Sicherungen auf SCSI-Streamer ============================= Ergänzung zum Diavolo Backup-Handbuch 1. Einleitung ------------- Ein Sicherungsprogramm wird erst dann richtig sinnvoll, wenn man auf ein ausreichend großes Medium sichern kann. In letzter Zeit sind Tape-Streamer immer preisgünstiger und leistungsfähiger geworden, was letztlich auch einen höheren Anspruch an die verwendete Software stellt. Die Streamerunterstützung von Diavolo Backup wurde für diese Version komplett neu entwickelt, um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen. Vor allem die Anpassungsfähigkeit zeichnet Diavolo Backup gegen andere Programme aus, und nicht zuletzt die Geschwindigkeit. Diese Anleitung geht zunächst schrittweise alle nötigen Einstellungen durch, ohne sich mit Details aufzuhalten. Experten finden weiter unten eine ausführliche Beschreibung aller Einstellungen. 2. Konfiguration des Streamers ------------------------------ Der erste Schritt ist - wie immer - die Konfiguration. So lange Sie Ihren Streamer nicht wechseln, müssen Sie diese Konfiguration nur ein einziges Mal vornehmen. Nachdem Sie Diavolo Backup gestartet haben, wählen Sie bitte aus dem Menü "SCSI Unterstützung" ("SCSI Support") den Menüpunkt "SCSI Einstellungen" ("SCSI Settings") aus. Es öffnet sich ein neues Fenster, das alle einstellbaren Punkte für den Streamersupport enthält. Die meisten dieser Schalter stellt Diavolo automatisch ein. Sie müssen nur die folgenden Schritte selbst ausführen: - Im Eingabefeld "Gerätetreiber" ("Device name") geben Sie den Namen Ihres SCSI-Treibers ein. Falls Sie diesen nicht wissen, schauen Sie bitte im Handbuch Ihres SCSI-Controllers nach oder rufen Sie beim Hersteller Ihres Controllers an. Hier eine Aufstellung der wichtigsten Controller: o alle Commodore Controller (A3000, A2091 etc): scsi.device o GVP Controller: gvpscsi.device o bsc ALF 2/3: ALF.device o bsc Oktagon: oktagon.device o Masoboshi: MASOBOSHI.device o Fastlane Z3: Beachten Sie bitte genau die Groß- und Kleinschreibung. - Im Eingabefeld Unit geben Sie die SCSI-Nummer an, die Sie Ihrem Streamer gegeben haben. In der Regel ist das eine Zahl zwischen 0 und 6. Wenn Sie nicht wissen, welche Nummer Ihr Streamer hat, probieren Sie am besten der Reihe nach alle aus. Wenn Sie Devicename und Unitnummer richtig angegeben haben, werden im rechten Feld die Daten Ihres Streamers angezeigt. Wenn bei "Gerätetyp" ("Device type") "Bandlaufwerk" ("Streamer tape") steht, haben Sie Ihren Streamer gefunden. - Der Knopf "Abfrage" ("Inquiry") fragt nochmals die Daten des eingestellten Geräts ab. Falls rechts nicht die korrekten Daten angezeigt werden, können Sie diesen Knopf nochmals versuchen. - Diavolo braucht nun einige Informationen über die Fähigkeiten Ihres Streamers. Diese findet das Programm selbsttätig heraus. Einzige Voraussetzung ist ein beliebiges zum Streamer passendes Band. Beachten Sie, daß sämtliche auf dem Band vorhandenen Daten zerstört werden! Legen Sie dieses Band in Ihr Laufwerk ein und drücken Sie anschließend auf "Fähigkeiten testen" ("Check Capabilities"). Diavolo wird - nachdem Sie den Warnrequester bestätigt haben - eine Reihe von Tests mit Ihrem Streamer durchführen. Je nach Modell kann das mehr oder weniger lange dauern. Wenn Diavolo fertig ist, sind alle Einstellungen optimal auf Ihren Streamer angepaßt, im Regelfall brauchen Sie