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Es grenzt ja schon fast an ein Wunder das das Upgrade zum Amiga OS3.1 überhaupt erschienen ist. Wer das geschehen etwas zurückverfolgt, dem wird aufgefallen sein, das lang angekündigte Projekte oftmals nie endgültig realisiert wurden. Anders dagegen beim OS3.5, obwohl es mehrmals verschoben wurde ist es nun für alle User erhältlich. Nach 7 Jahren nun endlich ein Upgrade für unser so geliebtes Betriebssystem. Doch was steckt dahinter? Ist es nur ein simples Update des Designs, was man auch mit Tools aus dem Aminet hinbekommen würde oder hat sich tatsächlich einiges getan? Was das OS3.5 so alles kann und was nich, erfahrt Ihr nun in unserem Test! Es war schon ein ergreifender Moment als der nette Mann von DPD an meinen Haus hielt und ein Päckchen zu mir brachte. Kaum war die Haustür zu, schon war das Messer in der Hand und der Klebestreifen am Paketrand hatte keine Chance mehr. Und da war sie... die Software, auf die ich schon so lange gewartet hatte - das OS 3.5! Wie auch nicht anders zu erwarten war, wird das OS 3.5 auf einer CD ausgeliefert, dazu gibt es noch eine Registrierkarte und ein kleines Handbuch, daß grob die Handhabung der CD und des Installationsscriptes beschreibt. Da ich sehr an meinen Daten hänge, habe ich mir auch gleich noch vor der Installation ein BackUp meiner Festplatte erstellt. Danach startete ich (bei unveränderter Festplattenkonfiguration - sprich ich habe nichts formatiert!!!) das Installationsscript von der CD. Notwenig ist als erstes ein kleine Pre-Installation, die notwendige Dateien kopiert und alles für die endgültige Installation vorbereitet. Danach für der Amiga automatisch ein Reset aus und nach dem Neustart werden erstmalig auch die GlowIcons korrekt angezeigt. Nun klickte ich mich (recht aufgeregt) bis zur Installation durch und veranlaßte diese. Das Upgraten auf Version 3.5 erfolgt, bei vorinstallierter OS 3.1 Version, im Grunde automatisch, nur weniger Einstellungen, wie Grafiktreiber und CD Treiber müssen getätigt werden. Ist die CD abgeschlossen, können noch ein PPC Treiber, ein CD Treiber und die Internetsoftware installiert bzw. eine Notfall-Diskette angelegt werden, doch dazu gibt es später noch genaueres.
Nach dem Neustart kam dann die große Überraschung. Da ich vorher NewIcons installiert hatte und keine Daten vorher löschte, bliebt auch meine NewIcons Palette erhalten und nur vereinzelt gab es die GlowIcons zu bestaunen. Das störte mich jedoch anfangs weniger. Die Installation kopierte automatisch alle alten Datatypes und die Tools aus der WBStartup Schublade in ein seperates Verzeichnis, damit diese nicht verloren gehen. Nachdem ich diese Tools aus der "WBStartup_disabled" Schublade in die Richtige kopierte gab es auch keine großartigen Pleiten und Pannen, was mich schonmal positiv stimmte. Leider nervte mich der Mischmasch zwischen NewIcons und GlowIcons und so löschte ich die NewIcons, samt Eintrag in der User-Starup, von meiner Platte - doch dies führte zum Desaster. leider bootete meine Festplatte nicht mehr. Keine Ahnung warum! Danach folgte eine mehrstündige Katastrophe die mich dazu brachte die scheixx Festplatte komplett zu löschen und alles neuzuinstallieren. Naja, gut war einzig und allein das ich nun sagen kann, daß die OS3.1 Installation von CD fehlerfrei funktioniert:) Nun war es zum X-ten mal vollbracht und siehe da, es war alles so wie es sein sollte. GlowIcons so weit das Auge reicht. Nun mußte ich nur noch alle Programme neu installieren und dafür sorgen das auch DOpus Magellan2 seine Arbeit wieder aufnimmt. Um mit DOpus Magellan2 keine Probleme zu haben, benötigt Ihr ein Patch der im Aminet bzw. ein GP Software zu finden ist! Neben den vielen neuen und aktualisierten Datein und Librarys hat man sehr viel Arbeit in die Oberflächengestaltung gesteckt. Nun ist es auch ohne zusätzliche Tools möglich