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Die RAM-Disk

RAM: oder die RAM-Disk ist ein Bereich des internen Speichers Ihres Amiga, der als Dateispeichergerät (wie z.B. eine Disk) konfiguriert ist. Er wird auf dem Workbench-Bildschirm durch das RAM-Disk-Piktogramm dargestellt. Dateien, Verzeichnisse oder (ausreichender Speicherplatz vorausgesetzt) ganze Disketten können nach RAM: kopiert und dort vorübergehend gespeichert werden.

Die Größe von RAM: variiert dynamisch und ist immer gerade so groß wie sein Inhalt, d.h. sie ist immer zu 100% voll. Die maximale Größe hängt jeweils vom freien allgemeinen Speicherplatz ab, ist also begrenzt.

Der wichtigste Vorteil von RAM: liegt in der hohen Zugriffsgeschwindigkeit. Da der Zugriff elektronisch und nicht mechanisch erfolgt, werden Daten in kürzester Zeit gespeichert und aufgerufen. Andererseits gehen alle in RAM: (temporär) gespeicherten Daten verloren, sobald der Computer ausgeschaltet bzw. neu gestartet wird.

Anwendungen bedienen sich das RAM: in erster Linie zum Speichern temporärer Dateien, die während des Programmablaufs erstellt werden, und zum Speichern von Sicherungskopien, die angelegt werden, wenn das Programm verlassen wird. RAM: kann auch zum Speichern von Versuchs-Skriptdateien genutzt werden, wenn Sie Befehle testen wollen oder wenn die Erstellung einer Datei auf Diskette zu langsam, riskant oder unpraktisch wäre.

Kopieren von einer Diskette auf eine andere

Die effizienteste Möglichkeit, bei einem System mit einem Diskettenlaufwerk Daten von einer Diskette auf eine andere zu kopieren, liegt in der Nutzung der RAM-Disk:

  1. Kopieren Sie die Daten von der Quelldiskette auf die RAM-Disk.
  2. Nehmen Sie die Quelldiskette aus dem Laufwerk.
  3. Legen Sie die Zieldiskette ein.
  4. Kopieren Sie die Daten aus der RAM-Disk auf die Zieldiskette.

Beim Speichern wichtiger Dateien in RAM: ist Vorsicht geboten. Bei einer Unterbrechung der Stromversorgung, einem Softwarefehler oder einem erneuten Starten des Computers geht alles verloren, was zu diesem Zeitpunkt in RAM: gespeichert war. Sie sollten also bei der Arbeit mit RAM: regelmäßig Sicherungskopien wichtiger Dateien auf Diskette anlegen.

Hinweis:

Anders als bei anderen Kopiervorgängen können Sie eine Diskette nicht nach RAM: kopieren, indem Sie einfach das Piktogramm der Quelldiskette mit der Maus auf das RAM-Disk-Piktogramm ziehen. Statt dessen müssen Sie zunächst das RAM-Disk-Piktogramm öffnen, um anschließend das Disketten-Piktogramm in das RAM-Disk-Fenster zu ziehen. Dadurch wird eine Schublade mit dem Namen und dem Inhalt der kopierten Diskette erstellt.

Die resetfeste RAM-Disk

AmigaDOS verfügt auch über eine "resetfeste" (engl. recoverable) RAM-Disk, die normalerweise unter dem Namen RAD: angemeldet ist. Der Inhalt von RAD: übersteht normalerweise auch einen Neustart und auch die meisten Softwarefehler, so daß Arbeitsdateien dort in der Regel sicherer aufgehoben sind als in RAM:. (Das Ausschalten des Computers führt allerdings auch zum Verlust der Daten in RAD:.)

Im Gegensatz zu RAM: wird RAD: nicht automatisch angelegt. Die resetfeste RAM-Disk aktivieren Sie, indem Sie auf dem RAD-Piktogramm in der Schublade Storage/DOSDrivers doppelt klicken oder, falls Sie RAD: stets zur Verfügung haben möchten, indem Sie das RAD-Piktogramm in die Schublade Devs/DOSDrivers auf der Workbench-Disk ziehen. Sobald RAD: aktiviert ist, erscheint ein Disk-Piktogramm mit dem Titel RAM_0 in der Workbench-Anzeige.

Die Größe von RAD: ist, anders als die von RAM: festgelegt. Die Größe wird im Parameter HighCyl der Mount-Datei von RAD: definiert. Sie können diese Größe aber auch verändern. Dazu geben Sie für den Parameter HighCyl einen anderen Wert ein. Der Wert 79 für HighCyl stattet RAD: mit der gleichen Kapazität aus wie eine normale 880-KB-Diskette.

Startfähige RAD:-Disk

Auf einem Amiga mit mehr als 2 MB RAM: können Sie einen RAD:-Speicher von der Größe (d.h. Kapazität) einer Diskette anlegen - die in "MountList" konfigurierte Standardgröße. Dann könnten Sie z.B. alle Workbench-Dateien auch RAD: kopieren und alle Verzeichnisse dort zuweisen, die normalerweise der Workbench-Disk zugewiesen sind. Damit erhalten Sie eine resetfeste Workbench im RAM. So können Sie das System von RAD: aus neu starten, ohne auf die Workbench-Diskette zugreifen zu müssen.

Es ist auch möglich, mehrere RAD:-Geräte unterschiedlicher Größe zu konfigurieren. Kopieren Sie dazu die Mount-Datei von RAD: und ändern Sie den Namen und die Einheitennummer.

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