nichts mehr zu tun. Sollten Sie näheres über die diversen Optionen wissen wollen, schauen Sie bitte im Kapitel "SCSI Einstellungen im Detail" weiter unten in diesem Text nach. Das war's schon. Drücken Sie jetzt auf "Ok" und speichern Sie anschließend die neuen Einstellungen ab (Rechte Amigatase + S). Diavolo ist nun schon fast bereit für die erste Sicherung. Hier noch eine Auflistung der Einstellungen der restlichen Menüs, die sich als optimal für den Streamerbetrieb herauskristallisiert haben. Details über diese Punkte finden Sie im gedruckten Diavolo-Handbuch. - Packer (Sicherungs Optionen): Da Streamer i.d.R. sehr schnell sind, ist es nicht sinnvoll einen Packer zu verwenden, da dadurch die Sicherung nur gebremst würde. Stellen Sie also Packer auf "Keine Kompression" ("No Compression"). - Puffer Größe ("Buffer size") (Globale Optionen): Dieser Puffer wird verwendet, um Daten zwischenzupuffern, die schon von der Platte gelesen, aber noch nicht auf das Band geschrieben wurden. Je größer dieser Puffer eingestellt wird, desto "glatter" und damit schneller läuft die Sicherung. Im Idealfall stellen Sie den gesamten verfügbaren Speicher ein. - Task Prioritäten (Globale Optionen) Bei langsamen Sicherungsmedien (wie Disketten oder sehr langsamen Streamern) ist es empfehlenswert, die "Priorität des Disk Schreib-/Lesetasks" ("Priority of disk read/write task") auf 1 zu stellen. Bei schnellen Streamern ist es besser, hierfür 0 einzugeben. Alle anderen Werte lassen Sie auf 0. Weitere Details zum Optimieren der Geschwindigkeit finden Sie im Kapitel 10 "Optimierung". Lesen Sie dort nach, wenn Sie mit der Geschwindigkeit von Diavolo nicht zufrieden sind. 3. Sichern auf Streamer-Tape ---------------------------- Die grundlegenden Schritte sind im Handbuch für die Sicherung auf Disketten bereits beschrieben. Als einzige Abweichung stellen Sie im "Geräteauswahlfenster" als Ziel der Sicherung "Gerät" ("Device") ein. Soll nach Beendigung der Sicherung automatisch sofort ein Vergleich durchgeführt werden, können Sie auch "Prüfen" ("Verify") in der selben Zeile einschalten. Sie können die Sicherung aber auch Prüfen, wenn der Schalter deaktiviert ist. Sie müssen dann nur am Ende der Sicherung einen Knopf betätigen. Wenn Sie die zu sichernden Dateien ausgewählt haben, starten Sie die Sicherung mit dem Knopf "Sicherung starten" ("Start backup"). Sie erhalten das gewohnte Informationsfenster für die Sicherung. Zunächst werden Sie, wie im Handbuch beschrieben, aufgefordert, Paßwort und Namen der Sicherung anzugeben. ANMERKUNG Wenn Sie ein Paßwort angeben, wird die gesamte Sicherung verschlüsselt. Sie können die Daten dann ohne das Paßwort nicht mehr restaurieren. Außerdem wird die Sicherung selbst drastisch verlangsamt, was sich vor allem bei schnellen Streamern sehr störend bemerkbar macht. Geben Sie also ein Paßwort nur dann an, wenn Sie die Sicherung wirklich gegen unbefugten Zugriff schützen wollen. Nach kurzer Zeit werden Sie aufgefordert, ein Band einzulegen (wenn sich bereits ein Band im Laufwerk befindet, entfällt dieser Schritt natürlich). Diavolo versucht nun, das Band zu identifizieren. Sollten Sie schon Sicherungen mit Diavolo auf diesem Band vorgenommen haben, erkennt Diavolo das Band und zeigt Ihnen eine Auflistung aller auf dem Band vorhandenen Sicherungen. Ist dieses Band noch unbeschrieben oder von einem anderen