|
AMINET-Schmankerl der Woche: 'r , (48K), readme' von Guido Mersmann Autor: Alfred Sturm Wer mittels search-tool im AMINET das Programm 'r' auffinden will, der braucht schon eine Menge Geduld und Findigkeit: bei 'r' - - - Fehlanzeige; nicht anders bei 'r.lha', und selbst die Eingabe von 'r.lha util' überhäuft den User-am-Rande-des-Nervenzusammenbruchs noch mit 499 zusätzlichen unerbetenen files; erst 'r.lha util gui' macht das Ergebnis endlich überschaubar und die ValiumZehn wieder entbehrlich. Dem Backup-Muffel mit häufigem HD-Crash sei daher tunlichst anempfohlen, den obigen Link an einem sicheren Ort aufzubewahren; ich schlage diesbezüglich die Eintätowierung an optisch günstig gelegener Hautpartie vor. Dass unser Proggy allerdings einen so ausgefallenen Namen trägt, ist nun keineswegs der sadistischen Grausamkeit seines Erzeugers Guido MERSMANN zuzuschreiben. Der Name ist vielmehr seiner Funktion auf den Leib geschneidert: 'r' ist nichts anderes als ein GUI-Generator für die im C-Verzeichnis befindlichen DOS-Commands; zur Anwendung gehört es vorab ebenfalls ins C-Directory kopiert. Die Usage sieht nun vor, dass 'r' einfach dem gewünschten command vorangestellt wird: 'r copy' öffnet demnach in der linken oberen Ecke des WB-Screens ein kleines GUI, in welchem alle Features des AMIGA-DOS-commands 'copy' in übersichtlicher Anordnung zur gefälligen Benutzung dargeboten werden! Es ist geradezu atemberaubend userfreundlich, dass nur noch 1 zusätzlicher Buchstabe (+Leerstelle) eingetippt werden muss, wenn man sich eine Unmenge anderer Buchstaben ersparen will: nämlich alles das, was einem das original-command frech als templates aufzunötigen versucht - nachdem man etwa, naiv genug, 'copy ?', 'list ?' oder 'assign ?' in die Shell gehämmert hat. Wer ehrlich ist, und der AMIGANER ist dies ja von Natur aus, der muss einfach mit G. MERSMANN darin übereinstimmen, dass einem diese templates-Schwemme die Benutzung der an sich niedlichen Dos-Commands empfindlich verleiden kann; weshalb die Programmierung von 'r' seinerzeit (1993) eine äusserst verdienstvolle Tat gewesen ist! Zumal es ja auch eine Zumutung sondergleichen bedeutet, Besitzer des ersten Intuition-gesteuerten Computers zu sein und dennoch hochwichtige Eingaben quasi "im Handbetrieb" tätigen zu müssen - geradeso wie die bedauernswerten User der verachteten DOSen in der schweren Zeit vor Windows. 'r' hat dieses historische Manko des AMIGA beseitigt, wofür allein ihm schon unser aller Dank gebührt. Sein Platz in der Compi-Geschichte ist ihm sicher. Darüber hinaus ist das Prog aber auch äusserst nützlich - für mich mittlerweile sogar unentbehrlich. 'r' kann immer da in Aktion treten, wo "mal so zwischendurch" eine Datei, ein Verzeichnis oder eine Partition zu handeln ist, ohne dass man gleich den schwerfälligen File-Manager bemühen will (vielleicht hat einen auch das Karma nicht gerade mit RAM überschüttet...) Der Vorteil einer solchen Nutzung ist auch, dass man dann stets sämtliche Features der jeweiligen Dos-Commands zur Verfügung hat, während man bei deren Einbindung in Datei-Manager ja in der Regel nur eine begrenzte Auswahl von 'Lieblings'-Funktionen voreinstellen kann. Zum anderen eignet sich 'r' hervorragend für Batch-Dateien, wenn es etwa darum geht, innerhalb ihrer Abarbeitung jeweils wechselnde Zusatz-Einstellungen vorzunehmen: bestimmten Laufwerken von Fall zu Fall (je nach 'Arbeitsauftrag' gewissermassen), unterschiedliche Buffer zuzuweisen oder aber spezielle, wechselnde assigns vorzunehmen - um nur zwei Beispiele zu nennen. 'r' verfügt hierzu noch über zwei Menus: im Voreinstellungs-Menu lässt sich für jedes einzelne DOS-command eine feste Auswahl an Features zusammenstellen, die dann abgespeichert (im Envarc:) und mittels autostart-Funktion geg. immer wieder aufgerufen werden kann. Das Projekt-Menu weitet diese Fähigkeit von 'r' sogar noch aus: hier kann man pro command mehrere unterschiedliche Funktions-Zusammenstellungen kreieren und diese unter beliebigem Namen abspeichern (und natürlich später wieder aufrufen). Ich gestehe, dass ich mit diesen Voreinstellungen selbst keine Erfahrungen gesammelt habe, weil ich damit nicht arbeite: dadurch nähert sich das Proggy dann doch - finde ich - zu sehr einem File-Manager: es wird mir einfach zu 'unhandlich' und verliert so seinen eigentlichen Sinn. Aber im deutschen Guide sind alle diese Zusatzfunktionen sehr gut erklärt; wer es also anders sieht als ich, kann sich dort problemlos informieren. 'r' funktioniert übrigens auch bei zahlreichen enhancements der ursprünglichen Dos-Commands, wie sie ja das AMINET in üppiger Anzahl bereitstellt - sie müssen nur auf die Option '?' reagieren. Noch mehr: 'r' bedient doch tatsächlich Befehle, die es überhaupt nicht gibt! Bei Eingabe von 'r arsch' zum Beispiel erzeugt es völlig unbeeindruckt ein korrektes GUI, wo man mittels eines asl-Requesters dasjenige file auswählen kann, welches ge-arscht werden soll (leider befindet sich mein Chef nicht auf der Festplatte). Zum Abschluss noch ein wenig Genörgel: Bislang ist es mit 'r' nicht möglich, eine Mehrfachauswahl der zu handelnden files zu treffen. Man kann also z.B. entweder ein file kopieren oder sämtliche in einem Verzeichnis. Der Guide trifft hierzu zwar eine andere Aussage, aber bei mir funktioniert die multi-Selektion nicht - obwohl ich bei der Handhabung getreu nach der Anleitung vorgegangen bin. FAZIT: "Drei Dinge versetzen mich immer wieder in Erstaunen: der gestirnte Himmel über mir, das moralische Gesetz in mir - und die Fähigkeit von 'r', noch aus dem verworrendsten template-Knäuel ein wohlgeordnetes GUI zu zaubern" (frei nach Kant...). HIER NUN DIE NEUEN AMINET-UPLOADS:
|
|
Home | Impressum | About amiga-news.de | Amiga Link Directory | Amiga News Forum | Forum | Gästebuch | Topstories | Archiv | Werbung | EMail | 05.09.2000 - 02.02 h Copyright © 1997/2000 by amiga-news.de. Alle Rechte vorbehalten (Legal Info) - AMIGA und zugehörige Logos sind eingetragene Warenzeichen von Amiga, Inc. Kommentare, Fragen oder Vorschläge zu unseren Seiten? Bitte schreiben Sie an den Webmaster! |