Zurück Weiter Kapitel

Befehlsbeschreibung

Jeder in diesem Handbuch dokumentierte Befehl wird mit folgenden Angaben zur ordnungsgemäßen Verwendung des Befehls beschrieben: Format, Argumente, Optionen, Symbole und Abkürzungen.

Dieses Kapitel und Kapitel 7 enthalten Befehlsspezifikationen für die AmigaDOS-Befehle und die Workbench-Programme, auf die über die Shell zugegriffen werden kann. Jeder Befehl wird nach folgendem Schema erläutert:

Format

Alle Argumente und Optionen, die von einem Befehl akzeptiert werden. Die Sonderzeichen zur Angabe eines bestimmten Argumenttyps werden in Kapitel 6.1.1 beschrieben.

Schablone

Wahlfreie Online-Erinnerung an das Befehlsformat, die in den Programmcode eingebettet ist. Wenn Sie einen Befehl gefolgt von einem Leerzeichen und einem Fragezeichen eingeben (z.B. DIR ?), wird die zugehörige Schablone angezeigt. In Kapitel 6.1.2 wird die Schablone detailliert beschrieben.

Pfad

Verzeichnis, in dem der Befehl normalerweise gespeichert ist.

Beispiele

Beispielverwendungen des Befehls. Zur besseren Unterscheidung vom normalen Text werden die Beispiele in der Schriftart "Courier" dargestellt. Die Zeichenkette 1> steht für die Shell-Eingabeaufforderung. Geben Sie sie nicht als Teil des Beispielbefehls ein. Zeilen im Beispiel, denen die Zeichenkette 1> nicht vorgestellt ist, zeigen die Ausgabedaten des jeweiligen Befehls. Befehlsnamen und Schlüsselwörter sind aus Gründen der Übersichtlichkeit nur mit Großbuchstaben geschrieben. Datei- und Verzeichnisnamen beginnen in der Regel mit einem Großbuchstaben. Bei der Eingabe muß jedoch die Groß- und Kleinschreibung nicht berücksichtigt werden. Die Befehle werden ausgeführt, sobald Sie die Eingabetaste drücken.

Befehle und Argumente müssen durch mindestens ein Leerzeichen voneinander getrennt werden. Andere Satzzeichen dürfen nur dann verwendet werden, wenn es die Syntax des jeweiligen Befehls erfordert.

Format

In der folgenden Liste sind die Sonderzeichen aufgeführt, die in Formatbeschreibungen zur Angabe des Argumenttyps dienen. Geben Sie diese Zeichen nicht als Teil des Befehls ein.

< >

Argumente, die unbedingt als zusätzliche Information (z.B. ein Dateiname) angegeben werden müssen, stehen in spitzen Klammern. Argumente in spitzen Klammern müssen nur dann nicht eingegeben werden, wenn sie wiederum von eckigen Klammern umschlossen werden (Beispiel: [<Dateiname>]; siehe unten).

[ ]

Wahlfreie Argumente und Schlüsselwörter stehen in eckigen Klammern. Diese werden zwar von dem Befehl akzeptiert, sind aber nicht erforderlich.

{ }

Elemente, die einmal oder beliebig oft angegeben werden können stehen in geschweiften Klammern. {<Argumente>} bedeutet beispielsweise, daß für dieses Argument mehrere Elemente angegeben werden können.

|

Senkrechte Striche bedeuten "oder" und dienen zum Trennen von Optionen, von denen Sie jeweils nur eine auswählen können. [OPT R|S|RS] bedeutet z.B., daß Sie entweder die Option R, die Option S oder beide Optionen, also RS, angeben können.

<n>

Als Argument wird ein numerischer Wert erwartet.

KEYWORD

Kursivschrift gibt an, daß bei Angabe des Arguments das zugehörige Schlüsselwort verwendet werden muß.

...

Eine Ellipse (...) hinter einem Zeichenkettenargument bedeutet, daß die Zeichenkette als letztes in der Befehlszeile stehen muß. Kommentare sind in diesem Fall nicht zulässig. Der Rest der Befehlszeile wird als die gewünschte Zeichenkette interpretiert. Selbst wenn die Zeichenkette Leerzeichen enthält, muß die Zeichenkette nicht in Anführungszeichen gesetzt werden. Wenn Sie Anführungszeichen angeben, werden sie als Teil der Zeichenkette interpretiert. Wenn Sie das Schlüsselwort angeben, können Sie der Zeichenkette Leerzeichen voran- und nachstellen.

Einrückung der Befehlszeile

Bei Befehlszeilen, die aufgrund ihrer Länge einen Zeilenumbruch enthalten, werden die folgenden Zeilen nur zu Dokumentationszwecken eingerückt angezeigt. In der Praxis werden die umgebrochenen Zeilen am ersten Zeichen der Shell-Eingabeaufforderung ausgerichtet.

Im folgenden wird am Befehl COPY die Verwendung dieser Konventionen erläutert:

COPY[FROM] {<Name | Namensmuster>}
[TO]<Name|Namensmuster>[ALL]
[QUIET] [BUF / BUFFER=<n>] [CLONE] [DATES] [NOPRO]
[COM] [NOREQ]

[FROM] ist ein wahlfreies Schlüsselwort. Wenn es nicht angegeben wird, findet der Befehl den zu kopierenden Dateinamen oder das Muster aufgrund der Position in der Befehlszeile.

<Name|Namensmuster> ist ein obligatorisches Argument. Sie müssen einen Dateinamen oder ein Namensmuster eingeben. Durch die geschweiften Klammern wird angezeigt, daß mehr als ein Argument eingegeben werden kann.

