Das Verzeichnis S: ist im allgemeinen für AmigaDOS- und ARexx-Befehlsdateien reserviert. Sie können jedoch auch andere Dateien im Verzeichnis S: speichern und Befehlsdateien in anderen Verzeichnissen stellen. Das Verzeichnis S: enthält neben der Datei "Startup-sequence" (Startsequenz), der ggf. von Ihnen erstellten Datei "User-startup" (Benutzerstart) und der Datei "Shell-startup" (Shell-Start) die in diesem Abschnitt beschriebenen Befehlsdateien.
Diese Datei enthält ED-Befehle zur Konfiguration des Texteditors ED. Unter anderem ist sie für die Standardbelegung der Funktionstasten zuständig. Die Datei kann zur Anpassung der Tastenzuordnung ediert werden. Wenn Sie diese Datei entfernen oder umbenennen, werden die erweiterten ED-Menüs mit zusätzlichen Befehlen aktiviert (siehe Kapitel 4).
Andere Dateien, die ED-Befehle enthalten, können in S: gespeichert werden, damit sie mit dem ED-Schlüsselwort WITH zur Ausführung eigener Edieroperationen verwendet werden können.
Diese Befehlsdateien erweitern Befehle um Namensmusterfunktionen, wenn diese normalerweise nicht darüber verfügen. Wenn diese Befehlsdateien zusammen mit einem Befehl als Argument aufgerufen werden, benutzen "Spat" und "Dpat" den Befehl LIST zur Erstellung temporärer Befehlsdateien im Verzeichnis T:. Anschließend werden diese Befehlsdateien aufgerufen. "Spat" und "Dpat" können auch innerhalb von Alias-Namen für Befehle verwendet werden.
"Spat" erweitert Befehle mit einem einzelnen Argument um die Möglichkeit der Namensmusterauswertung. Soll z.B. der Texteditor ED zum Edieren aller Dateien im Verzeichnis S: verwendet werden, die mit dem Buchstaben "s" beginnen, geben Sie folgendes ein:
Es wird eine Befehlsdatei erzeugt, die ungefähr wie folgt aussieht:
ED "s:Shell-startup"
ED "s:Spat"
ED "s:Startup-sequence"
"Spat" ruft dann diese Befehlsdatei auf, d.h. ED wird zur Bearbeitung der entsprechenden Dateien dreimal aufgerufen.
"Dpat" erweitert Befehle mit zwei Argumenten um die Möglichkeit der Namensmusterauswertung. Hinter "Dpat" und dem Befehlsnamen geben Sie die beiden Argumente (getrennt durch ein Leerzeichen) ein. Verwenden Sie dabei die Jokerzeichen, die für die gewünschten Namensmuster erforderlich sind.
Wie beim Befehl CD wird durch die Befehlsdatei PCD das aktuelle Verzeichnis gewechselt. Darüber hinaus "merkt" sich die Befehlsdatei PCD jedoch das Verzeichnis, von dem aus gewechselt wurde. Auf diese Weise können Sie ohne Eingabe des vollständigen Pfads zum vorherigen aktuellen Verzeichnis zurückkehren. Jede Shell verfügt über einen unabhängigen PCD-Speicher.
Wenn Sie PCD in einer bestimmten Shell zum ersten Mal verwenden, müssen Sie den vollständigen Pfad zu einem Verzeichnis eingeben. Wenn Sie PCD mit dem Pfadargument eingeben, hat der Befehl denselben Effekt wie der Befehl CD, d.h. das im Pfad angegebene Verzeichnis wird zum aktuellen Verzeichnis gemacht. Gleichzeitig wird jedoch der Pfad zu dem Verzeichnis gespeichert, von dem aus gewechselt wird. Anschließend können Sie das aktuelle Verzeichnis mit den üblichen Methoden wechseln. Soll später zum anfänglichen Verzeichnis zurückgekehrt werden, geben Sie PCD ohne Argumente ein. Beispiel:
1.System:> PCD Arbeit:Bild/24bit
1.Arbeit:Bild/24bit> PCD
1.System:>
Wenn Sie die Befehlsdatei PCD später erneut aufrufen, wird jeweils zum Verzeichnis gewechselt, in dem der Befehl PCD zuletzt eingegeben wurde:
1.System:> PCD
1.Arbeit:Bild/24bit>
1.Arbeit:Bild> PCD
1.System:>
PCD verwendet zum Speichern des "gemerkten" Verzeichnisses die Zuweisungsliste. Bei Verwendung von PCD enthält die Liste die Zuweisung from<n>: . Dabei steht <n> für die Shell-Nummer. Wenn Sie den Befehl PCD bei dessen erster Verwendung ohne Pfadargument eingeben, wird eine Fehlermeldung angezeigt.
Kapitel 8 enthält weitere Beispiele zur Verwendung des Befehls PCD.