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ASSIGN

Mit diesem Befehl werden Dateien und Verzeichnisse logische Gerätenamen zugewiesen.

Format

ASSIGN [<Name>:] [{<Ziel>}] [LIST] [EXISTS] [DISMOUNT] [DEFER] [PATH] [ADD] [REMOVE] [VOLS] [DIRS] [DEVICES]

Schablone

NAME,TARGET/M,LIST/S,EXISTS/S,DISMOUNT/S,DEFER/S,PATH/S,ADD/S,REMOVE/S,VOLS/S,DIRS/S,DEVICES/S

Pfad

C:

Durch den Befehl ASSIGN können Sie Dateien und Verzeichnisse anstatt über ihren normalen Namen oder den vollständigen Pfad über einen kürzeren, benutzerfreundlichen logischen Gerätenamen aufrufen. Mit ASSIGN können Sie Zuweisungen erstellen und löschen sowie einige oder alle aktuellen Zuweisungen auflisten.

Wenn die Argumente <Name> und {<Ziel>} angegeben werden, erhält das angegeben Ziel den angegebenen logischen Gerätenamen. Bei jedem Bezug auf den zugewiesenen logischen Gerätenamen greift AmigaDOS auf das entsprechende Verzeichnis zu. Wenn der vergebene <Name> bereits einem anderen Verzeichnis zugewiesen war, wird das alte Ziel durch das neue ersetzt. Hinter dem Argument <Name> muß immer ein Doppelpunkt gesetzt werden.

Wenn nur das Argument <Name> angegeben wird, werden alle Zuweisungen eines Verzeichnisses bzw. einer Datei für dieses logische Gerät aufgehoben.

Sie können einem Verzeichnis mehrere logische Gerätenamen zuweisen, indem Sie den Befehl ASSIGN entsprechend oft aufrufen.

Sie können einem logischen Gerätenamen mehrere Ziele zuweisen, indem Sie hinter dem Argument <Name> alle gewünschten Dateien und Verzeichnisse angeben oder mehrere ASSIGN -Befehle mit der Option ADD aufrufen. Bei Angabe der Option ADD werden bestehende Zuweisungen zwischen <Name> und <Ziel> nicht aufgehoben, sondern das neu angegebene Ziel wird in der Zuweisungsliste hinzugefügt. Das System sucht dann nach beiden Verzeichnissen, wenn es auf <Name> trifft. Wenn das zuerst zugewiesene Verzeichnis nicht zur Verfügung steht, wird das neu zugewiesene verwendet.

Mit der Option REMOVE können Sie einen Zielnamen aus der Zuweisungsliste löschen.

Wenn Sie ASSIGN ohne Argumente eingeben oder das Schlüsselwort LIST verwenden, wird eine Liste aller aktuellen Zuweisungen angezeigt. Wenn die Schalter VOLS, DIRS oder DEVICES angegeben sind, wird die Anzeige auf Datenträger, Verzeichnisse bzw. Geräte beschränkt.

Wenn Sie das Schlüsselwort EXISTS mit einem logischen Gerätenamen angeben, wird die Zuweisungsliste nach diesem Namen durchsucht. Anschließend werden der Datenträger und das Ziel angezeigt, die diesem Gerät zugewiesen sind. Wird der Gerätename nicht gefunden, wird das Bedingungskennzeichen auf 5 (WARN) gesetzt.

Wenn das Argument {<Ziel>} angegeben wird, sucht AmigaDOS sofort nach der Datei bzw. dem Verzeichnis. Wenn die ASSIGN-Befehle in die Startsequenz ("User-startup") integriert sind, müssen die Ziele während des Startvorgangs auf einer angemeldeten Disk vorhanden sein. Wenn ein zugewiesenes Ziel nicht gefunden werden kann, erscheint ein Dialogfenster, in dem Sie aufgefordert werden, den Datenträger einzulegen, der das Verzeichnis enthält. Bei den beiden Optionen DEFER und PATH wird jedoch mit der Suche gewartet, bis das Verzeichnis benötigt wird.