Programm beschrieben worden, so erkennt Diavolo das Band nicht und gibt Ihnen lediglich die Möglichkeit, das gesamte Band zu überschreiben oder ein anderes Band zu wählen. ANMERKUNG Es ist denkbar, daß Diavolo das Band erkennt aber das zugehörige Indexfile auf der Festplatte nicht finden kann. Sie können die Daten dieses Bandes ohne Probleme lesen und restaurieren, jedoch ist es mit dieser Version leider nicht möglich, auf ein solches Band weitere Sicherungen zu speichern. Siehe auch Kapitel 7, "Indexdateien". Der folgende Abschnitt geht davon aus, daß Diavolo das Band kennt und eine Liste aller auf dem Band befindlichen Sicherungen angezeigt wird. Die meisten Streamer lassen es nur zu, daß die neue Sicherung an die bestehenden Sicherungen angehängt wird oder das gesamte Band überschrieben wird. Nur neuere Streamer (speziell DAT Streamer) können das Band auch ab einer beliebigen Sicherung überschreiben. Wie sich Ihr Streamer in diesem Punkt verhält, hat Diavolo bereits beim Test der Fähigkeiten festgestellt (siehe Kapitel 2, "Konfiguration des Streamers"). Je nach den Fähigkeiten Ihres Streamers können Sie also nun entweder völlig frei eine Sicherung auswählen, ab der Diavolo überchreiben soll, oder Sie können nur ALLE Sicherungen überschreiben oder die neue Sicherung anhängen. ** ACHTUNG ** Es werden ALLE Sicherungen zerstört, die blau hervorgehoben sind. Geben Sie also bei der Auswahl gut acht! Haben Sie eingestellt, wo die neue Sicherung hin soll, drücken Sie "Ok" oder die Return-Taste. Möchten Sie lieber auf ein anderes Band sichern, drücken Sie auf "Band wechseln" ("Change tape"). Mit "Ok" startet Diavolo die Sicherung. Wenn die sie abgeschlossen ist, bekommen Sie ein Statistikfenster angezeigt. Sie haben dann die Wahl mit "Vergleichen" die eben geschriebene Sicherung zu prüfen. Alles weitere über die Sicherung lesen Sie bitte im Diavolo- Handbuch nach. 4. Restaurieren oder Vergleichen von einem Streamer Tape -------------------------------------------------------- Auch hier gehen Sie wie im Handbuch beschrieben vor. Nachdem Sie "Sicherungsverz. lesen" ("Read backup directory") gedrückt haben, versucht Diavolo wieder das eingelegte Band zu identifizieren. Sollte Diavolo das Band erkennen, bekommen Sie wieder eine Liste aller auf dem Band vorhandenen Sicherungen angezeigt. Wählen Sie einfach die gewünschte Sicherung aus der Liste aus. Wenn Sie die Daten auf Ihrer Festplatte gelöscht haben, kann es sein, daß Diavolo das Verzeichnis des Bandes nicht auf der Festplatte finden kann. Sie erhalten dann die Fehlermeldung "Fehler beim Lesen der Bandindexdatei. DOS-Fehlermeldung: Objekt nicht gefunden". Wählen Sie dann "Durchsuchen" aus. Diavolo wird nun das Band manuell nach Sicherungen durchsuchen. Sobald eine gefunden wurde, bekommen Sie eine Anzeige über dieses Backup und die Möglichkeit, dieses zu verwenden oder nach dem nächsten zu suchen. ANMERKUNG Diavolo kann die Daten immer vom Band zurückholen, unabhängig davon, ob der Index auf der Festplatte vorliegt oder nicht. Ohne Index dauert das allerdings wesentlich länger. Es ist dann notwendig, den Streamer ans ENDE der Sicherung zu fahren, was bei einigen Streamern so lange wie die Sicherung selbst dauert. Haben Sie also Geduld! Diavolo positioniert nun das Band, um die Verzeichnisdaten Ihrer Sicherung zu lesen. Das kann bei einigen Streamern sehr lange dauern. Bei DAT Streamern oder wenn es sich um die erste Sicherung auf dem Band handelt, ist das in wenigen Sekunden passiert. Wenn die Verzeichnisdaten eingelesen sind, können Sie, wie im Handbuch beschrieben, die Dateien auswählen, die Sie restaurieren oder vergleichen wollen. Soll die gesamte Sicherung restauriert bzw. verglichen werden, drücken Sie einfach auf "Restaurieren starten" ("Start Restore") bzw. "Vergleichen starten" ("Start Compare"). 