HousePool® Ausgabe 12 - April/Mai 1997

Shapes 6 - TechnoTools


Shapes - TechnoTools
Im TechnoTools-Test: Roland Juno-106 (Programmable Polyphonic Sythesizer)
PHOTO LOGO PHOTO
Er ist der Nachfolger des erfolgreichen  Juno-60  und  hat  sich  seit
seinem   Erscheinen   im   Frühjahr   1984   in   vielen  Studios  zum
Standardsynthesizer entwickelt, in den 90´ern natürlich auch wegen dem
Analog-Revival.  Der  "gute  alte"  JUNO  ist in unzähligen House- und
Techno-Traxx der 80er und  90er  verewigt,  die  Liste  der  Juno-User
reicht  von  Inner  City,  Autechre,  Moby, Laurent Garnier über Kenny
Larkin bis hin zu Underworld und Prodigy (bis unendlich).

Hier nun die Facts:

Der Juno ist ein  sechsstimmig  polyphoner  Analog-Synthesizer  (nicht
ganz  s.u.)  mit 61 Tasten, einer Speicherkapazität für 128 Sounds und
einer serienmäßigen MIDI-Schnittstelle (In, Out, Thru).
Der Sound dieses Synthis ist universell einsetzbar und der  Grundklang
kann  als  dicht  und  überzeugend  bezeichnet werden. Für Flächen und
Sweep-Sounds ist der Juno sicherlich geeignet, aber auch für  Bässe  à
la SH-101 oder TB-303, ansonsten wird die typische Roland-Soundpalette
der  Strings  (Hallo  House-Meister),  Brasses   und   natürlich   des
perkussiven  Materials  und der analogen Effektsounds breit abgedeckt.
Und das alles trotz eingeschränkter Synthesizer-Möglichkeiten, da  nur
ein Oszillator und eine Hüllkurve pro Stimme verfügbar ist.

Der Juno ist mit DCOs ausgerüstet, die im Gegensatz zu VCOs immer  für
die  richtige  Stimmung sorgen. Das war´s dann auch schon an digitalem
Schnickschnack, der Rest des Gerätes  ist  absolut  analog.  Insgesamt
stehen    ca.    20   Schieberegler   und   ebensoviele   Taster   zur
Klangmanipulation zur Verfügung. Der Synthi ist in folgende  Sektionen
unterteilt:

- LFO: Regler für Rate und Delay-Time

- DCO: Regler für LFO und Pulsweitenmodulation (PWM) sowie Unteroszil-
       lator (SUB - für den Schub und Druck) und Noise, außerdem  Tas-
       ter für die  Tonhöhen des DCO, für  die Wellenformen  Rechteck,
       Dreieck, Impuls und einen Impulsbreitenmodulationsschalter (ma-
       nuell oder LFO gesteuert)

- HPF: dem Hochpaßfilter steht ein Abschneidefrequenzregler (4-stufig)
       zur Verfügung

- VCF: Regler für  Abschneidefrequenz, Resonanz (bis zur Eigenresonanz
       regelbar),  Hüllkurvenmodulation,  LFO-Modulation,  Tastenfolge
       und ein Polaritäts-Schalter

- VCA: Regler für VCA-Pegel und ein Steuersignal-Wahlschalter

- ENV: Regler für die (leider einzige) A(ttack-), D(ecay-), S(ustain-)
       und R(elease-) Hüllkurve

Weiterhin steht die rolandtypische  Bendersektion  zur  Verfügung  und
eine Portamento-Funktion wurde ebenfalls spendiert. Natürlich ist auch
beim Juno-106 die Chorusschaltung beibehalten worden. Diese wertet den
etwas eingeschränkten Sound erheblich auf, rauscht allerdings ziemlich
deutlich, das ist eben Analogfeeling. Leider wurde der Arpeggiator des
Juno-60 nicht übernommen.

Die Speicherung der 128 Sounds  erfolgt  in  zwei  Gruppen  mit  je  8
Bänken,  die  wiederum  über  8  Speicherplätze  verfügen.  Durch  die
Trennung  der  Daten  in  zwei  Gruppen  ist  eine   Kombination   der
verschiedenen Gesamtprogramme möglich. Gespeichert werden Klänge durch
Drücken der WRITE-Taste und dann Anwahl der gewünschten BANK  und  des
PATCHES   -   fertig.   Ein  Kassetteninterface  steht  ebenfalls  zur
Speicherung zur Verfügung.

Die  schon  erwähnte  MIDI-Schnittstelle  verarbeitet  die  Daten  für
LFO-Modulation,   Bender,  Umschaltung  der  Patch-Programme  und  die
Tastaturinfos. Natürlich bringt der Juno  auch  im  Zusammenspiel  mit
einem analogen Sequencer, z.B. dem Doepfer MAQ 16/3 (der hat MIDI) dem
Soundtüftler viele interessante Ereignisse und Ergebnisse.
Ebenfalls an der Rückseite findet sich  ein  Stereo-Output  mit  Level
Wahlschalter (für viel Krach und Lärm).

Der Preis des Juno-106 lag bei  Erstausleiferung  im  Jahre  1984  bei
2.900  DM  und  ist  für  Interessierte auf dem Gebrauchtmarkt für ca.
800-1.200 DM zur Zeit zu ergattern.

Viel Spaß mit dem Juno-106 !

 Den TechnoTools-Test führte für HousePool: Jack Server.

  

INDEX AKTUELL MUSIK ARTIKEL BERICHTE
LIFESTYLE PRESENTATION PROFILE ALLGEMEIN SCHLUß
<<<< HOME INHALT EMAIL >>>>

© Copyright 1995-1997 HousePool Magazine / Carsten Marmulla & Carsten Wiehle GbR
All rights reserved worldwide.