Hinweis:

Der zugewiesene Name muß nicht den Namen der Datei bzw. des Verzeichnisses beinhalten, und er muß nicht in Großbuchstaben geschrieben werden. Dem Verzeichnis "Ram Disk:Clipboards" können beispielsweise die Namen CLIPS: oder Clips: zugeordnet werden.

Mit der Option DEFER wird eine "nachträgliche" Zuweisung erstellt. Diese tritt nicht direkt bei der Zuweisung in Kraft, sondern erst wenn zum ersten Mal auf das Objekt Bezug genommen wird. Dadurch ist die Disk, auf der sich das angegebene Ziel befindet, erst erforderlich, wenn auf das Objekt zugegriffen wird. Anschließend bleibt die Zuweisung so lange unverändert gültig, bis sie ausdrücklich geändert wird.

Wenn Sie z.B. mit der Option DEFER dem Verzeichnis "DF0:Fonts" den Namen "FONTS:" zuweisen, wird FONTS: der Diskette zugeordnet, die sich gerade in Laufwerk DF0: befindet, wenn FONTS: später angesprochen wird. Wenn sich zu diesem Zeitpunkt gerade eine Workbench-Diskette in Laufwerk DF0: befindet, wird FONTS: dieser Diskette zugeordnet. Wenn Sie die Diskette später herausnehmen und dann eine andere Diskette einlegen, auf der sich ein Verzeichnis mit dem Namen "Fonts" befindet, werden Sie trotzdem aufgefordert, die ursprüngliche Workbench-Diskette wieder einzulegen, wenn FONTS: das nächste Mal angesprochen wird.

Mit der Option PATH wird dagegen eine "unverbindliche" Zuweisung erstellt. Sie entspricht in der Funktion etwa einer Zuweisung mit der Option DEFER. Der Unterschied besteht jedoch darin, daß die Zuweisung bei jeder Bezugnahme auf den zugewiesenen Namen neu identifiziert wird. Wenn Sie z.B. mit der Option PATH dem Verzeichnis "DF0:Fonts" den Namen "FONTS:" zuweisen, sucht das System bei der Bezugnahme auf FONTS: auf derjenigen Disk, die sich gerade im Laufwerk befindet, auch wenn diese gewechselt wurde. Wenn diese Disk ein Verzeichnis mit dem Namen "Fonts" enthält, wird dieses für den Befehl ASSIGN verwendet. Mit der Option PATH können Sie jedoch nicht mehrere Verzeichnisse zuweisen.

Die Option PATH wird vor allem von Benutzern von Diskettensystemen verwendet, da sie nicht mehr die Original-Workbench-Diskette einlegen müssen, mit der das System gestartet wurde. Solange sich in dem Laufwerk, das Sie mit der Option PATH zugewiesen haben, irgendeine Diskette mit dem zugewiesenen Verzeichnis befindet, benutzt das System diese Diskette.

Mit der Option DISMOUNT wird ein Datenträger oder ein Gerät aus der Liste der angemeldeten Geräte gelöscht. In diesem Argument muß der Gerätename angegeben werden. Über DISMOUNT wird lediglich der Name aus der Liste entfernt, aber kein Speicherplatz freigegeben. Die einzige Möglichkeit, DISMOUNT rückgängig zu machen, ist ein Neustart. DISMOUNT ist ausschließlich für Softwareentwickler gedacht. Unsachgemäßer Umgang mit dieser Option kann zu Softwarefehlern führen.

Beispiel 1:

1> ASSIGN FONTS: MeineFonts:Fontdir

Mit diesem Befehl wird dem Verzeichnis "Fontdir" auf dem Datenträger "MeineFonts" der Name "FONTS:" zugewiesen.