5. Sicherung auf mehrere Bänder ------------------------------- Diavolo Backup unterstützt ab dieser Version mehrere Bänder pro Sicherung. Wenn ein Band vollgeschrieben ist, wird es automatisch zurückgespult und - sofern möglich - automatisch ausgeworfen. Sie werden dann aufgefordert, ein neues Band einzulegen. Bei diesem können Sie - wie oben beschrieben - wieder auswählen, ab welcher Stelle das Backup geschrieben werden soll. Bitte achten Sie darauf, daß dieses Band noch Platz für weitere Daten enthält. Dieser Vorgang wiederholt sich ggf. mehrmals, bis die Sicherung komplett abgeschlossen ist. Beim Restaurieren oder Vergleichen müssen Sie zunächst das erste Band der Sicherung einlegen und wie in Kapitel 4 beschrieben vorgehen. Wenn es nötig ist, wird Sie Diavolo auffordern, ein bestimmtes Band einzulegen. Sollte kein Index mehr für Ihre Sicherung existieren, gehen Sie ebenfalls wie oben beschrieben vor. Legen Sie bei der entsprechenden Aufforderung das *LETZTE* Band der Sicherung ein. Diavolo kann dann von diesem Band die Verzeichnisdaten und Banddaten lesen. ANMERKUNG Wegen der technischen Probleme vieler Streamer mit einer sauberen Bandendeerkennung, sollten Sie *AUF ALLE FÄLLE* eine Sicherung, die über mehrere Bänder geht, einmal komplett vergleichen lassen. Sollte es beim Bandwechsel Probleme geben, so lesen Sie bitte die entsprechenden Hinweise im Text "Probleme & Lösungen". 6. Das Menü "SCSI Unterstützung" ("SCSI Support") ------------------------------------------------- 6.1 "SCSI Einstellungen" ("SCSI settings") Dieser Menüpunkt öffnet das Einstellungsfenster für die SCSI-Optionen. Eine Beschreibung dieses Fensters finden Sie in Kapitel 8. 6.2 "Band zurückspulen" ("Rewind tape") Macht genau das, spult also das Band zurück. 6.3 "Band spannen (retension)" ("Retense tape") Durch häufiges Spulen können sich die Windungen des Bandes lockern, was u.U. zu Problemen führen kann. Um das Band wieder komplett zu spannen, können Sie diese Funktion verwenden. Bei modernen Streamern ist das i.d.R. nicht notwendig. 6.4 "Band auswerfen" ("Eject tape") Wenn Ihr Streamer einen Software-gesteurten Bandauswurf unterstützt, können Sie mit dieser Funktion Ihr Band auswerfen. Vorher wird das Band auf alle Fälle zurückgespult. 6.5 "Band löschen" ("Erase tape") Das gesamte Band wird gelöscht. Sie haben die Wahl, ob das Band komplett physikalisch gelöscht werden soll ("Vollständig"), oder ob die Daten nur für den Streamer unerreichbar gemacht werden sollen ("Schnell"). Einige Streamer machen zwischen diesen beiden Methoden keinen Unterschied. ANMERKUNG Sollte Ihr Band in mehrere Partitionen aufgeteilt sein, so gibt Ihnen Diavolo die Wahl, jede Partition einzeln zu löschen oder das Band mit einer einzigen Partition neu zu formatieren. Letzteres empfiehlt sich, wenn Sie das Band mit Diavolo verwenden wollen. 