Laufwerke sind Geräte, deren Daten abgerufen werden können bzw. auf die Daten geschrieben oder gespeichert werden können. Je nach Modell kann ein Amiga mit mehreren Festplatten- und Diskettenlaufwerken ausgestattet sein. In allen Amiga-Diskettenlaufwerken können Disketten niedriger Kapazität (engl. double density, DD) verwendet werden. Wenn Ihr Amiga jedoch mit einem Diskettenlaufwerk hoher Kapazität (engl. high density, HD) ausgestattet ist, können Sie auch Disketten hoher Kapazität verwenden. Der Dokumentation zur Systemhardware können Sie entnehmen, mit welchem Diskettenlaufwerkstyp Ihr System ausgestattet ist. Verwenden Sie keine HD-Disketten in einem DD-Laufwerk. Die Daten werden hier nicht sicher gespeichert. Der umgekehrte Fall ist unkritisch.
Jedes Laufwerk hat einen Gerätenamen, z.B. DFO: für das interne Diskettenlaufwerk. (Zusätzliche Diskettenlaufwerke haben die Namen DF1:, DF2: und DF3:.J) Für jedes Diskettenlaufwerk, in dem sich eine Diskette befindet, und für jede Festplattenpartition wird ein Piktogramm auf dem Workbench-Bildschirm angezeigt.
Der Gerätename und der Datenträgername sind zwei Bezeichnungen für eine bestimmte Disk. In den meisten Fällen können Sie zur Eingabe eines Pfads oder innerhalb eines Dateiauswahlfensters mit einem der beiden Namen auf das gewünschte Laufwerk verweisen. Der Gerätename verweist auf die Disk, die sich im angegebenen Laufwerk befindet. Der Datenträgername bezieht sich auf eine spezifische Disk. Beispiel: Wenn sich eine Diskette mit dem Datenträgernamen "Meinedisk" im Gerät DFO: befindet, können Sie mit DFO: oder "Meinedisk:" auf diese Diskette verweisen. Wenn Sie mit "Meinedisk:" auf den Datenträger verweisen, können Sie "Meinedisk" in ein beliebiges Laufwerk (nicht nur DFO:) einlegen. In diesem Handbuch wird allgemein von "Disks" gesprochen, wenn sich die Erklärung genauso auf Disketten wie auf Festplatten bezieht.
Jedes Laufwerk verfügt über eine Kontrolleuchte, die
bei Zugriff auf das Laufwerk, d.h. Lesen oder Schreiben von Daten, leuchtet.
Eine Standard-3,5-Zoll-Diskette kann nur in einer Richtung in ein Diskettenlaufwerk eingelegt werden. Legen Sie die Diskette so in das Laufwerk ein, daß das Etikett nach oben und der Metallverschluß mit dem seitlich angeordneten Pfeil zum Laufwerk zeigt.
Disketten, auf die Daten geschrieben werden sollen, dürfen nicht schreibgeschützt und müssen formatiert sein. Drehen Sie die Diskette um und verschließen Sie mit dem Kunststoffschieber die Öffnung in der linken oberen Ecke. Soll die Diskette wieder schreibgeschützt werden, verschieben Sie den Kunststoffschieber, so daß die Öffnung wieder sichtbar ist. In Abbildung 2-5 ist der Kunststoffschieber dargestellt. Die Anleitungen zum Formatieren von Disketten finden Sie in Kapitel 4.2.3.10 "Disk formatieren".
Die Diskette, von der Daten kopiert werden, wird als Quelldiskette bezeichnet. Die Diskette, auf die Daten kopiert werden, wird als Zieldiskette bezeichnet. Die Quelldiskette sollte immer schreibgeschützt sein, um ein unbeabsichtigtes Löschen auszuschließen. Als Zieldiskette können Sie eine leere Diskette oder eine Diskette vewenden, deren Inhalt nicht mehr erforderlich ist. Diese Diskette darf nicht schreibgeschützt sein, damit die Daten von der Quelldiskette gespeichert werden können.
Das Piktogramm "Ram Disk" steht für die RAM-Disk (RAM: = Arbeitsspeicher) des Amiga. Dabei handelt es sich um einen internen Speicherbereich des Amiga, der zur Speicherung von Dateien konfiguriert wurde (vgl. Laufwerke). Dateien, Verzeichnisse und vollständige Disketten können zur vorübergehenden Speicherung nach RAM: kopiert werden, sofern genügend Speicherplatz zur Verfügung steht. Die RAM-Disk dienst als Arbeitsbereich, auf den das System schnell zugreifen kann.
Die Größe der RAM-Disk ist dynamisch. Sie ist nie größer als die auf ihr gespeicherten Daten. Daher ist sie stets zu 100% gefüllt. Ihre maximale Größe wird durch den verfügbaren freien Speicherplatz begrenzt.
Der größte Vorteil der RAM-Disk liegt in der hohen Zugriffsgeschwindigkeit. Da der Zugriff elektronisch und nicht mechanisch erfolgt, ergeben sich beim Speichern oder Abrufen von Daten kaum Wartezeiten. Die RAM-Disk hat den Nachteil, daß die in ihr gespeicherten Daten beim Ausschalten oder Neustarten des Computers verloren gehen. Daten, die später erneut verwendet werden sollen, müssen Sie von der RAM-Disk (RAM:) auf eine Diskette oder Festplatte kopieren.
Die RAM-Disk wird in der Regel von Anwendungsprogrammen verwendet, um während der Ausführung des Programms temporäre Dateien anzulegen oder beim Verlassen des Programms Sicherheitskopien von Dateien vor ihrer Veränderung zu speichern. Die RAM-Disk kann darüber hinaus verwendet werden, um versuchsweise erstellte Befehlsdateien zu speichern und Ausgabedaten von Befehlen aufzunehmen. Des weiteren dient die RAM-Disk zur Speicherung von Dateien, wenn deren Erstellung auf einem tatsächlichen Laufwerk zu langsam, zu riskant oder nicht benutzerfreundlich ist.
Seien Sie beim Speichern wichtiger Dateien auf der RAM-Disk sehr
vorsichtig. Bei Stromausfällen, Softwarefehlern oder Neustarts gehen alle auf der RAM-Disk gespeicherten Daten
verloren. Erstellen Sie bei Verwendung der RAM-Disk regelmäßig Sicherungskopien der wichtigsten Dateien
auf einer Disk.
Sicherungskopien schützen vor Datenverlust durch Fehler oder Schäden und unbeabsichtigtes Löschen der Originaldaten. Es empfiehlt sich, Sicherungskopien der wichtigsten Disketten und Dateien entsprechend der Lizenzvereinbarungen zu erstellen, die zusammen mit Ihrer Anwendungssoftware geliefert werden. Das Erstellen und Verteilen von nicht lizenzierten Kopien ist eine strafbare Verletzung des Copyrights. Bewahren Sie die Originaldisketten an einem sicheren Ort auf und verwenden Sie zur täglichen Arbeit die Sicherungsdisketten. Die Anweisungen zum Erstellen von Sicherungskopien Ihrer Systemdisketten auf Diskettensystemen finden Sie in Anhang B.