Beispiel 2:

1> ASSIGN LIST
Volumes:
Ram Disk [Mounted]
Workbench [Mounted]
MeineFonts [Mounted]

Directories:
LOCALE Workbench:Locale
KEYMAPS Workbench:Devs/Keymaps
PRINTERS Workbench:Devs/Printers
REXX Workbench:S
CLIPS Ram Disk:Clipboards
ENV Ram Disk:Env
T Ram Disk:T
ENVARC Workbench:Prefs/Env-Archive
SYS Workbench:
C Workbench:C
S Workbench:S
L Workbench:L
FONTS MyFonts:Fontdir
DEVS Workbench:Devs
LIBS Workbench:Libs
+ Workbench:Classes

Devices:
PIPE AUX RAM CON
RAW PAR SER PRT DF0

Mit diesem Befehl werden die aktuellen Zuweisungen (hier ein typisches Ergebnis) angezeigt. Das Pluszeichen gibt zusätzliche Verzeichnisse mit derselben Zuweisung an.

Beispiel 3:

1> ASSIGN FONTS: EXISTS
FONTS: MeineFonts:FontDir

Mit diesem Befehl werden die Zuweisungen von FONTS: abgefragt. Die Abfrage ergibt, daß FONTS: dem Verzeichnis "Fontdir" auf dem Datenträger "MeineFonts" zugewiesen ist. Ist der Gerätename vorhanden, wird der Rückgabecode auf 0 gesetzt, ansonsten auf 5.

Beispiel 4:

1> ASSIGN LIBS: SYS:Libs BigAssem:Libs ADD

Mit diesem Befehl werden mehrere Verzeichnisse zugewiesen. Diese bilden einen Suchpfad, der die zwei "Libs"-Verzeichnisse enthält. Durch die Angabe von ADD wird die Standardzuweisung "SYS:Classes" (siehe Beispiel 2) nicht entfernt. Diese Verzeichnisse werden bei jedem Zugriff auf LIBS: der Reihe nach durchsucht.

Beispiel 5:

1> ASSIGN DEVS:

Die Zuweisung DEVS: wird gelöscht.

Beispiel 6:

1> ASSIGN WorkDisk: DF0: DEFER
1> ASSIGN WorkDisk: EXISTS
WorkDisk <DF0:>

Mit diesem Befehl wird eine nachträgliche Zuweisung für das logische Gerät "WorkDisk:" erstellt. Diese Diskette muß erst dann in Laufwerk DF0: eingelegt werden, wenn Sie das erste Mal auf den Namen "WorkDisk:" Bezug nehmen. Beachten Sie, daß DF0: zunächst in spitzen Klammern angezeigt wird. Dies bedeutet, daß die Option DEFER aktiv ist. Nach der ersten Benutzung von "WorkDisk:" wird die vorläufige Angabe <DF0:> durch den Datenträgernamen der Diskette in Laufwerk DF0: ersetzt.

Beispiel 7:

1> ASSIGN C: DF0:C PATH
1> ASSIGN C: EXISTS
C [DF0:C]

Mit diesem Befehl wird bei der Befehlssuche auf das Verzeichnis C: derjenigen Disk zugegriffen, die sich gerade in DF0: befindet. Beachten Sie, daß DF0: in eckigen Klammern angezeigt wird. Dies bedeutet, daß es sich um eine unverbindliche Zuweisung handelt.

Beispiel 8:

1> ASSIGN LIBS: Zcad:Libs ADD

Mit diesem Befehl wird "Zcad:Libs" in die Liste der Verzeichnisse aufgenommen, die dem Namen "LIBS:" zugewiesen sind.

Beispiel 9:

1> ASSIGN LIBS: Zcad:Libs REMOVE

Mit diesem Befehl wird "Zcad:Libs" aus der Liste der Verzeichnisse gelöscht, die dem Namen "LIBS:" zugewiesen sind.

Kapitel 8 enthält weitere Beispiele zur Verwendung des Befehls ASSIGN.

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