6.6 "Band durchsuchen" ("Scan tape") Diese Funktion stellt den Bandindex wieder her. Das ist notwendig, wenn Sie weitere Sicherungen auf ein Band schreiben wollen, für das kein Index mehr existiert. Außerdem ist das Restaurieren wesentlich schneller, wenn ein Index vorhanden ist. Siehe Kapitel 7, "Die Indexdateien". ANMERKUNG Diese Funktion ist in Diavolo 1.17 leider noch nicht integriert. Jetzt wissen Sie alles, was zum Sichern, Restaurieren und Vergleichen mit Streamerbändern wichtig ist. Ab hier kommen noch einige Detailinformationen, die Ihnen unter Umständen das Leben erleichtern können. 7. Die Indexdateien ------------------- Diavolo legt für jedes Band ein eigenes Verzeichnis auf Ihrer Festplatte an, in dem die Dateilisten jeder Sicherung und eine Liste aller Sicherungen des Bandes gespeichert werden. Diese Dateien benützt Diavolo, um sehr schnell an die benötigten Informationen zu gelangen. Da die meisten Streamer relativ langsam im Zugriff auf bestimmte Stellen sind, hilft das sehr beim Umgang mit Ihren Bändern. Natürlich kann Diavolo auch jede Sicherung restaurieren, für die kein Index mehr existiert (siehe Kapitel 4, "Restaurieren und Vergleich von Sicherungen"). Es ist trotzdem keine schlechte Idee, die Indexverzeichnisse zusätzlich auf Disketten zu kopieren, um bei einer evtl. nötigen Restaurierung Zeit zu sparen. Sie können z.B. Diavolo verwenden, um die Indexe auf Disketten zu sichern. Die Bandverzeichnisse befinden sich alle in dem Unterverzeichnis, das bei den "SCSI Einstellungen" eingestellt wurde (siehe das Kapitel 8, "SCSI Einstellungen"). In der Regel heißt das "Tape Catalogs" und ist im selben Verzeichnis wie Diavolo selbst zu finden. 8. SCSI Einstellungen --------------------- In diesem Kapitel werden alle Optionen im SCSI-Einstellungsmenü detailiert beschrieben. 8.1 "Gerätetreiber" ("Device name") Hier stellen Sie den Devicenamen Ihres Controllers ein. Siehe Kapitel 2. 8.2 "Gerätenummer" ("Unit") Hier stellen Sie die SCSI-Unitnummer Ihres Streamers ein. Siehe Kapitel 2. 8.3 "Abfrage" ("Inquiry") Holt sich alle Informationen über das eingestellte Gerät. Diese Informationen werden im rechten Kasten angezeigt. Wird unter dem eingegebenen Device/Unitnummer kein Gerät gefunden, werden stattdessen nur Striche angezeigt. Wird im "Unit" Eingabefeld Return gedrückt, wird automatisch eine Abfrage durchgeführt. 8.4 "Fähigkeiten testen" ("Check capabilities") Läßt ein automatisches Prüfprogramm ablaufen, das alle Fähigkeiten des Streamers auslotet. Sie sollten diesen Knopf einmal betätigt haben, bevor Sie manuell etwas an den Einstellungen ändern, da dann alle Optionen, die Ihr Streamer nicht unterstützt, ausgeschlossen werden können. 8.5 "Bandkatalog Optionen" ("Tape catalog options") Derzeit läßt sich hier nur ein einziges Feld einstellen, nämlich der Pfad zum Verzeichnis, in dem die Bandverzeichnisse angelegt werden. Normalerweise ist das "Tape Catalogs". Später soll Diavolo auch 2 Partitionen auf einem Band unterstützen, wobei dann auf der einen Partition die Verzeichnisdaten und auf der anderen die eigentlichen Sicherungen stehen sollen. Standard: "Tape Catalogs" 8.6 "SCSI Datenübertragung Optionen" ("SCSI data transfer options") Hier befinden sich alle Optionen, die mit dem Datentransfer zum Streamer zu tun haben. 