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HOUSEPOOL  Magazine
Ausgabe 19 (Juni/Juli 1998)


Portrait: DJ Hell


Von Carsten Marmulla

Seit Jahren bekannt als DJ, Musiker und auch als Labelchef, sowie auch
als  eines  der  Aushängeschilder  für  das  Münchener  Disko B Label.
Jahrelang ist DJ Hell, mit bürgerlichem Namen Helmut Josef Geier  beim
Einwohnermeldeamt  bekannt,  schon als DJ unterwegs - eigentlich schon
unglaublich lange, denn seine Wurzeln reichen zurück bis in  das  Jahr
1978  als  er  als  Punk-DJ began, danach folgten Rap, P-Funk und Rare
Groove in den 80er Jahren, bis er (endlich) 1987 die  wundersame  Welt
der  House  Music  kennenlernte. Seitdem ist er immer vorne dabei, was
zahlreiche  DJ-Ratings  ebenso  belegen  wie  Auftritte   auf   vielen
namhaften Veranstaltungen.

Als einer der Leute der ersten Stunde war und ist DJ Hell stets bemüht
seine  "Definition  of  House  Music" zu entdecken - dies war auch der
Titel seiner ersten 12" Platte in Jahre 1992.  Seitdem  hat  er  einen
unverwechselbaren  Stil  gefunden,  der  sowohl bei seinen DJ-Sets zum
Ausdruck kommt, aber ebenso und noch kompromißloser bei seinen eigenen
Produktionen spürbar ist. 1995 wurden endlich die restlichen Leute auf
ihn aufmerksam, als er verantwortlich war für die Zusammestellung  der
mittlerweile schon fast legendären X-Mix 5 "Wild Style".

Spätestens seit dieser Zeit  ist  er  einer  der  gefragtesten  DJ  in
Deutschland  und im Rest der Welt, quasi als Aushängeschild der "Disko
Bavaria". Umfangreich ließt sich auch seine  Diskographie,  die  schon
fast  zu  lang  ist,  um hier komplett aufgezählt zu werden. Es reihen
sich unzählige Releases aneinander, viele davon auf dem Disko B Label,
aber  auch  auf  R&S  Rec., Kickin Rec., MFS, Harthouse, K7, Synewave,
F-Communication, Sativae, Kurbel und eingen mehr. 1997 startete er  in
Zusammenarbeit mit Disko B sein eigenes Label "International DJ Gigolo
Records", dessen Namen ebenso interessant ist, wie die Entstehung  und
des dahinterstehenden Konzeptes.

Durch seine Arbeit bei Logic wußte Hell bereits, was für  eine  Arbeit
es  ist,  ein Label zu betreiben. Dennoch kam ihm die Idee es doch mal
zu versuchen und somit befreundeten Künstlern ein Forum zu bieten, auf
dem  man anspruchsvolle Partymusik veröffentlichen kann. Trotzdem aber
ist und wird  Gigolo  nicht  das  einzige  Label  sein  auf  dem  neue
Hell-Releases  veröffentlicht  werden,  nach  wie vor wird er auch auf
Disko B produzieren. Somit hat Hell mit Gigolo endlich ein  Instrument
zur  Hand  um Sachen zu featuren, die sonst nirgendwo released würden.
Zudem bemüht sich DJ Hell seine Künstler nicht unter Druck zu  setzen,
da dies nicht gerne die Kreativität fördert.

Zu dem Namen International DJ Gigolos kam Jeff Mills auf dem  Rückflug
aus  der  Schweiz,  als er meinte, daß sie aufgrund des "guten Lebens"
mit all den guten Hotels, netten Leuten und den sie umgebenden Mädchen
doch  eigentlich Gigolos seien. So fand DJ Hell dann nach einiger Zeit
den Namen für sein Label.

Um einen Eindruck in das mit  Gigolo  verfolgte  Konzept  zu  bekommen
bietet  sich  die  erste  CD-Release  an.  Ein  kleines Kompendium und
Konzeptwerk liegt mit der ersten  CD-Release  vor,  die  sinnigerweise
auch  "International  DeeJay  Gigolos  CD One" betitelt wurde, und ein
breites Spektrum vorstellt. So ist schon die  Compilation  der  darauf
vertretenen   Künstler   beachtlich,   hier  treffen  absolute  Könner
miteinander an so z.B. Jeff Mills, Christopher Just, Rev. Chris Korda,
DJ  Naughty,  David  Careta  und  schließlich  Rok  Jonzon.  Alle  mit
differenzierbaren Musikstylen, aber  irgendwie  doch  zusammenpassend,
letztendlich  ein  schmackhaftes  und  abwechselungsreiches  Menü, das
allerdings auch verdaut sein will.

Der begeisterte Hobbyfußballer und  Fußballfan  plant  für  die  jetzt
anlaufende  Wletmeisterschaft  eine  WM-Tour in Frankreich, wo er sich
tagsüber die Spiele ansieht und abends dann in den Clubs auflegt. Ganz
nebenbei gibt es aber noch etwas ungewöhnliches an DJ Hell, denn neben
Gigolo  betreibt  er  auch  noch  das  Gigolo  Tapes-Label,   was   in
Deutschland  ja  eher  ungewöhnlich ist. Auf diesen Tapes gibt es dann
einerseits Newcomern eine Chance, aber auch Musikliebhabern, die  z.B.
auch  DJ-Sets  mit  Live  Mixes  ("DJ  Hell  in  Moscow",  "DJ Hell in
Chicago") haben möchten.

Insgesamt ein vielseitiger und vielbeschäftigter Mensch - wünschen wir
ihm  für  die  Zukunft alles Beste und viel Spaß bei der WM und hoffen
für uns, daß wir noch viel von Helmut Geier mitbekommen werden.
								  (cm)
	
 




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