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Schnelleres Arbeiten mit Disketten

Sie können das Wechseln von Disketten auf ein Minimum reduzieren, indem Sie Daten, die in der Regel von anderen Disketten geladen werden, auf die Workbench-Diskette oder teilweise in die RAM-Disk kopieren.

In den folgenden Kapiteln werden die AmigaDOS-Methoden zur Minimierung von Diskettenwechseln und Maximierung der verfügbaren Arbeitskapazität erläutert. Dabei werden folgende Themen behandelt:

Die beschriebenen AmigaDOS-Befehle können Sie mit Hilfe des Workbench-Menüpunkts "Befehl ausführen..." oder in einem Shell-Fenster eingeben. Damit ein Befehl ausgeführt wird, müssen Sie zunächst die Befehlszeile eingeben und anschließend die Eingabetaste drücken. Bei Eingabe mehrerer Befehle verwenden Sie bequemer die Shell.

Speichern residenter Befehle

Mit Hilfe des Befehls RESIDENT können Sie AmigaDOS-Befehle dauerhaft in den Speicher das Amiga laden, d.h. sie resident machen. Residente Befehle können jederzeit ohne Einlegen der Workbench-Diskette aufgerufen werden. Für AmigaDOS-Benutzer, die mit Diskettensystemen arbeiten, empfiehlt es sich, häufig verwendete Befehle auf diese Weise zu speichern, damit jederzeit bequem und schnell auf sie zugegriffen werden kann.

Da residente Befehle RAM-Platz belegen, empfiehlt es sich, nur die am häufigsten verwendeten Befehle auf diese Weise zu speichern. Je größer das RAM in Ihrem System, desto mehr residente Befehle können Sie bereithalten. Mit Hilfe des Befehls LIST können Sie sich den ungefähren Speicherbedarf für einen Befehl anzeigen lassen. Bei Eingabe des Befehls LIST C:Copy erscheinen z.B. folgende Ausgabedaten:

Directory "SYS:C" on Monday 15-Jun-92
copy 5496--p-rwed 03-Jun-92 17:22:02

Die Größe der zugehörigen Datei wird rechts neben dem Dateinamen angezeigt. Für den Befehl COPY (kopieren) ist ungefähr 5,5 KB RAM erforderlich, wenn er als residenter Befehl gespeichert wird.
 

Hinweis:

Nur Befehle, bei denen das Schutzbit p aktiviert ist, können resident gespeichert werden.

Empfehlungen

Damit möglichst viel Speicher für Ihre Anwendungsprogramme zur Verfügung steht, dürfen Sie nur die AmigaDOS-Befehle und -Programme resident speichern, die häufig verwendet werden und nicht sowieso schon in die Workbench integriert sind. Dazu gehören die Befehle ASSIGN, ED, STATUS, Format und DiskCopy. Wenn genügend Speicher zur Verfügung steht und Sie regelmäßig mit AmigaDOS arbeiten, können Sie auch Befehle resident speichern, für die Workbench-Entsprechungen existieren (z.B. COPY (Kopieren), DELETE (Löschen), DIR (Inhalt anzeigen alle Dateien), LIST (Inhalt auflisten nach Namen), MAKEDIR (neue Schublade) und RENAME (umbenennen).

Speichern Sie nur selten verwendete Befehle, z.B. den Startup-Sequence-Befehl ADDBUFFERS, nicht als residente Befehle. Folgende Befehle können nicht als residente Befehle verwendet werden: ADDDATATYPE, BINDDRIVERS, IPREFS, LOADRESOURCE, LOADWB und SETPATCH.

Um Befehle resident zu machen, müssen Sie den vollständigen Pfad für den jeweiligen Befehl eingeben. Die meisten AmigaDOS-Befehle sind im Verzeichnis C: (Pfad lautet C:) gespeichert. Beispiele:

RESIDENT C:ASSIGN
RESIDENT C:COPY
RESIDENT C:DELETE
RESIDENT C:DIR
RESIDENT C:ED
RESIDENT C:LIST
RESIDENT C:MAKEDIR
RESIDENT C:RENAME
RESIDENT C:STATUS
RESIDENT SYS:Utilities/MultiView
RESIDENT SYS:System/DiskCopy
RESIDENT SYS:System/Format

Werden diese Befehle resident gespeichert, belegen sie ungefähr 89 KB RAM. Sollen diese Befehle jederzeit verfügbar sein, müssen Sie die obigen Anweisungen wie folgt in der Datei "S:User-startup" (Benutzerstart) hinzufügen:

  1. Geben Sie in der Shell den Befehl ED S:User-startup ein.
  2. Geben Sie die obigen RESIDENT-Befehle jeweils in eine separate Zeile ein.
  3. Drücken Sie die Tasten "Esc", "X" und die Eingabetaste.