8.6.1 "Speicher" ("Memory") Hier stellen Sie den Speichertyp für den Transferpuffer zum Streamer ein. "CHIP" bedeutet, daß nur Chipmemory verwendet wird. "DMA" bezieht sich auf Speicher, der von ZorroII DMA Karten angesprochen werden kann (24 Bit Speicher). "Jeder" ("Any") bedeutet, daß jeder Speicher verwendet werden kann. Der Unterschied zwischen "DMA" und "Jeder" ist nur für Systeme bedeutend, die einen 32 Bit Prozessor (68020 oder besser) mit 32 Bit RAM besitzen. Dieses RAM kann von ZorroII Karten nicht angesprochen werden. Wenn Sie also in Ihrem Rechner einen ZorroII DMA Controller haben (z.B. GVP Controller), dann sollten Sie "DMA" einstellen. Beachten Sie jedoch, daß bei der Einstellung "DMA" Chip-RAM verwendet wird, wenn Sie über kein 24 Bit RAM verfügen. Bei folgenden Konfigurationen kann "Jeder" eingestellt werden: - Amiga 3000 - Controller auf der Turbokarte integriert - Controller beherrscht kein DMA - ZorroIII Controller. Bei allen anderen Konfigurationen oder im Zweifelsfalle bitte "DMA" einstellen. Sollte es zu Problemen bei der Datensicherung oder beim Restaurieren geben, versuchen Sie bitte die Einstellung "CHIP". Standard: "DMA" 8.6.2 "Puffer (kB)" ("Buffer (kB)") Hier wird die Größe des Transferpuffers eingestellt. In fast allen Fällen wirkt sich diese Größe NICHT auf die Geschwindigkeit aus. Meistens wird die Sicherung sogar unregelmäßiger, wenn ein zu großer Puffer eingestellt ist. Dieses Feld sollte deswegen auf 32 kB eingestellt bleiben. Bei Streamern, die über einen extrem kleinen oder gar keinen internen Puffer verfügen, kann es notwendig sein, den Puffer zu vergrößern, um akzeptable Sicherungszeiten zu erhalten. Dann können sogar mehrere MB sinnvoll sein. Wenn Ihr Streamer ständig hin und her spult während der Sicherung, können Sie versuchen, den Puffer zu vergrößern. Siehe Kapitel 10, "Optimierung". ** ACHTUNG ** Sie dürfen hier nicht mehr angeben, als Ihr Controller an einem Stück transferieren kann. Lesen Sie im Handbuch Ihres Controllers nach. Meistens wird dieser Wert "Max Transfer" genannt. Standard: 32 8.6.3 "Gepuffert" ("Buffered") Praktisch alle auf dem Markt befindlichen Streamer verfügen über einen internen Datenpuffer, der eine glatte, durchgehende Sicherung ermöglicht. Haben Sie die Fähigkeiten Ihres Streamers testen lassen, so hat Diavolo festgestellt, ob Ihr Streamer über einen internen Puffer verfügt oder nicht. Hat Ihr Streamer keinen internen Puffer, so wird dieses Feld gesperrt (ohne Haken). Einige Streamer lassen nicht zu, daß der Puffer abgeschaltet wird, dann ist dieses Feld ebenfalls gesperrt, jedoch mit Haken. Es gibt keinen sinnvollen Grund, den internen Puffer abzuschalten, außer vielleicht einen Hardwaredefekt des Streamers. Standard: An (Streamerabhängig) 8.6.4 "Feste blck." ("Fixed blck.") Hier ist "feste Blockgröße" gemeint. Streamer lassen sich mit variablen oder festen Blöcken beschreiben. Auch hier ergibt der Test, welche Möglichkeiten Ihr Streamer zuläßt. Das Feld wird dementsprechend gesperrt oder freigegeben und mit Haken versehen. In aller Regel ist der Betrieb mit festen Blockgrößen problemloser als mit variablen Blockgrößen. Diavolo unterstützt letztere hauptsächlich, um auch mit Streamern zusammenzuarbeiten, die keine festen Blöcke unterstützen. Einige der erweiterten Funktionen von Diavolo stehen nur bei festen Blöcken zur Verfügung. Standard: An (Streamerabhängig) 8.6.5 "(Max) Blockgröße" ("(Max) Block size") Hier geben sie die Größe eines Blockes an (bzw. die maximale Größe eines Blocks bei variablen Blöcken). Der übliche Wert ist hier 512 Bytes. Es gibt keinen sinnvollen Grund, diesen Wert zu ändern. Die maximale Größe ist von Ihrem Streamer und von der Größe des Transferpuffers abhängig. ANMERKUNG Diavolo ist in der Lage, fast alle Einstellungen, die bei der Erstellung der Sicherung gegolten haben, vom Band zu restaurieren. Die Blockgröße muß jedoch immer stimmen, sonst kann Diavolo das Band nicht identifizieren. Merken Sie sich also bei jedem Band die verwendete Blockgröße und stellen Sie diesen Wert vor dem Restaurieren wieder ein. Standard: 512 Bytes 8.7 "Verschiedenes" ("Miscellaneous options") Alle Optionen in diesem Feld beschleunigen oder vereinfachen die Arbeit mit Ihrem Streamer. Welche Ihnen zur Vefügung stehen, stellt Diavolo selbstständig mit der Funktion "Fähigkeiten testen" ("Check capabilities") fest. ** ACHTUNG ** Sie sollten auf gar keinen Fall hier Optionen aktivieren, ohne vorher "Fähigkeiten testen" angewählt zu haben. Diavolo sperrt dabei alle Optionen, die Ihnen nicht zur Vefügung stehen. Durch eine erneute "Abfrage" ("Inquiry") werden allerdings wieder alle Optionen freigeben (sie stehen deswegen aber immer noch nicht unbedingt zur Verfügung!). 8.7.1 "Setmarks" Setmarks sind ein Feature, daß erst bei Geräten, die SCSI II unterstützen, zur Vefügung steht (siehe das Feld "Unterstützte SCSI Version" ("Supported SCSI version")). Wenn diese Option aktiv ist, schreibt Diavolo am Anfang jeder Sicherung ein Setmark statt eines Filemarks. Innerhalb einer Sicherung verwendet Diavolo mehrfach Filemarks, um Teile voneinander zu trennen. Einige Streamer sind in der Lage, Setmarks schneller aufzufinden als Filemarks. Sollte Diavolo Probleme beim Auffinden von Sicherungen haben, so deaktivieren Sie diese Option und schreiben Sie das Band neu. Diese Option gilt für das ganze Band. Sie können also nicht einzelne Sicherungen ohne SetMarks erstellen. 8.7.2 "Schnellsuche" ("Fast locate") Praktisch alle Streamer lassen es zu, daß eine Anzahl von Blöcken übersprungen wird. Bei einigen Streamern geht das schneller als alle dazwischenliegenden Blöcke zu lesen, bei vielen ist das aber gleich schnell. Diavolo verwendet diese Option, wenn Sie nur bestimmte Dateien aus einer Sicherung angewählt haben, um schneller zu diesen Stellen zu kommen. Diese Option steht nur bei fester Blockgröße zur Vefügung. Für SCSI-Techniker: Diavolo verwendet bei dieser Option das Kommando SPACE um eine positive Anzahl von Blöcken zu überspringen. 8.7.3 "Direktes Suchen" ("Direct seek") Dieses Feature steht erst ab SCSI Version 2 zur Verfügung. Diavolo merkt sich hierbei die Blocknummer, bei der eine Sicherung beginnt. Einige Streamer sind in der Lage, sehr schnell an eine bestimmte Blocknummer zu spulen. Auch beim Überspringen von Blöcken wird diese Funktion verwendet, was bei einigen Streamern zu weiteren Geschwindigkeitsvorteilen führt. Diese Option steht nur bei fester Blockgröße zur Vefügung. Für SCSI-Techniker: Diavolo verwendet bei dieser Option die Kommandos "READ POSITION" und "LOCATE". 