Shapes IV - Interview
Im HousePool Interview: Nathalie de Borah
Nathalie de Borah, eine der wohl bekanntesten weiblichen DJ´s aus der
Clubszene NRW´s bringt im Juni ihre erste Scheibe auf den Markt. Die
Gelegenheit nutzten wir für ein Interview.
Das Interview führte für uns Miriam Kolberg.
HousePool: Nathalie, wann hast Du angefangen feiern zu gehen ?
Nathalie: Ich feiere jetzt konsequent seit 6 Jahren...und ich lebe
noch !
HousePool: Und wann hast Du angefangen aufzulegen ?
Nathalie: Öffentlich habe ich vor1½ bis 2 Jahren angefangen.
HousePool: Was hast Du vorher gemacht, bevor Du mit dem auflegen
angefangen hast ?
Nathalie: Da hab´ ich schön Medizin studiert, das war mir aber nicht
kreativ genug.
HousePool: Du produzierst auch selbst ?
Nathalie: Ja, meine erste Platte kommt jetzt demnächst raus und
heißt "Global ambition". Ich habe sie mit ein paar Leuten
aus Frankfurt gemacht, die meine Ideen technisch mitum-
gesetzt haben. Wir sind gespannt, wie die Scheibe läuft.
Ich bin jetzt gerade auch dabei die zweite Scheibe zu
machen, aber mit ganz anderen Leuten. Die wird wahr-
scheinlich dann noch sehr viel undergroundiger werden,
nicht das die andere jetzt kommerziell wäre, aber diese
wird wirklich total verrückt.
HousePool: Machst Du Remixe ?
Nathalie: Bis jetzt hat mir noch niemand angeboten für ihn einen
Remix zu machen, aber wenn es dazu kommen sollte, warum
nicht ?
HousePool: Wie kam es dazu, daß Du im Poison Resident wurdest ?
Nathalie: Ich bin durch Zufall für jemanden eingesprungen und dann
fanden die Leute es halt gut und haben mich öfter gebucht.
HousePool: Wo legst Du noch regelmäßig auf ?
Nathalie: Im Depot bin ich noch Resident DJ, dann leg ich alle 2
Wochen im Cafe Europa in Bielefeld auf und im Atomic Club
über dem alten Wartesaal in Köln, aber letztendlich kommen
alle Clubs regelmäßig wieder. Das ist der Unterschied zu
Raves, in Clubs kannst Du immer wieder auflegen und die
Leute freuen sich auf Dich.
HousePool: Welchen Musikstil hast Du ?
Nathalie: Hardhouse, Acid und Techno sind so meine Richtungen.
HousePool: Was hälst Du von Live-Acts ?
Nathalie: Sie sind selten gut und noch seltener wissen die Leute
(ich meine jetzt das Publikum) ihn dann zu schätzen. Also
wenn es wirklich live ist, ist es cool, aber viel zu sel-
ten. Es sind vielleicht 2 oder 3 Acts, die das so bringen.
HousePool: Wie würdest Du die Atmosphäre beschreiben, wenn Du auf-
legst ?
Nathalie: Das ist immer verschieden. Also optimafeiern alle Leute,
freuen sich und kommen dauernd angerannt und sagen: "Oh,
ist das geil !!!" Je nachdem, also wenn der Laden eini-
germaßen gefüllt ist, ist es kein Problem die Stimmung da
auch hinzukriegen. Alle sind locker und super freundlich
und bringen einem andauernd Dauerlutscher, Geschenke und
kleine Stofftiere vorbei...einfach total süß.
HousePool: Deine Meinung zu 45min. Gigs und Groß-Raves ?
Nathalie: Man hat ja gemerkt, das die ganzen großen Raves nicht mehr
klappen und das ist auch gut so. Man wird da eh nur abge-
zogen. Es ist das total makabre Geschäft, zum Teil Gesch-
windel, Lug und Betrug. Das kann man vergessen. Da kannst
Du Dir ausrechnen in 45 Min. hast Du vielleicht 20 Platten
aufgelegt. Das ist echt lächerlich.
HousePool: Deine Lieblingsclubs ?
Nathalie: Mmh, also im Poison Club habe ich wohl mein Herz verloren.
Ist wohl irgendwie so hängen geblieben...aber das Cafe
Europa und das Omen sind auch genial. Der Phuture Club
jedoch ist total... .
HousePool: Gibt es Leute, die Dich und Deinen Werdegang beeeinflußt
haben ?
Nathalie: Der musikalische Einfluß von früher aus Frankfurt ist bei
mir hängen geblieben, dort hab ich die Musik kennen und
lieben gelernt. Wenn ich von etwas beeinflußt wurde, dann
davon.
HousePool: Wo hast Du überall schon aufgelegt ?
Nathalie: Also sehr oft in Belgien, dann auch in der Schweiz, in
Italien und in Frankreich. Anfang Januar war ich für 9
Tage in Australien, hab da eine kleine Tournee gemacht.
HousePool: Was erhoffst Du Dir für die Zukunft ?
Nathalie: Weiterhin Erfolg... obwohl ich denke das es noch was
wichtigeres im Leben gibt als Platten aufzulegen, mal
gucken, vielleicht werde ich demnächst wieder studieren.
Das Interview führte für uns Miriam Kolberg.
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