verschiedene Hintergrundbilder (einzeln für Workbench und Fenster) festzulegen, wie auch Töne. Alle Menüs wurden (zumindest) grafisch aufgepeppt und erhielten teilweise neue Optionen. So wurden vorallem die Druckereinstellungen erneuert, aktuelle Treiber installiert und auch eine PPC Unterstützung eingefügt. Auch einige Tools wurden bearbeitet, so gibt es mit "EditPad" ein tollen kleinen Editor der auch grafische Buttons bietet. Auch ein neue Player für Audio CD`s gibt es im Paket. Es würde sicher zuviel Platz wegnehmen hier alle kleinen Erneuerungen aufzuzählen, weshalb ich dazu abschließend sagen möchte, daß das Design in Version 3.5 fast ohne zusätzliche Tools erstaunliche Ergebnisse vorweist. Positiv ist auch, daß man nun via Multiview ANIM-Animationen abspielen kann. Neben der Unterstützung von Festplatten über 4 GB Kapazität, PPC Support über WarpUP, neuen Druckertreibern und einem umfangreicheren CD Support (über CacheCDFS) hat man auch viele Datatypes und Library`s aktualisiert, die nun schneller und robuster arbeiten. Als Beispiel nenne ich hier einmal die neuen Datatypes für die Grafikformate GIF, JPG, PNG und AIFF, oder überarbeitete Libs, wie die 68040.library oder die bullet.library. Im allgemeinen kann man sagen das OS 3.5 stabiler und schneller läuft als OS 3.x, jedoch ist man vor einem Systemabsturz nie sicher.
Amiga OS 3.5 ermöglicht dem User nun auch ins Internet zu gehen. Dafür gibt es als TCP/IP Stack "Miami", der allerdings derzeit noch auf eine 30 Minuten Version beschränkt ist und in Kürze ein Patch erhält, damit man länger surfen kann. Weiterhin gibt es als Browser AWeb3-2 in einer Special Version und als EMail-Client "AmigaMail". Auf Miami und AWeb brauche ich eigentlich nicht mehr eingehen, doch AmigaMail möchte ich Euch kurz vorstellen. AmigaMail wurde von Christopher E. Aldi für das OS 3.5 geschrieben, es ist kein simpler EMail-Client, sondern schon ein Programm das man gut nutzen kann. Die Konfiguration ist relativ leicht und auch der Umgang erklärt sich von selbst. Trotzdem hat YAM im Vergleich zum AmigaMail Programm die Nase wiederum vorn und ist (da es auch noch kostenlos ist) für eine ständige Nutzung mehr zu empfehlen. Das Upgrade ist mit Sicherheit nach so vielen Jahren sehr empfehlenswert. Allein die aktualisierten Treiber und die umfangreicheren Menüs machen die ganze Sache lohnenswert. Doch leider kann man auf viele Tools trotzdem nicht verzichten. "MagicMenu" oder aber auch "DOpus Magellan" erleichtern den Umgang ungemein und sollten auch nach der Installation des Updates wieder ihren weg auf die Festplatte finden. Mit einigen Tools und Patches gab es aber auch Probleme, die sich anhand eines Systemabsturzes bemerkbar machten. Auch die Tatsache das der Amiga bei unserem Test ab und zu den Bootvorgang verweigerte, möchte ich hier nicht unerwähnt lassen. Um Probleme schon im Anfangsstaduim zu vermeiden, sollte auf jedenfall ein BackUp der wichtigsten Daten angelegt und die Festplatte komplett neu formatiert werden. Anschließend installiert Ihr das OS3.5 und komplett, also zu erst das OS3.1 und danach OS3.5, und richtet Eure HD neu ein. Ist vielleicht ein bischen Arbeit, aber besser als wenn der Rechner immer wieder Ärger macht, weil ein paar Dateien streiken. Um zu einem Fazit zu kommen schließe ich diesen Test nun ab:) Ich kann sagen das das Amiga OS 3.5 eine sehr lohnenswerte Investition ist und da es auch für das Jahr 2000 Problem gerüstet wurde, könnt Ihr mit diesem Upgrade getrost ins neue Jahrtausend starten. Für schlappe 99,- DM ist das OS 3.5 im Vergleich zu anderen Betriebssystemupgrade`s (Windows 98 ect.) doch relativ preisgünstig. Quelle: Amiga International, Inc. Robert-Bosch-Str. 118 63225 Langen Deutschland Telefon: 06103/587870 Fax: 06103/587888 WWW: www.amiga.de
Hier die komplette Liste aller Features des OS 3.5!
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