Ein Skript ist eine Textdatei, die eine Reihe von Befehlen enthält. Die Verwendung von Skripts ist eine Möglichkeit, komplexe oder sich wiederholende Aufgaben zu automatisieren, besonders solche, die Sie in regelmäßigen Abständen ausführen müssen. Ein Skript kann praktisch jede Operation übernehmen, die ansonsten aus mehreren Einzelbefehlen besteht, einschließlich des Arbeitens mit Programmen und Datendateien, des Ausführens von Berechnungen und des Dialogbetriebs, d.h. des Empfangens und Anzeigens von Informationen. Im Grunde ist ein Skript einfach ein kleines, leicht zu edierendes Programm.
Zum Erstellen eines Skripts gehen Sie wie folgt vor:
Danach können Sie das Skript in der Shell aufrufen, indem Sie den Befehl EXECUTE gefolgt vom vollständigen Pfadnamen der Skript-Datei eingeben.
Es ist möglich, ein Skript per Maus-Doppelklick aufzurufen, das ein Workbench-Projektpiktogramm besitzt, in dem Sie den Befehl ICONX als Standardprogramm eintragen. Näheres zum Befehl ICONX siehe in Kapitel 6.
Auf dem Amiga können verschiedene Arten von Skripts verwendet werden, und zwar solche, mit AmigaDOS-Befehlen, Skripts mit ARexx-Befehlen und Skripts mit Editor-Befehlen (ED, MEmacs und EDIT). Näheres zum Schreiben von ARexx-Skripts finden Sie im ARexx Benutzerhandbuch. Informationen über Editor-Befehlsskripts finden Sie in Kapitel 4.
Sie können auf dem Amiga sowohl AmigaDOS- als auch ARexx-Skripts erstellen. Diese Skripts schließen sich nicht gegenseitig aus; unter AmigaDOS Version 2 und höher dürfen ARexx-Befehle in AmigaDOS-Skripts verwendet werden und umgekehrt. Allerdings eignen sich die verschiedenen Skript-Typen jeweils besser für bestimmte, typenspezifische Aufgaben.
Im Gegensatz zu ARexx ist AmigaDOS keine allgemeine Programmiersprache. AmigaDOS ist für grundlegende Aufgaben der Dateiverwaltung und Systemkonfiguration ausgelegt. ARexx dient zum Ausführen komplexerer Programme als einfache Verzweigungen und bedingter Ausführung von Befehlen.
Ein Skript kann einfach aus mehreren Pfadangaben bestehen, in denen der Amiga angewiesen wird, bestimmte Programme auszuführen. Eine solche einfache Skript-Datei ist z.B. die Datei User-startup. In dieser Datei haben Sie die Möglichkeit, verschiedene Konfigurationsbefehle einzufügen wie etwa die Anweisung ADDBUFFERS, ohne daß Gefahr für den Programmfluß besteht oder eine Fehlerprüfung vonnöten wäre. Näheres zur Datei User-startup finden Sie in Anhang D.
Mit dem Befehl LIST können Sie Skripts automatisch generieren. LIST besitzt eine Option LFORMAT, über die Sie die Befehlsausgabe so verändern können, daß Sie jeden Text als Ausgabe erhalten können, den Sie zusammen mit der üblichen Ausgabe von LIST haben möchten. Dieser Text kann ein Befehl mit Befehlsschlüsselwörtern sein, wobei der von LIST ausgegebene Dateiname als Argument zum Befehl erscheint. Wenn Sie den Inhalt eines Verzeichnisses auf diese Weise auflisten und dabei die Ausgabe in eine Datei umleiten, haben Sie bereits ein fertiges Skript, das einen Befehl auf den Inhalt dieses Verzeichnisses anwenden läßt.
Wenn ein Befehl für mehrere Dateien zu kompliziert ist, um mit einem einzigen Suchmusterabgleichbefehl ausgeführt zu werden, können Sie ein automatisch generiertes Skript verwenden, um den Befehl für jede einzelne der Dateien einzeln aufzurufen. Beispiel: eine Operation, bei der eine Reihe von Dateien umbenannt wird und bei der die aktuellen Dateinamen und die gleiche Erweiterung angegeben werden, kann nicht von einem einzelnen RENAME-Befehl mit Suchmusterabgleich erledigt werden. Im Abschnitt LIST in Kapitel 6 finden Sie weitere Informationen über die LIST-Option LFORMAT, am Ende von Kapitel 8 sehen Sie ein ausführliches Beispiel dieses Verfahrens.