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Gelegentliche Aufgaben

Die in diesem Abschnitt beschriebenen Aufgaben sind zwar seltener erforderlich, aber fast jeder Benutzer muß die genannten Arbeitsschritte einmal ausführen. Bei diesen Beispielen wird davon ausgegangen, daß Sie einigermaßen mit AmigaDOS und der Shell vertraut sind.

Erstellen von Alias-Namen zur Reduzierung von Tastenanschlägen

Die weiter unten als Vorschlag genannten Alias-Namen dienen zur Beschleunigung Ihrer Arbeit innerhalb der Shell, da durch sie die Anzahl der Tastenanschläge reduziert wird, die für allgemeine Befehle erforderlich sind.

Sollen diese Alias-Namen als globale Alias-Namen aktiviert werden, edieren Sie die Datei "S:Shell-startup" (ähnlich wie oben im Kap. 8.1.8) und fügen Sie folgende Zeilen hinzu:

ALIAS c0 CD DF0:
ALIAS cs CD SYS:
ALIAS css CD S:
ALIAS d0 DIR DF0:
ALIAS dr DIR RAM:
ALIAS qdir DIR (tilde) (#?.info)
ALIAS 1s LIST
ALIAS cp COPY
ALIAS cc COPY [] CLONE
ALIAS del DELETE
ALIAS ren RENAME
ALIAS ns NEWSHELL
ALIAS es ENDSHELL
ALIAS pf printfiles
ALIAS fmt 0 FORMAT DRIVE DF0: NAME [] FFS NOICONS DIRCACHE
ALIAS formq FORMAT DRIVE DF0: NAME [] NOICONS QUICK
ALIAS edus RUN ED S:User-startup
ALIAS edsh RUN ED S:Shell-startup
ALIAS ednew RUN ED RAM:newfile
ALIAS chip ECHO "Es sind `avail chip` Bytes im Chip-RAM frei."

Ändern Sie die Alias-Namen Ihren Erfordernissen entsprechend. Verwenden Sie die aufgelisteten Alias-Namen als Modelle für Ihre eigenen Alias-Namen.

Anpassen des Befehls NEWSHELL

Das Aussehen und die Funktionsweise eines Shell-Fensters können Sie über das Argument WINDOW des Befehls NEWSHELL steuern. Das Argument ermöglicht Ihnen die Angabe spezifischer Größen, Positionen und Funktionen für das Shell-Fenster. Im folgenden werden zwei Beispiele für Fensterspezifikationen beschrieben.

Zum Öffnen eines praktischen Shell-Fensters auf Ihrem Workbench-Bildschirm geben Sie folgenden Befehl über die Shell oder als Befehlszeile in der Datei "User-startup" ein:

NEWSHELL CON:100/100/400/100/ASHELL/CLOSE/ALT0/12/640/388

Daraufhin wird ein kleines Shell-Fenster erstellt. Dieses Fenster trägt den Titel "AShell" und belegt nur die rechte Seite des Workbench-Fensters, so daß die Disk-Piktogramme nicht verdeckt werden. Dieses Fenster verfügt über ein Schließsymbol, und auf hochauflösenden Bildschirmen mit Zeilensprungverfahren (engl. High-Res Interlace) füllt es den gesamten Bildschirm mit Ausnahme der Titelzeile aus, wenn Sie das Zoom-Symbol auswählen.

Zum Öffnen eines Shell-Fensters auf einem Public-Schirm, z.B. dem Terminal-Bildschirm eines Telekommunikationsprogramms, verwenden Sie eine Fensterspezifikation mit der Option SCREEN:

CON:0/20///???/CLOSE/SCREENTerm

Daraufhin wird ein Fenster erstellt, daß mit drei Fragezeichen (???) betitelt ist. Dieses Fenster ist so breit wie möglich und hat die niedrigstmögliche Höhe. Das Fenster wird auf dem Public-Schirm "Term" geöffnet, falls dieser vorhanden ist. Ansonsten wird das Shell-Fenster auf dem Workbench-Bildschirm geöffnet.

Ändern der Eingabeaufforderung

Die Shell-Eingabeaufforderung kann mit dem Befehl PROMPT problemlos geändert werden. In der Eingabeaufforderung kann jeder angegebene Text hinzugefügt werden. Sie können Platzhalter, die zur Anzeige von Prozeßnummer, aktuellem Verzeichnis und Rückgabecode dienen, einfügen, neu anordnen oder auslassen. Außerdem können Sie Escape-Sequenzen in die Eingabeaufforderung integrieren, die zur farblichen Hervorhebung der Eingabeaufforderung gegenüber der Befehlszeile und den Ausgabedaten des Befehls dienen können. Darüber hinaus können Befehle in die Eingabeaufforderung eingefügt werden, indem Sie sie in umgekehrte Apostrophe setzen.

In Abb. 8-2 sind zwei Methoden zum Ändern der Eingabeaufforderung dargestellt. Bei der ersten Methode werden Escape-Sequenzen verwendet, so daß die Eingabeaufforderung in Fettschrift mit Farbe 2 (weiß) angezeigt wird. Anhang D enthält eine Liste der verfügbaren Escape-Sequenzen. Bei der zweiten Methode wird die übliche Position der Ersetzungsoperatoren geändert. Außerdem wird der Befehl DATE mit umgekehrten Apostrophen in die Eingabeaufforderung integriert. Das abschließende Zeichen wird in ein Dollarzeichen ($) geändert.

