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HOUSEPOOL  Magazine
Ausgabe 20 (August/September 1998)


Loveparade 1998 - One world, one future


Von Sascha Decristan

Ein ums andere Jahr zieht es die meisten von uns doch irgendwie nach Berlin. Bei den einen ist wie diese innere Stimme die einem immer wieder unanständige Dinge zuflüstert, die man aber auch nicht loszuwerden scheint. Oder aber es ist ein euphorisches Schreien das immer nur PAAAARTY, PAAARTY ruft. Es kann aber auch so ein leises wimmern sein, daß fast nur unterbewußt wahrgenommen wird. Plötzlich bist Du wieder bei Sinnen, und Peng, Du stehst in Berlin.
Manch einer will vielleicht auch gar nicht nach Berlin sondern nach Frankfurt, oder sonstwohin, ist aber zu Blöd eine Landkarte zu lesen. Genauso könnten aber auch Schattenwesen aus einer anderen Welt die Fingerchen im Spiel haben, ...(...Willkommen in der Twilight Zone, der Welt des Unerklärlichen....).
Was auch immer es sein mag, was ganze Heerscharen von "Ravern" (Ist Blümchen auch eine "Raverin"?) alljährlich nach Berlin treibt, es macht seine Sache gut. Eigentlich schon ein bißchen zu gut, denn es war ehrlich gesagt...Arschvoll Über eine Millionen Menschen, wieder mal die offizielle und doch so ungenaue Bekanntgabe.
Sonnenschein (wie jedes Jahr) und Regen (Hui, eine Überraschung) wechselten sich ab und brachten Freude ins Spiel. Gerne erinnere ich mich an die vielen künstlich Haarfarben die durch Gesichter auf Pullis liefen, an die vielen "Miss Wet-T-Shirts", und an den Spaß auf der Suche nach einem Unterstellplatz. Nicht alle LoveParaders (Hey das reimt sich auf Space Invaders...- wer weiß vielleicht gibt's bald ne Cover-Version ??) waren solche Weicheier wie ich, die sich wegen so einem bißchen Niselwetter gleich wo untergestellt haben. Es gab gewiß auch einige die das herabstürzende Wasser zur persönlichen Erfrischung oder zur Erhaltung der Körperhygiene nutzten.
Eigentlich gab's auch überhaupt keine richtigen Unterstellungen die dauerhaften Schutz vor den paar fünf Minuten hätten bieten können . So hatte man dann wenigstens die allgemeine Gemeinsamkeit, daß man naß war. Ich kann Euch sagen, da ist die Unity fast am Überkochen. Wie toll man sich doch da gleich fühlt, einer unter einer Millionen die alle genauso "Scheißeleisenaß" sind (Nein, der Löffel hat kein Mikro bekommen. Schade eigentlich).
Was für Parade-Verhältnisse richtig flott ging, war die Durchfahrt der Wagen. Man fing pünktlich an und der Start der Wagen aus 2 Richtungen erwies sich als die bessere, weil auch schnellere Variante. Großes Manko: Die wenigsten Wagen hatten eine, in meinen Augen, vertretbare Absicherung.

Positiv sticht wie schon im vergangenen Jahr der Groove+Frankfurt-Wagen heraus, der von 6 Ordnern mit einem Seil von der Masse abgeschirmt wurde.(Vielleicht DIE Lösung um bei künftigen Paraden mehr Sicherheit zu gewährleisten ?) leider habe ich nur einen weiteren Wagen gesehen der diese "Technik" übernommen hat. Nichtsdestotrotz scheint es glücklicherweise auch in diesem Jahr zu keinen "großen" Verletzungen oder Ausschreitungen gekommen zu sein, wofür nicht zuletzt "WIR", die Besucher der Love Parade, verantwortlich sind.
Betrachte ich es dann aus den Augen des "Erfinders" Dr.Motte, so machen seine Worte auf der Abschlußkundgebung vielleicht durchaus einen großen Sinn, denn stellen wir uns einmal vor es wäre Wirklichkeit...??!!
In diesem Sinne noch viel Vergnügen beim Saubermachen, bei der Wiederaufforstung, beim Ausschlafen und dem Liebe machen, bis zum nächsten Jahr wenn wir wieder unserer inneren Stimme folgen werden.


(tbc)

 




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