Shapes - TechnoTools
Im TechnoTools-Test: Roland Juno 60 Synthesizer
Info : 6-fach polyphoner Analogsynthesizer
Baujahr: 1982 (Japan)
Preis `82 : 3200,- DM
Derzeitiger Gebrauchtmarktpreis: 450,- bis 750,- DM
Fakt : Ein digital kontrollierter Oscillator (Wellenformen:
Saw. Pulse) mit modulierbarer Weite und Suboscillator.
Bei Bedarf auch alle Wellenformen gleichzeitig. Die
Lautstärke des Suboscillator läßt sich über den dazu-
gehörigen Poti stufenlos einstellen. Zusätzlich steht
ein Rauschgenerator mit White Noise zur Verfügung, ein
VCA, eine ADSR Hüllkurve, ein 24-db-Tiefpaßfilter, ein
Hochpaßfilter und ein LFO gehören ebenso zur Ausstat-
tung wie der eingebaute Arpeggiator und der Chorus-
effect.
LFO : Der Low-Frequency-Oscillator des Juno 60 liefert le-
diglich eine Sinuswelle, die von 0.3 - 20 Hertz gere-
gelt werden kann. Der LFO-Einsatz läßt sich bis zu 1.5
Sek. verzögern oder mittels des LFO-Triggertasters
auslösen. Der LFO kann auf folgende Modulationsadres-
sen einwirken: Filterfrequenz, Pulsweite des Pulse-
Oscillators und Tuning des DCO.
Hüllkurve : Der Juno bietet die Standardformen Attack, Decay,
Sustain und Release - alle mit eigenem Regler. Die
Hüllkurve ist in der Lage folgende Parameter zu beein-
flussen: VCA-Intensität, Filterfrequenz, Pulsweite des
Pulseosc.. Die Hülkurve kann sowohl positiv als auch
negativ auf die Filterfrequenz einwirken.
Filter : Das 24-db-Tiefpaßfilter bietet die üblichen Regler
Frequenz und Resonanz. Die Resonanz reicht bis zur
Selbstoscillation des Filters (das beliebte Pfeifen)
und erzeugt so eine Sinusschwingung, die sich dank des
Kybd-Regler - der steuert die Filterfrequenz in Abhän-
gigkeit von der gedrückten Klaviaturtaste - auch vom
Keyboard aus spielen läßt. Dem nachgeschaltet ist ein
Hochpaßfilter, der bei Bedarf tiefere Frequenzanteile
des Signals herausfiltert.
Arpeggiator
und Chorus : Der Juno 60 ist mit einem recht komfortablen Arpeggia-
tor ausgerüstet: es stehen folgende Variationen zur
Verfügung: Akkord aufwärts, auf- und abwärts oder nur
abwärts. Bei jeder dieser Konfigurationen läßt sich
noch festlegen, ob der Akkord noch transponiert werden
soll. Es lassen sich hierfür 1-Oktave-, 2-Oktaven-
oder eine 3-Oktaven-Transponierung festlegen.
Der eingebaute Choruseffect ist in seiner Funktion
leider sehr stark eingeschränkt - man kann ihn entwe-
der ein- oder ausschalten und zwischen Mode 1 oder 2
wählen.
Memory : Junos Pluspunkt sind die 8x8 Speicherplätze in die
sich 56 Sounds speichern lassen. Für einen 82er Synthi
ist das schon ganz ordentlich.
Connect : Stereo Out: in Verbindung mit seinem Chorus erzeugt
der Juno 60 ein Stereoausgangssignal
VCF Control: hier läßt sich die Filterfrequenz durch
eine externe Steuerspannung kontrollieren.
Arpeggio Clock-In: durch ein externes Clocksignal ist
die Arpeggiogeschwindigkeit kontrollierbar.
Pedal Hold: Sustainregelung
Ein paar Klinkenjacks: zur Speicherung der Sounds auf
Audiokassetten, die da heißen: Tapedump, Patchshift,
Tapeload, Tapesave.
Wichtigster Anschluß des Juno ist die DCB-Buchse (Di-
gital Communication Bus), über die der Juno mit pas-
sendem MIDI-DCB-Interface in die midi-fizierte Außen-
welt integriert werden kann.
Und sonst ? : Als Spielhilfen sind ein Bender eingebaut - mit regu-
lierbarer Auswirkung auf Filter und Tuning. Ein Octave
Transpose-Schalter durch den die Tastatur des Synthis
um eine Oktave rauf oder runter "gebeamt" wird durch
eine Hold-Taste werden die 6 zuletzt angeschlagenen
Tasten gehalten bis die Hold-Funktion abgeschaltet
wird.
Sound : Der Juno 60 bietet keine klanglichen Überraschungen.
Brachiale Soundeskapaden gehören nicht zu seinem Re-
pertoir, aber das als unbedingt negativ zu bewerten
wäre übertrieben - hat der Juno doch seine Stärken in
warmen vollen Strings und leicht psychedelischen
Flächen. Bei hoch ausgesteuertem Filter und maximaler
Highpaß-Filtereinstellung lassen sich auch kühlere
sterile Klänge realisieren.
Fazit : Wer auf aggressive Brachialsounds verzichten kann und
sich für nette angenehme Stringsounds begeistern kann,
dem kann man dieses Gerät auch aufgrund des niedrigen
Gebrauchtpreises ruhig ans Herz legen. Der macht Holz,
der macht Flächen - der ist in Ordnung !
Den TechnoTools-Test führte für HousePool: Holger Erlenwein.
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