Abb. 8-2. Verwendung des Befehls PROMPT (Beispiele)

Erstellen eines benutzerspezifischen RAM-Disk-Piktogramms

Damit ein benutzerspezifisches Piktogramm für die RAM-Disk angezeigt wird, müssen Sie eine COPY-Anweisung in der Datei "User-startup" hinzufügen. Zunächst erstellen Sie das Piktogramm mit dem Programm "IconEdit". Beachten Sie, daß es sich um ein Piktogramm für eine Disk handeln muß. Anschließend speichern Sie das Piktogramm auf Ihrer Start-Disk als "DEVS:Ramdisk.info".

Hinweis:

In diesem Beispiel wird zwar das Verzeichnis DEVS: verwendet, aber das Piktogramm kann in einem beliebigen Verzeichnis gespeichert werden. Die Datei wird selbst im Modus "Inhalt anzeigen alle Dateien" nicht angezeigt, da Disk-Piktogramme nur auf der Workbench sichtbar sind.

Soll Ihr benutzerspezifisches RAM-Disk-Piktogramm auf der Workbench angezeigt werden, fügen Sie die folgende Zeile in der Datei "S:User-startup" hinzu. Anschließend speichern Sie die geänderte Datei und starten Sie den Computer erneut:

COPY DEVS:Ramdisk.info TO RAM:disk.info

Soll die RAM-Disk auch umbenannt werden, fügen Sie eine RELABEL-Anweisung hinter der COPY-Anweisung in der Datei "User-startup" hinzu. Beispiel:

RELABEL RAM: ramname

Löschen von Dateien mit Piktogrammen

Zum Löschen eines Piktogramms und der .info-Datei der zugehörigen Datei mit einem einzigen Befehl gehen Se wie folgt vor:

  1. Erstellen Sie mit Eds (s. o.) die folgende Befehlsdatei und speichern Sie sie als "S:Delinf":

.KEY Datei/A
DELETE <Datei> <Datei>.info QUIET

  1. Geben Sie Delinf gefolgt vom Namen der Datei ein.

Testen von Befehlen

Bisweilen müssen Sie die Ergebnisse bestimmter Befehle überprüfen, bevor Sie sie tatsächlich für vorhandene Dateien verwenden können. Dies gilt insbesondere, wenn Sie komplexe Namensmuster mit möglicherweise zerstörenden Befehlen (z.B. DELETE), oder Escape-Sequenzen verwenden, bei denen die Ergebnisse nur schwer vorhersagbar sind. Es gibt verschiedene schnelle und sichere Methoden zum Testen von Befehlen.

Zum Testen eines möglicherweise zerstörenden Befehls mit Namensmuster gehen Sie wie folgt vor:

  1. Geben Sie einen nicht zerstörenden Befehl (z.B. LIST) mit dem beabsichtigten Namensmuster ein. Beispiel:

LIST (Tilde) (#?.info|#?.c| [0-9]#?)

  1. Überprüfen Sie anhand der Ausgabedaten, ob das Namensmuster die gewünschten Dateien anspricht.
  2. Ändern Sie ggf. das Namensmuster und wiederholen Sie den Befehl, bis die gewünschten Dateien aufgelistet werden.
  3. Geben Sie anschließend den geplanten Befehl mit demselben Namensmuster ein.

Zum Überprüfen der Ergebnisse von Escape-Sequenzen gehen Sie folgt vor:

  1. Geben Sie den Befehl ECHO mit den beabsichtigten Escape-Sequenzen und ein Beispielwort ein. Beispiel:

ECHO "*E[1mBOLD*E[0m"

  1. Überprüfen Sie, ob die Ausgabe Ihren Wünschen entsprechend erfolgt.
  2. Ändern Sie ggf. die Escape-Sequenzen und wiederholen Sie den Befehls, bis das Ergebnis Ihren Wünschen entspricht.
  3. Verwenden Sie anschließend dieselben Escape-Sequenzen im geplanten Befehl (z.B. PROMPT).

Zum Löschen des Fensterinhalts und Zurücksetzen der Modi aller Escape-Sequenzen auf die vorgegebenen Werte geben Sie folgendes ein:

Esc,c,Eingabetaste

Sie müssen den Kleinbuchstaben "c" verwenden. Nach Löschen des Fensterinhalts und Zurücksetzen der Modi wird in der obersten Zeile des Shell-Fensters die ansonsten folgenlose Fehlermeldung :Unbekannter Befehl angezeigt.

Zum Erstellen einer Testdatei in der RAM-Disk gehen Sie wie folgt vor:

1> ECHO "Dies ist nur ein Test." TO RAM:foo

Mit diesem Befehl wird eine kleine erweiterbare Datei erstellt, die zum Testen anderer Befehle dient. Es empfiehlt sich, derartige kleine Dateien im RAM: (Arbeitsspeicher) zu erstellen, um zu vermeiden, daß Ihre Disks mit kleinen nutzlosen Dateien überfüllt werden. Traditionell nennt man solche Dateien "foo" oder "bar" oder "test".

Zum sicheren Testen von Befehlen für wichtige Dateien kopieren Sie die Testdateien in ein Verzeichnis in der RAM-Disk und testen Sie die Befehle mit diesen Dateien:

1> COPY Arbeit:MeineDateien/#? TO RAM:Testdir

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