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Evosonic - Das Ende eines Traums ?
Eine Meldung, die überraschte, erreichte uns Anfang Juli: Von
Seiten des Kölner Kultsenders für elektronische Musik hieß es
man habe seit dem 01.07.1998 zwar noch weiterhin eine Sendelizenz,
jedoch keine Übertragungsfrequenz mehr. Was war passiert ?
Letztendlich lief es wohl mehr oder weniger auf eine Tatsache hinaus:
Evosonic Radio ging und geht das Geld aus ! Fakt ist, daß das Kölner
Projekt recht hohe monatliche Kosten hat, die nur unzureichend durch
Einnahmen gedeckt sind bzw. gedeckt werden können. Aus einer
Presseerklärung von Mike Schmidt, dem Geschäftsführer und Programmchef
des Senders, geht hervor, daß z.B. 400.000,- DM/Jahr für die
Transpondermiete an SuperRTL überwiesen wurde. Weitere 100.000,- DM
wurde jährlich für den Uplink bezahlt und auch die Telekom wollte für
die Einspeisung ins Kabelnetz 300.000,- DM pro Jahr haben. Für die
Werbeindustrie war Evosonic aber letztendlich nicht offen, da diese
eine Reichweitenanalyse von anerkannten Instituten forderten, die aber
mehr als 100.000,- DM kosten sollte.
Mit solchen Kosten fiel es von Anfang an schwer an einen
wirtschaftlichen Erfolg glauben zu können und somit arbeiteten seit
September 1997 alle (?) Mitarbeiter ehrenamtlich weiter - ohne
Bezahlung. Doch auch das reichte nicht aus, als SuperRTL den
Tonunterträger Ende Juni abschaltete, waren die Rechnungen schon 3
Monate nicht bezahlt. Und plötzlich stand Evosonic Radio ohne
Übertragungsweg da, denn die Kabeleinspeisung erfolgte auch über
die SuperRTL-Satellitenausstrahlung. Nun hatte man zuvor schon das
Unheil kommen sehen und bereits einen Ausweg gesucht und auch fast
einen gefunden: Da gab es doch diesen Geisterkanal namens Phoenix,
dem Kulturkanal von ARD/ZDF, der auch seinen Sitz in Köln hat
(wichtig, da der Uplink nach Entfernung berechnet wird). Diese
Möglichkeit wurde fast Realität, denn weder Astra noch Phoenix noch
das ZDF hatten Einwände gegen die Transpondervermietung und die
"Hucke-Pack-Lösung". Jedoch meldete sich Widerstand von unerwarteter
(?) Seite: der WDR - für die technische Umsetzung bei Phoenix
zuständig - legte gegen den potentiellen Mitbewerber sein Veto ein,
wobei bis heute zweifelhaft ist, ob sie dieses Recht überhaupt
besitzen.
Fakt ist jedenfalls, daß Evosonic bis zum jetzigem Zeitpunkt keinen
neuen Transponder hat und somit immer noch "Off Air" ist. Die Zukunft
des Senders ist ungewiß, momentan stützen sich alle Hoffnungen auf den
"Neukult e.V.", dabei handelt es um eine Art Förderverein, der
demnächst zusammen mit anderen Finanziers Gesellschafter also
Eigentümer von Evosonic wird. Um einen Sendebetrieb wieder aufnehmen
zu können, werden insgesamt 12.000 Mitglieder gebraucht, für einen
werbefreien Sendebetrieb 25.000 - derzeit sind bereits 1.900
Mitglieder vorhanden. Für einmalig 10,- DM und monatlichen 11,- DM
erhält man auf jeden Fall 3 CD Compilations und vielleicht auch ein
stück von evosonic. Derweil müssen Fans aufs Internet ausweichen, dort
werden etliche Sendungen via RealAudio ausgestraht. Es bleibt
abzuwarten, wie sich die Zukunft für das innovative Radio entwickelt,
denn die Zeit drängt und auch ein Entzug der Sendelizenz wäre möglich,
was wohl das endgültige Aus bedeuten würde. Wem also was an evosonic
liegt, der sollte jetzt handeln und nicht reden - Mitglied werden,
Freunde überzeugen auch Mitglied zu werden und hoffen.
Mehr Informationen:
Evosonic Radio im Netz
Cosmium.net Website
Kommentar zu diesem und anderen Themen.
(cm)
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