[TO] ist ein wahlfreies Schlüsselwort. Wenn es nicht angegeben wird, findet der Befehl den Namen der Zieldatei oder des Zielgeräts aufgrund der Position in der Befehlszeile.

<Name | Namensmuster> ist ein obligatorisches Argument. Es kann nur ein Ziel angegeben werden.

[ALL], [QUIET], [CLONE], [DATES], [NOPRO], (COM] und [NOREQ] sind wahlfreie Argumente.

[BUF\BUFFER=<n>] ist ein wahlfreies Argument. Wenn es angegeben wird, können Sie BUF oder BUFFER in Verbindung mit dem numerischen Argument eingeben. So sind z.B. BUT=5 und BUFFER=5 gültige Argumente. Das numerische Argument kann auch ohne Gleichheitszeichen eingegeben werden, dann müssen Sie Leerzeichen als Trennzeichen verwenden.

Schablone (engl. Template)

Die Schablone ist in das System integriert und dient als Online-Erinnerung für die Befehlssyntax. Außerdem können Sie einen Befehl von der Schablonenzeile aus aufrufen, indem Sie hinter der angezeigten Eingabeaufforderung die Argumente des gewünschten Befehls eingeben.

Die Befehlsschablone wird angezeigt, wenn Sie hinter dem gewünschten Befehl ein Fragezeichen (?) eingeben. Die Shell geht davon aus, daß der Befehl aufgerufen werden soll. Vom Benutzer wird erwartet, daß er die Argumente des Befehls hinter dem Doppelpunkt eingibt, der der angezeigten Schablone nachgestellt ist. Beispiel:

1> TYPE ?
FROM/A/M, TO/K, OPT/K, HEX/S, NUMBER/S:

Sind zur ordnungsgemäßen Ausführung eines Befehls keine Argumente erforderlich, wird er nach Drücken der Eingabetaste ausgeführt. Wenn Sie die erforderlichen Argumente und die zugehörigen Schlüsselwörter eingeben und anschließend die Eingabetaste drücken, werden Befehle ebenfalls ausgeführt. Wenn Sie einen Befehl ohne seine erforderlichen Argumente oder mit falschen Argumenten eingeben und anschließend die Eingabetaste drücken, erscheint eine entsprechende Fehlermeldung, die jedoch keinen schwerwiegenden Systemfehler bedeutet. Beachten Sie, daß Sie hinter dieser Eingabeaufforderung nicht das vollständige Befehlsformat eingeben müssen, sondern die erforderlichen Argumente ausreichend sind.

In Befehlsschablonen werden Argumente durch Kommas getrennt. Hinter dem Argument stehen ein Schrägstrich (/) und ein Großbuchstabe, der die Art des Arguments angibt. Diese Kombination aus Schrägstrich und Kennbuchstabe, die nicht als Teil des Befehls eingegeben werden dürfen, sollen Sie an die spezifischen Erfordernisse für ein Argument erinnern. Ein Argument kann mehrere solcher Kennzeichen aufweisen. Die Bedeutung der einzelnen Kombinationen wird in der folgenden Tabelle erläutert:

Schablonenargument

Formatentsprechung

Bedeutung

Argument/A

<Name>

Dieses Argument muß immer angegeben werden.

Option/K

KEYWORD

Das Schlüsselwort der Option ist erforderlich, wenn das Argument angegeben wird. (Die Schlüsselwörter dürfen immer mit angegeben werden.)

Option/S

[KEYWORD]

Diese Option fungiert als Schalter. Sie müssen den Namen dieser Option eingeben, um diese Option auszuwählen. Die meisten Optionen sind Schalter.

Wert/N

<n>

Das Argument ist ein numerischer Wert.

Argument/M

{<Name>}

Für dieses Argument werden mehrere Elemente akzeptiert. Die Zahl der Elemente unterliegt keinen Beschränkungen. Mehrfachargumente müssen jedoch vor anderen Argumenten und Optionen eingegeben werden.

Zeichenkette/F

argument...

Die Zeichenkette muß das abschließende Argument der Befehlszeile sein. Der Rest der Befehlszeile wird als die gewünschte Zeichenkette verarbeitet.

=

KYWD KEYWORD

Ein Gleichheitszeichen zeigt an, daß zwei verschiedene Formen des Schlüsselworts die gleiche Bedeutung haben. Beide Formen sind gleichermaßen gültig. Das Gleichheitszeichen ist nicht Teil des Befehls und darf nicht eingegeben werden.

Im folgenden wird am Beispiel der Schablone des Befehls COPY die Verwendung von Argumenten erläutert:

FROM/M, TO/A,ALL/S,QUIET/S,BUF=BUFFER/K/N,CLONE/S,DATES/S,NOPRO/S,COM/S,NOREQ/S

FROM/M zeigt an, daß ein Argument angegeben werden muß und daß mehrere Argumente möglich sind.

TO/A zeigt an, daß das Argument angegeben werden muß.

ALL/S, QUIET/S, CLONE/S, DATES/S, NOPRO/S und COM/S zeigen an, daß diese Schlüsselwörter als Schalter fungieren. Bei Angabe des Schlüsselworts in der Befehlszeile wird diese Option verwendet.

BUF=BUFFER/K/N zeigt an, daß bei Verwendung von BUF oder BUFFER das Schlüsselwort (/K) und ein numerisches Argument (/N) angegeben werden muß. Dabei sind BUF und BUFFER gültige Schlüsselwörter (=).

Allgemein können Schlüsselwörter und zugehörige Argumente durch Gleichheitszeichen (=) verbunden werden, um in komplexeren Befehlszeilen eine eindeutige Zuordnung sicherzustellen (z.B. BUF=20).

Hoch Zurück Weiter Kapitel