Die ganze Woche über war Sven Väth das Gesprächsthema Nr.1. Jeder
wußte davon, jeder wollte hin und das Problem war, wie es sich später
herausstellen sollte, jeder konnte hin. So kam es wie es kommen mußte
und um 22.00 Uhr schon war die Schlange vor dem Eingang ca. 100 Meter
lang. Von Goa - Hupen bis zu verstrahlten Tunnel-HH-Proleten waren so
ziemlich alle Sparten diverser Techno-Subkulturen vertreten. Im Unit
drin angelangt kam man sich vor wie in einer Sardinenbüchse. Der
gesamte Laden war brechend voll. Und mit brechend voll meine ich auch
brechend voll. Die Unit-Verwaltung hätte sich mal vorher überlegen
sollen wie hoch ihre Besucherkapazität ist und dementsprechend vielen
feierwütigen den Eintritt gewähren sollen.
Der Longset von Sven Väth begann um 0.00 Uhr und dieser Mann war
gewaltig. Und die Musik war gewaltiger. Es fing an von Acid-House,
ging über Breakbeats und endete irgendwo im experimentellen Väth-Stil.
Doch tanzen konnte man dazu nicht, weil es einfach zu voll war. Wie
soll man sich in die Musik reinsteigern, wenn man sich alle 20
Sekunden beim tanzenden Nachbarn entschuldigen muß, weil man ihm auf
den Fuß getrampelt oder ihm mit dem Ellenbogen ins Gesicht geschlagen
hat, obwohl man sich doch nur den Schweiß von der Stirn wegwischen
wollte? Das war vorerst zuviel. Erstmal ein Bier trinken. Dachte ich,
aber um 2.00 Uhr war keines mehr da. Ausverkauft. Nachschub kam erst
gegen 3.30 Uhr. Und es wurde immer heißer und feuchter. Und nun kommt
der größte Knüller des Abends. Ab 1.00 Uhr konnte man zwar raus, aber
man kam nicht mehr rein!!! Denn Einlaß war nur von 22.00 bis 1.00 Uhr.
Und nicht einmal der kleine Open-Air-Bereich wurde geöffnet. Und als
dann um 4.00 Uhr auch noch der 2nd Floor mit Stereo Jack geschlossen
wurde, weil der Verstärker durchgeknallt war und kein Ersatzgerät
vorhanden war (Jippie!) bewegte sich überhaupt nichts mehr. Es war nur
noch eine einzige erstarrte und komprimierte Masse aus verstrahlten
Feierwütigen, denen nichts anderes übrig blieb, als mit dem Kopf zur
Bassline zu wackeln. Doch Glückwunsch an alle, die außer mir auch noch
da waren. Trotz allem war die gesamte Menge am feiern. Es wurde
getrunken, ge*****, ge*****, mit den Armen gewedelt, gebrüllt,
geschrien und mit dem Kopf gewackelt, was das Zeug hielt. Alles in
allem eine fette Feier, sie war jedoch anstrengend, eben weil es so
voll war und weil die Musik teilweise sehr experimentell war.
Um 8.30 Uhr dann die größte Frechheit der Menschheitsgeschichte. Sven
Väth legte die Platten nieder. Noch ca. 400 Personen auf der
Tanzfläche (!!), ganz zu schweigen von dem Rest des Laden. Alles breit
und alles will tanzen und feiern, weil man jetzt endlich auch richtig
abgehen kann. Doch keiner da, der auflegt. Sven Väth wird alles zu
spät, Stereo Jack ist weg, und Bernd (Besitzer vom Unit) will die
Party beenden. Doch da tauchen MartinK und Bapho auf und schlagen vor,
diese geile Party fortzuführen. Man kann die Leute doch in dem Zustand
nicht nach Hause schicken. Doch Bernd ist das egal. Unter Protest
werden alle Gäste rausgeschmissen.
Benotung (1-10): Musik: 1 - Fun: 4 - Atmosphäre: 4 - Gesamt: 3
(bc)
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