Neues AmigaPlus-Forum (Meldung)
Cpt. Future (02-Mar-2001, 11:18)
An Vulkano:
>Eine Bewertung nur unter einem bestimmten Gesichtspunkt muß aber
>zwangsläufig einseitig verlaufen, oder?
Das soll es doch aber auch. Ich wollte die Überlebens- und Entwicklungsmöglichkeiten eines unkommerziellen Projektes mit einem kommerziellen Projekt vergleichen. Diesen Vergleich KANN man NUR unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ziehen..
>Vor allem in diesem speziellen Fall, da der Amiga kommerziell
>bestensfalls ein kleines gallisches Dorf darstellt. ;-)
Keine Frage. Dennoch handelt es sich bis dato noch um einen Wirtschaftsmarkt (auch wenn der Anteil freier Güter bereits sehr hoch ist).
>>[Auflage/Leser]
>Für so etwas guckt man ja auch nicht auf den Counter, sondern in die >Server-Logs (die uns wie die Auflage der A+ vermutlich aber verborgen >bleiben werden).
Eben. Daher kannst du gar nicht schätzen, wieviel reelle Besucher die amiga-news.de *überhaupt* hat. Kann durchaus sein, dass es immer nur die selben 500 Leute sind. Kann auch sein, dass es 5000 verschiedene sind...
Und was die A+ angeht - zum Zeitpunkt der Fusion hatte die A+ ca. 20000 Abnehmer monatlich (Deutschland, Österreich, Schweiz). Die Zahl verriet mir der damalige Chef-Redaktuer als wir uns über Entwicklung und Fortbestand unterhielten.
>Ich habe aber nur geschätzt, daß amiga-news.de mehr Leser hat, die Zahlen
>kenne ich natürlich auch nicht.
Insofern ist der abschnitt von dir natürlich zu disqualifizieren.
>>[A+ hat mehr Leser, daher professionell]
>Nein, sie sind professionell, weil sie damit Geld verdienen *wollen* (muß
>ja nicht immer klappen ;-)).
Das sein und wollen hängt immer zusammen. Wollen und sein allerdings ist etwas anderes ;)
>Ob sie auch wirklich einen breiten
>Kundenkreis erreichen oder nicht, hängt einzig und allein von der
>verkauften Auflage (abzüglich Remittenden) ab.
Richtig. Wo ist das Problem?
>> Mit wenigen Kunden lässt sich kein Magazin auf die Beine Stellen...
>Denkbar ist das schon, solange sich ausreichend Werbekunden und eine groß
>genuge ;-) Anzahl Stammleser findet.
Gut, das war unpräzise von mir. Ich meine mit wenig = kein wirtschaftlicher bedarf vorhanden. Werbekunden machen da auch nicht viel wett. Stammleser zähle ich generell mit zur Kundschaft.
>>> Du vergleichst Äpfel mit Birnen.
>> Nein, ich vergleiche 2 Medien mit gleichem Ziel-Inhalt und gleicher
>> Zielgruppe.
>Du vergleichst zwei völlig unterschiedliche Medien mit relativ
>unterschiedlichem Inhalt und *ähnlicher* Zielgruppe.
ich sagte Ziel-Inhalt und Ziel-Gruppe. Das nicht immer erreicht wird, was beabsichtigt ist, ist verständlich. Doch die Ziele beider Medien sind durchaus äquivalent.
>Ein Leser der A+ ist nicht unbedingt auch ein Leser von amiga-news.de,
>umgekehrt gilt natürlich dasselbe.
Das passiert dann, wenn einem Amiga-User die REINEN Nachrichten ausreichen und er weitere Dinge im Magazin nicht haben muss. Ist dies der Fall, so beginnt er zu substituieren (er kann Geld sparen und bekommt trotzdem das, was er vorrangig möchte), und in dem Moment wird amiga-news.de zu einem direkten Konkurrenten der A+.
