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Verwalten von Dateien, Verzeichnissen und Disks

Damit Sie über AmigaDOS auf Daten zugreifen können, müssen Sie die Position der Daten kennen. Auf einem Amiga werden alle Daten in einem System von Verzeichnissen und Dateien gespeichert. Von AmigaDOS wird dasselbe Dateisystem verwendet wie von der Workbench. Der Unterschied zwischen den beiden liegt in der Arbeitsmethode. Insbesondere werden keine Piktogramme zum Bearbeiten von Dateien und Verzeichnissen verwendet. Dem Workbench-Benutzerhandbuch können Sie detaillierte Informationen zum Amiga-Dateisystem und zur Verwendung allgemeiner Befehle entnehmen. In diesem Abschnitt erhalten Sie Informationen zu folgenden grundlegenden Konzepten von AmigaDOS:

Dateisystembegriffe

Die folgende Liste enthält die Hauptelemente des AmgiaDOS-Dateisystems:

Gerät

Ein physisches Gerät, z.B. ein Diskettenlaufwerk oder ein logisches Gerät, d.h. eine Software-Einheit (z.B. RAM: oder logischer Drucker PRT:).

Partition

Eine Festplatte oder ein Teil einer Festplatte, der von AmigaDOS als selbständiges Gerät behandelt wird.

Datenträger

Eine bestimmte Disk oder ein Teil einer Disk, der von AmigaDOS als selbständiges Gerät behandelt wird. Disketten und Festplattenpartition sind Datenträger.

Verzeichnis

Verzeichnisse entsprechen Workbench-Schubladen.

Hauptverzeichnis

Das oberste Verzeichnis in einem Dateisystem für einen bestimmten Datenträger (engl. Root), d.h. das Verzeichnis, das alle anderen Verzeichnisse enthält.

Unterverzeichnis

Ein Verzeichnis, das in einem anderen Verzeichnis enthalten ist.

Datei

Eine benannte Sammlung von Daten.

Pfad

Eine Folge aus Geräte-, Verzeichnis- und Unterverzeichnisnamen, die zur eindeutigen Angabe einer Datei und deren Standort dient.

Dateiverwaltung

AmigaDOS speichert Daten im Dateisystem eines Geräts. Dieses Dateisystem ist in Verzeichnissen, Unterverzeichnissen und Dateien organisiert. Die Verzeichnisse und Dateien sind in einer hierarchischen Struktur angeordnet, die auch als Baum bezeichnet wird. Jeder Ast des Baumes ist ein Verzeichnis, das wiederum mehrere Unterverzeichnisse enthalten kann. Am Ende der Äste (Verzeichnisse) befinden sich (wie Blätter) die Dateien, falls die Verzeichnisse nicht leer sind. Abb. 3-1 zeigt einen Verzeichnisbaum.

Abb. 3-1. Verzeichnisbaum (Beispiel)

Geräte

Bei Geräten (engl. Device) handelt es sich um logische Geräte und die Hardware, die an Ihrem Amiga angeschlossen ist, wie z.B. Disketten- und Festplattenlaufwerke, die RAM-Disk und Peripheriegeräte. Sie können mit verschiedenen Namen auf die Daten zugreifen, die auf diesen Geräten gespeichert sind:

Wenn Sie auf die Dateien eines bestimmten Datenträgers zugreifen wollen, können Sie mit Hilfe des zugehörigen Datenträgernamens, z.B. Workbench:, oder des zugehörigen Gerätenamens, z.B. DFO:, auf den gewünschten Datenträger verweisen. Sie können einen der beiden genannten Namen verwenden. In beiden Fällen müssen Sie jedoch hinter dem Namen einen Doppelpunkt (:) eingeben. Wenn Sie mit dem Datenträgernamen auf eine Disk verweisen, durchsucht das System alle verfügbaren Laufwerke nach dem angegebenen Datenträger. Falls der angegebene Datenträger nicht gefunden werden kann, werden Sie zum Einlegen des gewünschten Datenträgers aufgefordert. Wenn Sie mit Hilfe des Gerätenamens auf eine Diskette verweisen, durchsucht das System nur den Datenträger, der sich gerade im angegebenen Gerät befindet.

AmigaDOS ordnet Peripheriegeräten, die über verschiedene Schnittstellen an den Computer angeschlossen sind, und logischen Geräten (Software-Einheiten) Standardnamen zu. Im allgemeinen dienen diese Geräte zur Ausgabe von Daten, z.B. zum Kopieren einer Datei auf einen Drucker. Diese Standardnamen können Sie der folgenden liste entnehmen:

SYS:

Steht für den Datenträger, den der Amiga nach den grundlegenden, auf Disk residierenden Ressourcen wie z.B. C: und LIBS: durchsucht.

PAR:

Steht für ein Gerät, meist einen Drucker, das an der parallelen Schnittstelle angeschlossen ist. Wenn Sie eine Datei nach PAR: kopieren, wird sie an das Gerät gesendet, das an der parallelen Schnittstelle angeschlossen ist. Die auf diesem Weg gesendeten Ausgabedaten werden nicht durch Treibersoftware verändert.

SER:

Steht für ein Gerät, das an der seriellen Schnittstelle angeschlossen ist, z.B. ein Drucker oder ein Modem. Die auf diesem Weg gesendeten Ausgabedaten werden nicht durch Treibersoftware verändert.

PRT:

Bezeichnet den Drucker. Die nach PRT: gesendeten Daten durchlaufen den ausgewählten Druckertreiber und die serielle oder parallele Schnittstelle, je nachdem welche Angaben im Drucker-Voreinsteller (Printer) der Schublade "Prefs" (Voreinstellungen) gemacht wurden.

CON:

Steht für eine Konsole mit einem Eingabefenster bzw. einem Textausgabefenster. Zu den Konsolenfenstern gehört u.a. das Shell-Fenster.

CONSOLE:

Steht für das aktuelle Konsolenfenster. Anstelle von CONSOLE: kann auch ein Sternchen (*) verwendet werden.

NIL:

Steht für ein Hilfsgerät, mit dem verhindert wird, daß Ausgabedaten am Bildschirm erscheinen. Alle an NIL: gesendeten Daten werden gelöscht.

RAM:

Steht für die RAM-Disk, d.h. einem Teil des internen Amiga-Speichers, der als Speichergerät verwendet werden kann. Alle auf der RAM-Disk gespeicherten Daten gehen bei einem Neustart bzw. beim Ausschalten des Amiga verloren.

RAD:

Bezeichnet eine spezielle Art von RAM-Disks, bei denen die gespeicherten Daten nur verloren gehen, wenn das System ausgeschaltet wird, aber nicht, wenn ein Neustart erfolgt. Weitere Informationen zu diesem Thema können Sie Anhang C entnehmen.

DF0:

Steht für das interne Hauptdiskettenlaufwerk des Amiga, von dem aus der Amiga zu starten versucht, wenn kein anderes Gerät vorhanden ist, von dem aus das System gestartet werden kann.

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