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AMINET-Schmankerl der Woche: 'ScreenModeChanger / 46K / readme' von Tom Kroener Autor: Alfred Sturm Man hält es manchmal nicht für möglich, was an sozialem Zündstoff in so einem harmlos daherkommenden AMINET-Proggy drinsteckt - zum Beispiel im "ScreenModeChanger (SMC)" von Tom Kroener. SMC nötigt Programmen einen ScreenMode auf, für den sie ursprünglich überhaupt nicht konzipiert waren - weil es solche Screens zur Zeit der Programmierung möglicherweise noch gar nicht gab. Der Autor beschreibt die Bedeutung seines Programms im DOC wie folgt: "2.Wieso ScreenModeChanger? ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Mit Erscheinen von OS2.04, bzw. OS3.0 kann man Bildschirmmodi einstellen, die nicht auf jedem Monitor darstellbar sind, im schlimmstem Fall sogar die Zerstörung des Monitors verursachen können. Da es sehr ärgerlich ist, wenn man wie ich einen guten VGA-Monitor hat und viele ältere Programme einfach einen PAL- oder NTSC-Screen öffnen (was ein Arbeiten unmöglich macht!), kann man z.B. mit SMC über einen Auswahlrequester ganz einfach den gewünchten Modus einstellen." Gut, das ist der Nützlichkeits-Aspekt; wer will schon seinen teuren VGA-Monitor verrauchen? Aber wäre dann der SMC tatsächlich völlig unbrauchbar für den Besitzer eines 1438S-Monitors mit integrierten PAL- und NTSC-ScreenModi? Das sehe ich anders. Es gibt nämlich noch einen zweiten, vom Programmierer nicht genannten Gesichtspunkt, den ich hier einmal den "sozialpolitischen" nennen möchte: Da existiert also eine Unmasse von angejahrten AMIGA-Programmen, die auch auf bestes Zureden hin einfach keinen truecolor-Screen mit sechzehntausend Mille Farben zu öffnen bereit sind. Sie muten sich uns in einem tumb-tranfunzeligen PAL-Hires-Outfit zu, der in die heutige Zeit ungefähr so gut hineinpasst wie ein kackbrauner Vollrindleder-Ranzen auf den Rücken eines postmodernen School-Girlies. Auf manche dieser Steinzeit-Progs aber will der Compi-Romantiker dennoch nicht einfach so verzichten - ewig-gestrig, wie man als Amiganer nun einmal ist. Was also tun? Dann eben die archaischen Progs so nehmen, wie sie aus grauer Vorzeit auf uns gekommen sind? Das birgt Risiken, und nicht zu knappe: Man stelle sich nur einmal vor - Spione lauern überall! - dass es irgendwie in einflussreiche Windows-User-Kreise aus dem eigenen beruflichen oder sozialen Umfeld durchsickert, man sei unlängst doch tatsächlich beim intensiven, offensichtlich genussvollen (!) Glotzen auf einen PAL-Hires-Screen (!!) mit jämmerlichen 16 (!!!) Farben ertappt worden; was daraus dann letztendlich Unheilvolles resultieren könnte - nicht auszudenken! Beruflicher Karriereknick, Beziehungsknatsch, schliesslich der soziale Abstieg - das wären die unvermeidlichen, aber vorhersehbaren Konsequenzen für eine so gründlich entlarvte cybermässige Fossil-Existenz. Da verbleibt einem dann aus reinem Selbstschutz tatsächlich nur noch - Betrug und Manipulation; wozu sich der besagte SMC nun allerdings bestens eignet. Mit SMC bekommt auch das älteste Skat-Spiel aus der Morgenröte des AMIGA seinen 24Bit-Schirm verpasst, der heimlich spionierende Windows-Blockwart kann nichts Ungewöhnliches erspähen und verpisst sich ohne gefährliche Erkenntnisse, es geht weiterhin aufwärts im Beruf, und die Kids - wofern einem der AMIGA Zeit für sowas gelassen hat - bewahren sich die Achtung vor AMIGA-Mum und AMIGA-Dad, die ja aus ihrem angestaubten Compi-Hardware-Equipment doch noch cool herausholen, was die moderne Zeit halt so vorschreibt. Wer nun dieses An-der-Nase-Herumführen seiner Mitwelt mittels SMC perfekt inszenieren möchte, dem kann ich versichern, dass das - ganz nebenbei - auch einen beträchtlichen Zugewinn an Augenschmaus abwerfen kann. Und damit lassen wir die Sphäre von fun and joke hinter uns. Ich bin immer wieder überrascht, welche Verbesserungen etwa bei alten Card- und Board-Games aus dem AMINET durch den SMC noch möglich werden, z.B. bei Spielen wie: SameGame, (640X480) Spades, (320X240) Turn, (320X240) oder dem neuen, kleine TicTacToe-Clone JT_TTT. (640X480) Wobei sich bei diesen Spielen ein 15Bit-Screen mit - etwa - 32000 Farben am besten macht. Die Farbanzahl der Programme erhöht sich dabei selbstverständlich nicht, aber interessante neue Farbabstufungen des Programm-Bildschirms können durchaus hinzukommen; regelmässig erscheinen die Konturen der Benutzeroberfläche schärfer ("drei-dimensionaler"), die Gadgets werden besser lesbar usw. usf. - der SMC ist, weit über seine Nützlichkeit hinaus, eben auch was für Geniesser, wie das Tabasco auf der Pizza. Ich habe mir den SMC deshalb sogar auf die Workbench gelegt und probiere ihn bei jedem Prog aus, das keine GraKa-Screens öffnet. Wenn SMC dann erfolgreich eingesetzt werden kann, erstelle ich einen file-comment mit den entprechenden Angaben über den besten Screen-Modus. Bleibt zu sagen, dass es leider eine Anzahl von Progs gibt, die sich auch dem SMC gegenüber unnachgiebig zeigen; in seltenen Fällen habe ich auch schon Abstürze durch die Anwendung des SMC gehabt. Zu Installation (beliebiges Verzeichnis!) und Usage mache ich hier keine Ausführungen, denn das DOC ist denkbar kurz - es sollte auch von jedem Nutzer v o r der Anwendung des Proggys gelesen werden, und zwar aus folgendem Grund: Der SMC kann leider auch ScreenModes öffnen, die dem jeweiligen Monitor gefährlich werden können, deshalb: unbedingt die Screen-Modi mit der Gebrauchsanleitung des eigenen Monitors abgleichen!! Fazit: Auch wenn in der Welt unseres Leib- und Magen-Rechners alles zuerst immer schrecklich nützlich wirkt - bei näherem Hinsehen zeigt sich halt doch wieder, auf welchen gefährlich-prickelnden sozialen Abenteuertrip wir uns mit dem AMIGA eingelassen haben... HIER NUN DIE NEUEN AMINET-UPLOADS:
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