Passiert das häufiger, so haben wir es mit dem gleichen Phänomen zu tun, wie ich es in der Open-Source Debatte schonmal ansprach: Ein freies Gut wird zu einem Konkurrenten eines Wirtschaftsgutes in einem existierenden Wirtschaftsmarkt und wird somit OHNE ZWEIFEL den kommerziellen Konkurrenten verdrängen (ceteris paribus).
Die A+ wird dann am dem user ausreichenden (aber dennoch qualitativ und quantitativ unterlegenen) Angebot der amiga-news.de zugrunde gehen.
>Mir z.B. ist die A+ ziemlich egal, hier schaue ich aber wie Du auch >regelmäßig rein.
Ich bin Leser von beidem, denn die KurzNews und die Kommentare hier genügen meinen Ansprüchen bei weitem nicht. Allerdings unterstütze ich die Tendenz, dass die A+ langweiliger und mit der Zeit überflüssig werden könnte, wenn die Typen das nicht endlich mal schnallen und etwas dran ändern (nein, ich mach jetz keine Verbesserungsvorschläge!!!!!!!!!!!!!)
>> Die A+ hat also relativ genug Kunden, um die Kosten decken zu können UND
>> Gewinne zu erwirtschaften.
>Das ist *noch* der Fall.
Ja nun. Ich sprech ja nur von jetzt...
>Es ging ja ursprünglich darum, daß Du meintest, professionelle Angebote
>wären "sicherer" (was lustigerweise offenbar zu einem
>SSL-Forum geführt hat ;-)), weil Kapital dahintersteckt und der
>Fortbestand dadurch gesichert ist.
;-)) SSL oder nicht - das ist hier die Frage NIE GEwESEN ;)
aber egal - hat trotzdem was bewirkt.
Nun Kapital bedeutet schon Sicherheit, weil die Anbieter in einer Abhängigkeit von der Nachfrageseite leben, und somit das Forum weiterbetreiben "MÜSSEN" um die Kunden zu befriedigen.
Die amiga-news.de machens nicht um Geld zu verdienen (wenn man Petra Struck glauben kann), so dass der Fortbestand davon abhängt, ob der Macher gesund bleibt und Lust daran behält.
>Das sehe ich eben anders, weil nicht-kapitalfördernde
>Projekte eben auch nicht weiter durch Kapital gefördert werden. :-))
Oh das ist ein GROßER Fehler, siehe amiga-news.de. Ohne Werbebanner zu verkaufen könnten sie sich mit Sicherheit kein großen Webspace kaufen, mal eben Leute zu uSA-Messen fliegen lassen usw usw.
Du siehst: Kapital ist ein Innovationsmotor. Es sei denn jemand ist so blöde und hat wirklich spaß daran, sein tun aus eigener Tasche zu bezahlen...
>> relativ gesehen ist die A+ jeweils genauso aktuell wie die vorherige
>> Ausgabe.
>Stimmt, aber das macht die Sache nicht wirklich aktuell. ;-)
Es gibt eine zeitliche Verzögerung - ok. Aber die ist nicht der A+ anzuhaften, sondern dem Mediumträger. Ne Zeitschrift muss nunmal irgendwie und wann gedruckt werden.
>> Aber Tiefe und Breite fehlt der amiga-news.de im Gegensatz zur A+
>> natürlich gewaltig (exclusiv interviews, workshops...)
>Das stimmt natürlich (auch wenn ich die Tiefe teilweise etwas vermisse, >aber lassen wir das).
>> Aber zurück zu den Fakten. Wenn die A+ eingestellt würde, dann nur,
>> weil die Käufer fehlen würden. Das bedeutet, dass das Interesse am
>> Amiga zurückgeht.
Das bedeutet erst einmal nur, daß das Interesse an der A+ zurückgeht, alles
andere sind keine Fakten, sondern Schlüsse. Nur weil einem die A+ nicht mehr zusagt, muß das Interesse am Rechner selbst ja nicht futsch sein.
In diesem Fall schon, weil die A+ ein Monopol besitzt. Daher ist die Käuferzahl ziemlich repräsentativ für die Amiga-User-Zahl im Kaufbereich.
