werden überschrieben. Die Schalterstellung: Non DOS ON, Unreadable OFF. 3) Zieldiskette muß unlesbar sein. Der Kopiervorgang wird nur dann begonnen, wenn keine Anzeichen einer Formatierung zu finden sind. Diese Einstellung ist allerdings längst nicht bei allen Computern narrensicher. MS-DOS, MSX, Archimedes und Atari-Formate werden entdeckt, während das Macintosh-Format NICHT erkannt wird. Während der Testphase standen mir nicht mehr Formate zur Verfügung. Diese Einstellung ist bei mir die Normaleinstellung, da zum Vertrieb normalerweise ungebrauchte Disketten verwendet werden. Die Schalterstellung: Non DOS (ON/OFF, egal), Unreadable ON. --------------------------------------------------------------------------- ABFRAGEN ======== Bei Unterbrechung des Kopiervorganges erscheint ein Abfragefenster. Wählt man nun "Abort", bricht man den Kopiervorgang ab. Bei Anwahl von "Retry" geschieht folgendes: Source read error # xx On cylinder # yy "Retry" versucht noch einmal, die Daten zu lesen. Destination write error # xx On cylinder # yy "Retry" versucht noch einmal, die Daten zu schreiben. Destination read error # xx (Verify) On cylinder # yy "Retry" schreibt die Daten noch einmal. Destination verify error on cyl # yy "Retry" schreibt die gesamte Spur noch einmal. Pcopy weigert sich, nach Entfernen einer Diskette fortzufahren. Deshalb ist es nicht sehr sinnvoll, nach der Entdeckung, daß die Zieldiskette schreib- geschützt ist, den "Retry"-Schalter zu betätigen. Die Fehlernummern stammen vom trackdisk.device. Dabei handelt es sich um: 20-27 data error (Retry) 28 write protected (Abort) 29 disk change or absent (Abort) 30 seek error (Retry) 31 short of memory (Retry, Multitasking überprüfen) 32-35 pcopy fault (Abort, Quit, Neubooten?) (Details: KRM Libraries and Devices, Seite 271) --------------------------------------------------------------------------- EINSTUFUNG ========== Unreadable: Beim Versuch, Sektor 0 zu lesen, wurde kein Header gefunden. Non DOS: Beim Lesen von Sektor 0 wurde ein Header gefunden. Der Sektor selbst war jedoch unlesbar oder nicht im AmigaDOS-Format. ("DOS\0" oder "KICK"). Near DOS: Format und Datenblock in Sektor 0 entsprechen AmigaDOS, aber das ist auch schon alles. --------------------------------------------------------------------------- ARBEITSWEISE ============ Pcopy ist genauso schnell wie der Diskcopy-Befehl, zumindest solange Verify ausgeschaltet ist. Zum Kopieren einer Spur muß eine Diskette 7 Umdrehungen durchführen. Mit Verify werden 4 weitere Umdrehungen benötigt. Pcopy benötigt ohne Verify 1:33 Minuten und mit 2:27 Minuten zum Kopieren einer Diskette. Das läßt sich wahrscheinlich noch auf 5 bzw. 7 Umdrehungen und 1:06 bzw. 1:33 Minuten herunterdrücken, aber erst in einer späteren Version mit eigenem Diskettentreiber. Im Moment ist Pcopy sauber programmiert, also ohne Tricks, nur reguläre Systemaufrufe. --------------------------------------------------------------------------- DIE BENUTZUNG VON VERIFY ======================== Einer der Beweggründe für die Programmierung von Pcopy war das Fehlen einer Verify-Funktion beim Diskcopy-Befehl. Wenn Du eine Sicherheitskopie Deiner Arbeitsdiskette machst, ist Verify nicht wichtig (*** Der macht mir Spaß, der Junge!!! Eben ist mir diese Disk zum dritten Mal abgeritten!!! -Der Übersetzer- ***). Bei einem eventuellen Fehler ist die Wahrscheinlichkeit, daß er auf einem beschriebenen Sektor auftritt, minimal. Und außerdem gibt es eine Menge Möglichkeiten, eine Diskette zu retten. Das ist bei einer PD-Diskette anders. Taucht hier ein Fehler auf, ist es schwierig oder unmöglich, die Diskette zu reparieren (*** Hier kann ich dem guten Programmierer nicht ganz folgen... -Der Übersetzer- ***). Sei also vorsichtig, was Du kopierst, und besonders bei PD-DSoftware. Vier Kopien weiter kann jemand schon große Schwierigkeiten haben, weil er eine defekte Diskette erhalten hat. Wie die Disketten haben auch die damit verbreiteten Schreib-/Lesefehler Schneeballeffekt. Also immer schön mit Verify kopieren! Ein Beispiel: Ich habe alle Fish-Disketten. Das Programm CRC auf Fish 133 entdeckte auf diesen Disketten insgesamt um die 300 Fehler! Der Weg der Disketten zu mir war also ziemlich steinig (und ohne Verify). --------------------------------------------------------------------------- Ich liebe Post. Vorschläge und Kritiken also bitte an: Dirk Reisig Woudweeren 10 1151 AV Broek in Waterland Netherland (or Holland)