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Im TechnoTools-Test: Roland Juno-106 (Programmable Polyphonic Sythesizer)
Er ist der Nachfolger des erfolgreichen Juno-60 und hat sich seit
seinem Erscheinen im Frühjahr 1984 in vielen Studios zum
Standardsynthesizer entwickelt, in den 90´ern natürlich auch wegen dem
Analog-Revival. Der "gute alte" JUNO ist in unzähligen House- und
Techno-Traxx der 80er und 90er verewigt, die Liste der Juno-User
reicht von Inner City, Autechre, Moby, Laurent Garnier über Kenny
Larkin bis hin zu Underworld und Prodigy (bis unendlich).
Hier nun die Facts:
Der Juno ist ein sechsstimmig polyphoner Analog-Synthesizer (nicht
ganz s.u.) mit 61 Tasten, einer Speicherkapazität für 128 Sounds und
einer serienmäßigen MIDI-Schnittstelle (In, Out, Thru).
Der Sound dieses Synthis ist universell einsetzbar und der Grundklang
kann als dicht und überzeugend bezeichnet werden. Für Flächen und
Sweep-Sounds ist der Juno sicherlich geeignet, aber auch für Bässe à
la SH-101 oder TB-303, ansonsten wird die typische Roland-Soundpalette
der Strings (Hallo House-Meister), Brasses und natürlich des
perkussiven Materials und der analogen Effektsounds breit abgedeckt.
Und das alles trotz eingeschränkter Synthesizer-Möglichkeiten, da nur
ein Oszillator und eine Hüllkurve pro Stimme verfügbar ist.
Der Juno ist mit DCOs ausgerüstet, die im Gegensatz zu VCOs immer für
die richtige Stimmung sorgen. Das war´s dann auch schon an digitalem
Schnickschnack, der Rest des Gerätes ist absolut analog. Insgesamt
stehen ca. 20 Schieberegler und ebensoviele Taster zur
Klangmanipulation zur Verfügung. Der Synthi ist in folgende Sektionen
unterteilt:
- LFO: Regler für Rate und Delay-Time
- DCO: Regler für LFO und Pulsweitenmodulation (PWM) sowie Unteroszil-
lator (SUB - für den Schub und Druck) und Noise, außerdem Tas-
ter für die Tonhöhen des DCO, für die Wellenformen Rechteck,
Dreieck, Impuls und einen Impulsbreitenmodulationsschalter (ma-
nuell oder LFO gesteuert)
- HPF: dem Hochpaßfilter steht ein Abschneidefrequenzregler (4-stufig)
zur Verfügung
- VCF: Regler für Abschneidefrequenz, Resonanz (bis zur Eigenresonanz
regelbar), Hüllkurvenmodulation, LFO-Modulation, Tastenfolge
und ein Polaritäts-Schalter
- VCA: Regler für VCA-Pegel und ein Steuersignal-Wahlschalter
- ENV: Regler für die (leider einzige) A(ttack-), D(ecay-), S(ustain-)
und R(elease-) Hüllkurve
Weiterhin steht die rolandtypische Bendersektion zur Verfügung und
eine Portamento-Funktion wurde ebenfalls spendiert. Natürlich ist auch
beim Juno-106 die Chorusschaltung beibehalten worden. Diese wertet den
etwas eingeschränkten Sound erheblich auf, rauscht allerdings ziemlich
deutlich, das ist eben Analogfeeling. Leider wurde der Arpeggiator des
Juno-60 nicht übernommen.
Die Speicherung der 128 Sounds erfolgt in zwei Gruppen mit je 8
Bänken, die wiederum über 8 Speicherplätze verfügen. Durch die
Trennung der Daten in zwei Gruppen ist eine Kombination der
verschiedenen Gesamtprogramme möglich. Gespeichert werden Klänge durch
Drücken der WRITE-Taste und dann Anwahl der gewünschten BANK und des
PATCHES - fertig. Ein Kassetteninterface steht ebenfalls zur
Speicherung zur Verfügung.
Die schon erwähnte MIDI-Schnittstelle verarbeitet die Daten für
LFO-Modulation, Bender, Umschaltung der Patch-Programme und die
Tastaturinfos. Natürlich bringt der Juno auch im Zusammenspiel mit
einem analogen Sequencer, z.B. dem Doepfer MAQ 16/3 (der hat MIDI) dem
Soundtüftler viele interessante Ereignisse und Ergebnisse.
Ebenfalls an der Rückseite findet sich ein Stereo-Output mit Level
Wahlschalter (für viel Krach und Lärm).
Der Preis des Juno-106 lag bei Erstausleiferung im Jahre 1984 bei
2.900 DM und ist für Interessierte auf dem Gebrauchtmarkt für ca.
800-1.200 DM zur Zeit zu ergattern.
Viel Spaß mit dem Juno-106 !
Den TechnoTools-Test führte für HousePool: Jack Server.
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