Anders ist es (und dann hast du recht), wenn die User ihre Präferenzen plötzlich verändern, und ihnen News ausreichen, denn dann werden sie substituieren und sich für die kostenlose amiga-news.de entscheiden. das wäre das Aus des kommerziellen Zeitschriften-Markts (beim Amiga) und der Anfang des gesamten kommerziellen Endes (Werbung=Firmen=Arbeitsplätze).wie oben bereits beschrieben.
>> Ich stufe den Amiga-Markt schon als einen professionellen ein (noch).
>> Den Kommerz ist eng verbunden mit Amiga.
>> Nicht nur mit dem Namen, sondern auch mit den Händlern, Entwicklern,
>> Produkten.
>Die man mittlerweile locker mit zwei Händen und dem einen oder anderen Zeh
>abzählen kann... :-(
Nun gut, ich sagte auch nichts über den Grad. Nur über den Fakt, dass der A-Markt ein professioneller IST.
>> Wir stehen im classic Markt zweifelsohne kurz vor einer Morphose zu
>> einem freien und unprofessionellen Markt, aber NOCH ist es nicht der
>> Fall.
>Ansichtssache, ich schätze die Lage etwas finsterer ein.
??? Ansichtsachen sind Meinungen. Ein professioneller Markt ist faktum. Kostet amigaWriter Geld oder nicht? Kostet die A+ Geld oder nicht? Kostet AmigaOS3.9 Geld oder nicht? Kosten Turbokarten Geld oder nicht?
>>> Daß "unprofessionelle" Foren gut für den Amiga funktionieren, zeigen
>>> *AC# und Amiga-News imho recht deutlich.
>> ich sagte, nicht dass sie nicht (gut) funktionieren,
>War blöd ausgedrückt, ich meinte eher, daß die *langfristig*
>funktionieren, und das ohne "Professionalität".
Das mag schon sein (und zeugt von sehr gutem engagement der Betreiber), aber es ist eben KEINE SICHERHEIT für einen planbaren Fortbestand gegeben. Es kann jederzeit passieren, dass sie eingestellt werden aus Zeitgründen, Lustschwund, Krankheit, Tod....
>> sondern nur dass ich es gut finde, wenn es auch ein Forum gibt, dass
>> in seiner Existenz durch Kapital gesichert ist.
>Und genau das ist imho eben nicht gegeben.
*grummel* Das ist anscheinend wieder etwas von deinen Ansichten...
>Niemand steckt mehr Kapital (sei es Geld oder Manpower) in etwas, daß
>sich nicht mehr rentabel betreiben läßt.
hab ich nie bestritten.
>Sind die Gewinnaussichten futsch, ist das Forum futsch.
Korrekt. Aber das Kapital, dass hinter einem A+-Forum stehen würde, wäre das Kapital der A+. Die besitzt wiederum ein Monopol und ist relativ sicher (momentan). Ein Forum von ihr würde also so lange existieren, wei die a+ selber.
>Bei Hobbyisten sieht es wieder freundlicher aus, die arbeiten auch für
>lau oder stecken sogar Geld in ein derartiges Projekt.
....bis sie verhungert sind.... ;)
> Aber so etwas wie Hobbies gibt es aus rein wirtschaftlicher Sicht
> vermutlich gar nicht, muß eine Erfindung der Roten sein. ;-)
Hobbies schon. Nur Hobbies für andere mit eigenem Kostenaufwand zu betreiben, dass ist mit Sicherheit von den Roten ;-)
>An sich ist das ganze Gefasel aber eh für die Katz, das neue Forum ist ja
>offenbar kein bißchen kommerziell, sondern höchstens kommerziell
>ausgebeuteter Enthusiasmus. ;-)))
Die dunklen Seiten gibts überall.... ;-)
Nur ist es ein experiment soweit ich verstanden habe. Bei Erfolg ist also evtl. mit einer Eingliederung in die A+ (kommerzialisierung) zu rechnen. Und wie gesagt, ich hab nix dagegen.
mfG Cpt.
|