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Erstellen einer Befehlsdatei zum Verlegen von Dateien

Bei AmigaDOS gibt es keinen Befehl MOVE zum Verlegen von Dateien oder Verzeichnissen. In der Regel stehen bei AmigaDOS zwei Methoden zum Verlegen von Dateien zur Verfügung: der Befehl RENAME oder eine Kombination der Befehle COPY und DELETE.

Mit dem Befehl RENAME können Sie eine Datei nur dann verlegen, wenn die Zieldatei sich auf demselben Datenträger befindet. Bei dem Versuch, eine Datei mit dem Befehl RENAME auf ein anderes Gerät zu verlegen, wird eine Fehlermeldung angezeigt. Die Methode mit Kopieren und Löschen der Dateien ist in jeder Situation möglich, erfordert aber mehr Aufwand.

Zum Erstellen eines Befehls MOVE (Verlegen), mit dem Sie eine Datei mit einem einzigen Befehl innerhalb von Geräten oder von einem Gerät auf ein andereres verlegen können, erstellen Sie eine Befehlsdatei mit Eds (s.o.):

1> Eds MOVE

Geben Sie folgende Befehle im ED-Fenster ein:

.KEY Quelle/A,Ziel/A
.BRA {
.KET }
FAILAT 21
RENAME >NIL: {Quelle} TO {Ziel}
IF WARN
COPY {Quelle} TO {Ziel}
IF WARN
ECHO "Die Datei {Quelle} konnte nicht verlegt werden."
QUIT 20
ENDIF
DELETE {Quelle} QUIET
ENDIF
ECHO {Quelle} "wurde verlegt nach" {Ziel}

Speichern Sie die Befehlsdatei und verlassen Sie ED. Nach dem Verlassen wird das Schutzbit "s" automatisch aktiviert.

Diese Befehlsdatei können Sie wie einen Befehl verwenden. Geben Sie den Befehl MOVE gefolgt von zwei Argumenten ein: dem aktuellen Pfad der zu verlegenden Datei und den Pfad zum gewünschten Standort.

Löschen mit interaktivem Befehl DIR

Der Befehl DIR verfügt über einen interaktiven Modus, bei dem nach jeder angezeigten Datei bzw. jedem angezeigten Verzeichnis eine Pause gemacht wird, die Ihnen die Eingabe eines Befehls aus einer Auswahl von mehreren einfachen Befehlen ermöglicht. Sie haben unter anderem die Möglichkeit, das Objekt zu löschen. Dies ist in einigen Situationen hilfreich.

Wenn Sie beispielsweise einer Datei versehentlich den Namen #? (die Jokerzeichenkombination für alle denkbaren Namen) geben, können Sie diese Datei nicht mit den üblichen Methoden löschen. Wenn Sie den Befehl DELETE #? eingeben, werden nämlich alle Dateien und Unterverzeichnisse im Verzeichnis gelöscht, einschließlich wichtiger Dateien.

Mit dem interaktiven DIR-Befehl können Sie dieses Problem lösen. Außerdem kann der Befehl als allgemeines Abfrage- und Löschprogramm verwendet werden. Dies ist hilfreich, wenn in einem umfangreichen Verzeichnis viele Dateien gelöscht werden sollen, aber die Dateinamen so unterschiedlich sind, daß sich für den Befehl DELETE keine Namensmuster anbieten.

Zum sicheren Löschen verschiedener Dateien auf einer Disk "Schritt" mit dem interaktiven DIR-Befehl geben Sie folgendes ein:

1> DIR Schrott: INTER

Vom Befehl DIR werden die Namen der Dateien auf der Disk "Schritt" nacheinander in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet. Hinter jedem Namen wird eine Eingabeaufforderung in Form eines Fragezeichens angezeigt. Drücken Sie die Eingabetaste, um zur nächsten Datei zu wechseln, oder die Taste E, um in ein angezeigtes Verzeichnis zu wechseln. Wenn Sie eine nicht mehr gewünschte Datei sehen, geben Sie zum Löschen der Datei die Buchstabenfolge DEL ein. Bei Eingabe von Q wird der interaktive Modus des Befehls DIR verlassen.

Generieren von Befehlsdateien mit LIST LFORMAT

Einer der Hauptverwendungszwecke der Option LFORMAT des Befehls LIST ist die automatische Erstellung von Befehlsdateien, die zur gleichzeitigen Verarbeitung mehrerer Dateien dienen. Mit einer LIST-Anweisung mit der Option LFORMAT können Sie eine einfache Befehlsdatei erstellen. Dazu können Sie das Argument TO zum Umleiten der LIST-Ausgabe in eine Datei sowie Namensmuster verwenden. Anschließend können Sie die Befehlsdatei mit einem Texteditor aufrufen und sie ggf. Ihren Erfordernissen entsprechend anpassen, bevor Sie sie starten.

