HousePool® Ausgabe 12 - April/Mai 1997

Shapes 5 - TechnoTools


Shapes - TechnoTools
Im TechnoTools-Test: Roland Juno 60 Synthesizer

Info          : 6-fach polyphoner Analogsynthesizer
		Baujahr: 1982 (Japan)
		Preis `82 : 3200,- DM
		Derzeitiger Gebrauchtmarktpreis: 450,- bis 750,- DM

Fakt          : Ein  digital kontrollierter  Oscillator (Wellenformen:
		Saw. Pulse) mit modulierbarer Weite und Suboscillator.
		Bei  Bedarf auch  alle Wellenformen  gleichzeitig. Die
		Lautstärke des  Suboscillator läßt sich über den dazu-
		gehörigen Poti  stufenlos einstellen. Zusätzlich steht
		ein Rauschgenerator mit White Noise zur Verfügung, ein
		VCA, eine ADSR Hüllkurve, ein 24-db-Tiefpaßfilter, ein
		Hochpaßfilter und ein LFO  gehören ebenso zur Ausstat-
		tung wie der  eingebaute  Arpeggiator  und der Chorus-
		effect.

LFO           : Der  Low-Frequency-Oscillator  des Juno 60 liefert le-
		diglich eine  Sinuswelle, die von 0.3 - 20 Hertz gere-
		gelt werden kann. Der LFO-Einsatz läßt sich bis zu 1.5
		Sek. verzögern  oder  mittels  des  LFO-Triggertasters
		auslösen. Der LFO  kann auf folgende Modulationsadres-
		sen einwirken:  Filterfrequenz,  Pulsweite  des Pulse-
		Oscillators und Tuning des DCO.

Hüllkurve     : Der Juno  bietet  die  Standardformen  Attack,  Decay,
		Sustain  und  Release - alle  mit eigenem  Regler. Die
		Hüllkurve ist in der Lage folgende Parameter zu beein-
		flussen: VCA-Intensität, Filterfrequenz, Pulsweite des
		Pulseosc.. Die  Hülkurve  kann sowohl positiv als auch
		negativ auf die Filterfrequenz einwirken.

Filter        : Das  24-db-Tiefpaßfilter  bietet  die  üblichen Regler
		Frequenz  und  Resonanz. Die  Resonanz  reicht bis zur
		Selbstoscillation  des  Filters (das beliebte Pfeifen)
		und erzeugt so eine Sinusschwingung, die sich dank des
		Kybd-Regler - der steuert die Filterfrequenz in Abhän-
		gigkeit  von der  gedrückten Klaviaturtaste - auch vom
		Keyboard  aus spielen läßt. Dem nachgeschaltet ist ein
		Hochpaßfilter, der bei Bedarf  tiefere Frequenzanteile
		des Signals herausfiltert.

Arpeggiator
und Chorus    : Der Juno 60 ist mit einem recht komfortablen Arpeggia-
		tor  ausgerüstet: es stehen  folgende  Variationen zur
		Verfügung: Akkord aufwärts, auf- und abwärts  oder nur
		abwärts. Bei  jeder  dieser  Konfigurationen läßt sich
		noch festlegen, ob der Akkord noch transponiert werden
		soll. Es  lassen  sich  hierfür  1-Oktave-, 2-Oktaven-
		oder eine 3-Oktaven-Transponierung festlegen.
		Der  eingebaute  Choruseffect  ist in  seiner Funktion
		leider sehr stark eingeschränkt - man kann  ihn entwe-
		der ein-  oder ausschalten und  zwischen Mode 1 oder 2
		wählen.

Memory        : Junos  Pluspunkt  sind  die  8x8 Speicherplätze in die
		sich 56 Sounds speichern lassen. Für einen 82er Synthi
		ist das schon ganz ordentlich.

Connect       : Stereo Out:  in Verbindung  mit seinem Chorus  erzeugt
		der Juno 60 ein Stereoausgangssignal
		VCF Control:  hier läßt sich  die Filterfrequenz durch
		eine externe Steuerspannung kontrollieren.
		Arpeggio Clock-In:  durch ein externes Clocksignal ist
		die Arpeggiogeschwindigkeit kontrollierbar.
		Pedal Hold:  Sustainregelung
		Ein paar Klinkenjacks:  zur Speicherung der Sounds auf
		Audiokassetten,  die da heißen:  Tapedump, Patchshift,
		Tapeload, Tapesave.
		Wichtigster Anschluß des  Juno ist die DCB-Buchse (Di-
		gital Communication Bus), über die  der Juno  mit pas-
		sendem  MIDI-DCB-Interface in die midi-fizierte Außen-
		welt integriert werden kann.

Und sonst ?   : Als  Spielhilfen sind ein Bender eingebaut - mit regu-
		lierbarer Auswirkung auf Filter und Tuning. Ein Octave
		Transpose-Schalter  durch den die Tastatur des Synthis
		um  eine Oktave  rauf oder runter "gebeamt" wird durch
		eine  Hold-Taste  werden die  6 zuletzt angeschlagenen
		Tasten  gehalten bis  die  Hold-Funktion  abgeschaltet
		wird.

Sound         : Der  Juno 60  bietet keine klanglichen Überraschungen.
		Brachiale  Soundeskapaden  gehören nicht zu seinem Re-
		pertoir, aber  das  als unbedingt negativ  zu bewerten
		wäre übertrieben - hat der Juno  doch seine Stärken in
		warmen  vollen  Strings   und  leicht  psychedelischen
		Flächen. Bei hoch ausgesteuertem Filter  und maximaler
		Highpaß-Filtereinstellung  lassen  sich  auch  kühlere
		sterile Klänge realisieren.

Fazit         : Wer auf  aggressive Brachialsounds verzichten kann und
		sich für nette angenehme Stringsounds begeistern kann,
		dem kann man  dieses Gerät auch aufgrund des niedrigen
		Gebrauchtpreises ruhig ans Herz legen. Der macht Holz,
		der macht Flächen - der ist in Ordnung !

 Den TechnoTools-Test führte für HousePool: Holger Erlenwein.

  

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