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MEmacs

Bei MEmacs (MicroEmacs), der dem unter UNIX erkannten Emacs-Editor ähnelt, handelt es sich um einen Bildschirmeditor, mit dem Sie mehrere Dateien gleichzeitig bearbeiten können. Die einzige Einschränkung besteht darin, daß die gesamte Textdatei vollständig in den Speicher passen muß, da in MEmacs Operationen nur in speicherresidentem Text ausgeführt werden.

Die Länge der edierbaren Zeilen ist auf den rechten Rand des Bildschirms begrenzt. Dies entspricht normalerweise 80 Zeichen. Zeichen, die darüber hinaus eingegeben werden, werden zwar akzeptiert, sie erscheinen aber nicht mehr auf dem Bildschirm. Sie können sich diese Zeichen anzeigen lasen, indem Sie die Zeile umbrechen oder einige Zeichen löschen. Ein Dollarzeichen ($) am rechten Bildschirmrand bedeutet, daß noch weitere Zeichen folgen, die nicht mehr auf dem Bildschirm erscheinen.

Das Format des MEmacs-Befehls lautet:

Das Argument <Dateiname> muß nicht angegeben werden.

Die Option GOTO <n> gibt die Zeile an, in der der Cursor beim Öffnen der Datei stehen soll.

Die Angabe OPT W sorgt dafür, daß MEmacs nicht auf einem eigenen Schirm, sondern in einem Workbench-Fenster geöffnet wird; das spart Arbeitsspeicher.

Starten von MEmacs

Sie können MEmacs von der Workbench oder von der Shell aus starten. Von der Workbench aus klicken Sie doppelt auf das Piktogramm "MEmacs" im Fenster "Tools" der Disk "Extras". Wenn Sie mit einer Festplatte arbeiten, finden Sie die Schublade "Tools" im Workbench-Fenster.

Von der Shell aus geben Sie den Befehl im folgenden Format ein:

MEmacs <dateiname>

Mit <dateiname> geben Sie die Datei an, die in MEmacs geladen werden soll. Wenn keine Datei mit diesem Namen gefunden wird, wird beim Speichern eine neue erstellt.

MEmacs-Befehle

In der Zeile am unteren Rand der MEmacs-Anzeige steht entweder der aktuelle Dateiname oder, wenn kein Dateiname angegeben wurde, der Name des aktuellen Puffers. Abbildung 4-5 zeigt die MEmacs-Startanzeige.

Abbildung 4-5. MEmacs-Startanzeige

Sie können gleichzeitig mit mehreren Pufferspeichern arbeiten und auf dem Bildschirm anzeigen lassen. Über die Menüpunte können Sie zwischen ihnen hin- und herschalten. Dabei entspricht die aktuelle Bildschirmanzeige dem Inhalt des jeweiligen Puffers.

MEmacs verfügt über zwei Betriebsmodi:

Normalmodus

Direkte Eingabe und Bearbeitung von Text in der Datei, ohne Sonderfunktionen.

Befehlsmodus

Eingabe eines Befehls über eine Menüauswahl oder ein Tastaturkürzel. Im Befehlsmodus springt der Cursor in die unterste Zeile der Anzeige und wartet auf Benutzereingaben zusätzlicher Informationen hinter der Eingabeaufforderung. Erst nach Ausführung oder Abbruch des Befehls durch Drücken der Eingabetaste können Sie wieder in den Normalmodus zurückschalten.

Im Normalmodus von MEmacs können Sie:

Für das Arbeiten mit MEmacs sollten Sie mit den folgenden Begriffen vertraut sein:

Buffer

Ein von MEmacs verwalteter Speicherbereich (Pufferspeicher). MEmacs verwendet immer mindestens einen Pufferspeicher mit null oder mehr Textzeichen.

Dot

Aktuelle Cursorposition.

Mark

Eine von Ihnen angegebene Cursorposition (Markierung). (Jeder Pufferspeicher hat sein eigenes "Dot" und "Mark".) Mit dem Menüpunkt "Set-mark" (Markierung setzen) markieren Sie die aktuelle Cursorposition (siehe Seite 4-37). Nun können Sie die Datei normal bearbeiten (Cursor bewegen, Text hinzufügen oder löschen). Wenn Sie später an diese Stelle zurückkehren wollen, wählen Sie den Menüpunkt "Swap-dot&mark" (Punkt und Markierung vertauschen) (siehe Seite 4-41).

Sie können damit auch den Anfang eines Textblocks kennzeichnen, den Sie kopieren, verschieben oder löschen wollen. Der Block umfaßt alle Zeichen von der Markierung bis zur aktuellen Cursorposition.

Kill

Mit dem Befehl "Kill" löschen Sie Text vom Bildschirm und speichern ihn in einem Kill-Pufferspeicher. Mit dem Befehl "Yank" können Sie den Text wieder in das Dokument einfügen (siehe entsprechenden Abschnitt unten). Wenn Sie den Befehl "Kill" mehrmals hintereinander aufrufen (ohne dazwischen "Yank" zu verwenden), werden die einzelnen Textblöcke jeweils dem bestehenden Text im Kill-Pufferspeicher hinzugefügt. Nach Auswahl von "Yank" beschreibt der nächste in den Kill-Puffer gestellte Text den aktuellen Textblock.

Window

In MEmacs kann der Bildschirm in mehrere horizontale Bereiche unterteilt werden. So können Sie mehr als einen Pufferspeicher oder auch zwei oder mehr Teilbereiche eines Pufferspeichers edieren und anzeigen lassen. Jeder Bereich ist ein MEmacs-Fenster.

Modified Buffers

Wenn an einem Puffer Änderungen vorgenommen werden, wird dieser als "modified" (geändert) gekennzeichnet. Beim Speichern des Puffers wird diese Kennzeichnung wieder entfernt.

Mit dem Befehl "List-buffers" (siehe Seite 4-38) wird eine Liste der aktuellen Pufferspeicher angezeigt, der Sie entnehmen können, welche geändert wurden. Geänderte Pufferspeicher sind mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet. Wenn Sie MEmacs verlassen wollen, ohne die Änderungen zu speichern, wird eine Meldung mit einem entsprechenden Hinweis angezeigt. Geben Sie ein, ob Sie das Programm dennoch verlassen wollen.

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