Schon knapp ein halbes Jahr ist es her, daß wir die Abenteuer des Ameisenhelden Z auf der großen Leinwand bewundern durften. Gerüchtehalber entstand dieser Film aus dem Hause Dreamworks erst nach dem nun zu bewundernden Disney/Pixar-Kontrahenten "Das große Krabbeln", das dasselbe Völkchen als seine Hauptdarsteller bezeichnen kann.
Und obwohl es sich also um dieselben Tierchen handelt und es ganz klar eine Menge Ähnlichkeiten gibt, fällt es doch schwer, die Filme wirklich als Kontrahenten zu bezeichnen. Während "ANTZ" wohl eher für ein erwachsenes Publikum gestrickt war oder dessem Geist zumindest auch eine Menge zu tun zu geben vermochte, so handelt es sich hier doch klar um eine Disney-Produktion, die vornehmlich kindgerecht ist, obgleich natürlich der ganzen Familie Spaß machen kann.
Die Differenzen ergeben sich schon in der Darstellung der Ameisen: sie sind bläulichviolett und haben statt sechs Beinen nur vier, genauer: zwei Beine und zwei Arme. Auch die Darstellung ihrer Welt ist nicht so verspielt- detailliert wie bei ANTZ; man beschränkt sich auf die Existenz eines Ameisenhaufens auf einer "Insel", eigentlich auf alles, was man braucht, um die Story zu erzählen: die Geschichte des Helden Flick, der, voll von Ideen, aber von seinen Mitameisen nicht für voll genommen, auszieht, um Hilfe gegen die Grashüpfer zu holen, die die Ameisen unterdrücken, um sich die Nahrung von ihnen erarbeiten zu lassen.
Flick will die Grashüpfer verjagen, und zwar indem er eine bunte Zirkustruppe engagiert, die er für Kampfinsekten hält. Und während er seinen Irrtum erkennt und sich endgültig für einen Versager hält, merkt er nicht, daß er wirklich etwas geleistet hat, indem er an sie geglaubt und ihnen dadurch das Gefühl, etwas besonderes zu sein, gegeben hat...
Darum geht es eigentlich auch im "großen Krabbeln": um das Ringen nach Akzeptanz und Anerkennung; das Gefühl, jemand zu sein; gebraucht zu werden. Danach strebt nicht nur Flick, sondern auch Prinzessin Ata, ihre kleine Schwester und besondere Freundin Dot, die gesamte Zirkustruppe und der Bruder des Oberbösewichtes Hopper: sie alle streben danach, groß zu sein.
Dies alles wird rasant und mit vielerlei Gags dargestellt, die aber eher zum Schmunzeln denn zum Lachen anregen.
Technisch schien mir dieses Werk etwas hinter "ANTZ" hinterherzuhinken, aber das mag ein subjektiver Eindruck sein, der vielleicht einerseits auf die kräftigeren Farben, andererseits auf die gehaltreichere Welt des Kontrahenten zurückzuführen ist.
Bleibt noch zu sagen, daß man das Kino nicht zu früh verlassen sollte, denn im Abspann wartet noch ein ganz besonderer Gag auf den geduldigen Betrachter. Hier wird so getan, als seien die Figuren wirklich Schauspieler und man bekommt Fehl-Takes zu sehen, die wirklich sehr witzig sind. Als Beispiel sei die Szene angeführt, in der Flick sich einen Pusteblumensamen krallt, um damit das Flußbett zu überqueren, und plötzlich Captain Buzz Lightyear (na, klingelts?) immitiert.
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