Soll eine Befehlsdatei erstellt werden, mit deren Hilfe alle Dateien im aktuellen Verzeichnis durch Anhängen der Erweiterung .IFF an die bisherigen Dateinamen umbenannt werden, und sollen diese Dateien in das Verzeichnis "BildDat" auf der Partition "Work" verlegt werden, geben Sie folgenden Befehl ein:

1> LIST #? TO T:renamer LFORMAT="RENAME %P%N TO Work:BildDat/%N.IFF"

Anschließend geben Sie ED T:renamer ein, um die Befehlsdatei zu überprüfen. Diese sollte dem folgenden Beispiel entsprechen. Wenn aufgrund des Namensmusters nicht zu verarbeitende Dateien aufgelistet werden oder die Zeichenkette bei LFORMAT nicht dem erwarteten Ergebnis entspricht, können Sie entweder die Befehlsdatei edieren oder den Befehl ändern und erneut eingeben.

RENAME Bilder:Peter TO Work:BildDat/Peter.IFF
RENAME Bilder:Sven TO Work:BildDat/Swen.IFF
RENAME Bilder:Paul TO Work.BildDat/Paul.IFF
RENAME Bilder:Maria TO Work:BildDat/Maria.IFF
RENAME Bilder:Anne TO Work:BildDat/Anne.IFF

Wenn die Befehlsdatei Ihren Erfordernissen entspricht, verlassen Sie den Texteditor ED. Anschließend geben Sie den Befehl EXECUTE T:renamer ein.

Anpassen der LIST-Ausgabe

Außerdem können Sie die Option LFORMAT verwenden, um das Ausgabeformat des Befehls LIST für spezielle Zwecke anzupassen. Weisen Sie der Befehlszeile einen Alias-Namen zu, um sich deren spätere Verwendung zu erleichtern.

Soll ein Alias-Name für einen LIST-Befehl erstellt werden, mit dem nur die Informationen über Dateien angezeigt werden, die nach dem angegebenen Datum erstellt bzw. geändert wurden, und sollen das Datum an erster Stelle und die Schutzbits sowie die Uhrzeit nicht angezeigt werden, geben Sie folgende Befehlszeile ein:

1> ALIAS 1since LIST FILES SINCE [] LFORMAT="%D%-25N %L"

Ist "S:" das aktuelle Verzeichnis, sind die Ausgabedaten des Befehls 1since 01-sep-92 mit dem folgenden Beispiel vergleichbar:

19-Oct-92

PCD

715

30-Nov-92

Startup-sequence

1360

Freitag

Shell-startup

671

Gestern

User-startup

609

Ausführen von Befehlsdateien mit Hilfe von ICONX

Wenn Sie es bevorzugen, möglichst mit der Maus zu arbeiten, oder den Amiga für einen Benutzer konfigurieren, der ausschließlich mit der Workbench arbeitet, erweist sich das Programm "ICONX" als hilfreich. Wenn Sie C:ICONX als Standardprogramm für ein Projektpiktogramm verwenden, können Sie eine Befehlsdatei (oder einen Befehl, für den keine Workbench-Entsprechung vorhanden ist) durch Anklicken des zugehörigen Piktogramms starten. Dabei wird die Befehlsdatei so gestartet, als ob Sie das Piktogramm für ein vorhandenes Workbench-Programm öffnen.

Diese Form des Programmstarts bietet aber auch für den erfahrenen Benutzer Vorteile. So werden z.B. bei der Verwendung von Befehlsdateien die vor dem Programmstart auszuführenden Schritte (z.B. Laden bestimmter Einstellungen der Voreinsteller-Editoren) erleichtert. Außerdem kann die Priorität des Programms problemlos geändert werden. Diese Methoden werden am folgenden Beispiel erläutert.

Soll eine Anwendung "AltApp" über ein ICONX-Piktogramm gestartet werden und sollen dabei zunächst spezielle Einstellungen des Zeichensatz-Voreinstellers (Font) geladen und die Task-Priorität der Anwendung geändert werden, erstellen Sie folgende Befehlsdatei für das Piktogramm:

CD SYS:
Prefs/Font FROM SYS:Prefs/Presets/defscrn.pre USE CHANGETASKPRI -1
AltApp

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