8.7.4 "Sicherung erneuern" ("Update in place") Fast alle Tape Streamer, die in mehreren Spuren schreiben, können nur das gesamte Band überschreiben oder an die geschriebenen Daten anhängen, nicht aber ab einer bestimmten Stelle überschreiben. Das liegt an dem hardwaremäßigen Konzept dieser Streamer. Mit der immer größeren Verbreitung von DAT-Streamern wird diese Funktion jedoch interessant. Zusätzliche Voraussetzungen sind eine feste Blockgröße und die Option "Direktes Suchen". Wenn diese Option aktiviert ist, können Sie beim Sichern jede beliebige auf dem Band befindliche Sicherung auswählen, ab der das Band dann überschrieben wird. 8.7.5 "HW Kompression" ("HW compression") Moderne Streamer unterstützen eine interne Kompression, d.h. die Daten werden vom Streamer während der Sicherung automatisch gepackt. Das vergrößert die Kapazität des Bandes und beschleunigt die Sicherung. Wenn diese Option aktiv ist, sollten Sie auf keinen Fall die Kompression von Diavolo aktivieren, da das völlig sinnlos bremst. Diese Option setzt nur ein entsprechendes Flag im Streamer selbst. 8.7.6 "autom. Geschw." ("Speed ctrl.") Einige Streamer passen die Schreib-/Lesegeschwindigkeit an den Datenfluß an, um Zurückspulen und neu Aufsetzen zu vermeiden. Diese Option setzt nur ein entsprechendes Flag im Streamer selbst. 9. SCSI Reselection ------------------- Im SCSI-Standard ist eine Funktion namens "Reselection" festgelegt. Manchmal liest man auch "Deselect/Reconnect" oder ähnliches. Dieses Feature erlaubt es, daß auf einem SCSI-Bus mehrere Geräte parallel arbeiten können. So kann z.B. das Band gespult werden und gleichzeitig können Daten von der Festplatte gelesen werden. Einige Controller haben massive Probleme, die Reselection sauber zu implementieren. Oft ist auch einfach nur der SCSI-Bus falsch terminiert. Diavolo ist von diesem Feature sehr stark abhängig, da das Programm im Multitasking Betrieb gleichzeitig Daten liest und schreibt. Sollte sich Ihr Rechner während der Sicherung aufhängen (typisches Symptom ist eine stetig leuchtende Festplatten-Kontrollampe), ist vermutlich Ihr Controller oder Ihr Streamer nicht für Reselection geeignet. Wenden Sie sich bitte an den Hersteller Ihres Controllers, um hierfür eine Lösung zu finden. Einige Controller lassen es zu, die Reselection abzuschalten. Das bringt aber massive Geschwindigkeitsverluste mit sich. 10. Optimieren -------------- In aller Regel läuft Diavolo optimal, wenn man genügend Speicher für den Diavolo-Zwischenpuffer (in den globalen Optionen) zur Vefügung stellt. Mehrere Megabyte können nicht schaden. Im Idealfall stellen Sie den gesamten Speicher Ihres Amigas zur Verfügung. In seltenen Fällen reagiert der Streamer aber schon auf die kleinsten Unterbrechungen im Schreibfluß und spult das Band ein Stück zurück, was die Geschwindigkeit stark beeinträchtigt. In diesem Fall kann es notwendig sein, den SCSI-Transferpuffer zu vergrößern, siehe Kapitel 8.6.2. Stellen Sie hier 1 oder 2 MB ein (je nach Ihrem Speicherausbau). Der Diavolo Zwischenpuffer sollte jedoch auf mindestens genausoviel Speicher eingestellt werden. Diese beiden Puffer können nun als eine Art Wechselpuffer arbeiten. Damit es zu keinen Pausen im Schreibfluß kommt, sollte zusätzlich die "Priorität des Disk Schreib-/Lesetasks" auf 1 gestellt werden. Der Name dieser Option ist hier ein wenig irreführend. Gemeint ist der Task, der die Daten auf das Medium, hier den Streamer, schreibt. Ggf. kann es auch sinnvoll sein, einen schnellen Packer (z.B. FAST.50) dazuzuschalten. Dann sollte aber der Diavolo-Zwischenpuffer mindestens DOPPELT so groß wie der SCSI-Transferpuffer sein. ** ENDE **