Wenn Sie den Befehl RESIDENT ohne Argumente eingeben, erscheint eine Liste der internen und residenten Befehle.

Laden von Ressourcen (vorab)

Wenn Ressourcen vorab in den freien Speicher geladen werden, stehen sie jederzeit zur Verfügung, ohne daß bei jedem Zugriff die entsprechende Diskette eingelegt werden muß. Mit dem AmigaDOS-Befehl LOADRESOURCE können folgende Ressourcen vorab in das RAM geladen werden:


 

Bibliotheken

Geben Sie den Pfad zur Bibliothek (Library) ein.

Geräte

Geben Sie den Pfad zum Gerät ein. Geräte können nicht speicherresident (Option LOCK) geladen werden.

Zeichensätze

Geben Sie den exakten Pfadnamen zu der zu ladenden Zeichensatzdatei (Font) ein.

Kataloge

Geben Sie den Pfadnamen ein, der "LOCALE:Catalogs/<Sprache>" entspricht.

Als Kataloge werden die Dateien bezeichnet, die die in eine andere Sprache (nicht Englisch) übersetzten System- und Meldungstexte enthalten.

Soll eine Bibliothek vorab geladen werden, verwenden Sie folgende Syntax:

LOARDRESOURCE LIBS:libname.library

Dabei steht libname.library für den Namen der Bibliothek, die in den Speicher geladen werden soll.

Soll ein Zeichensatz vorab geladen werden, verwenden Sie folgende Syntax:

LOADRESOURCE FONTS:Zeichensatzname/Größe

Dabei steht Zeichensatzname für den Namen und Größe für die Schriftgröße (in Punkt) des Zeichensatzes, der in den Speicher geladen werden soll.

Soll ein Katalog vorab geladen werden, verwenden Sie folgende Syntax:

LOADRESOURCE
LOCALE:Catalogs/Sprache/Sys/Katalogname.catalog

Dabei steht Sprache für den Namen der gewünschten Sprache und Katalogname.catalog für den Namen des gewünschten Katalogs z.B. "monitors.catalog".

Freimachen von Speicherplatz auf der Workbench-Diskette

Wenn Sie Druckertreiber, Zeichensätze, Eindeutschungen von der Locale-Diskette und Voreinsteller-Programme auf Ihre Workbench-Diskette kopieren, können Sie jederzeit auf sie zugreifen. Wenn die zu kopierenden Daten jedoch die Kapazität der Workbench-Diskette überschreiten, erscheint die Meldung Volume Workbench is full (Datenträger Workbench ist voll). In diesem Fall können Sie Dateien von der Workbench-Diskette löschen, um Platz für andere Dateien zu schaffen.


 

Achtung:

Arbeiten Sie stets mit einer Arbeitskopie der Original-Workbench-Disketten, die zusammen mit Ihrem Amiga geliefert wurde. Die Original-Workbench-Disketten dürfen Sie nie ändern, um im Bedarfsfall mit Hilfe der Originaldiskette Dateien und Verzeichnisse wiederherstellen zu können.

Wenn Sie Systemdateien löschen, ergibt sich dadurch eine gewisse Einschränkung der Möglichkeiten Ihres Amiga. Dies kann zu Fehlern führen, wenn Sie Anwendungsprogramme aufrufen, die versuchen, auf eine gelöschte Datei zuzugreifen. Wenn ein unerwartetes Dialogfenster bzw. eine unerwartete Fehlermeldung erscheint, wiederholen Sie dieselbe Operation unter Verwendung der Original-Workbench-Disketten. Tritt der Fehler dabei nicht mehr auf, benötigt das Anwendungsprogramm Daten, die gelöscht wurden und wiederhergestellt werden müssen.

Merken Sie sich alle Änderungen, die Sie an den Systemdisketten vornehmen. Fügen Sie in der Datei "User-startup" eine Anmerkung hinzu, die Sie daran erinnert, daß Sie nicht mit einer Standard-Workbench-Diskette arbeiten.

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