HousePool® Ausgabe 05 - Februar/März 1996

The Show must go on


  THE SHOW MUST GO ON oder...
  ...die immer währenden Reportagen about the bad Raver's

Unter diesem Motto werden jedes Jahr Reportagen über uns drogensüchtige, Dreck produzierende und wirtschaftsschädigende Raver auf der "Love-Parade" inszeniert. Sogar im Dezember hat Pro 7 noch in einem "Spezial" über die "Love-Parade" im Juni ´95 berichtet, wo auf die hohen Kosten der Müllbeseitigung, auf Einbußen der anliegenden Geschäfte und den "unerträglichen Lärm" aufmerksam gemacht wurde. - Denen sind wohl mal wieder die "selbst produzierten Skandale" ausgegangen, obwohl man an dem ersten Punkt arbeiten muß. Also mehr Umweltbewußtsein ist hier gefragt !!!

Trotzdem kommt mir, wenn ich so einen Bericht sehe, nur ein Gedanke "wüüürrg". Es ist echt eine Schande das Journalisten oder welche, die sich dafür zu halten scheinen, so einen "shit" (sorry) produzieren können. So einen "Bildzeitungsjournalismus", wo nur einseitig ohne Backgroundinfo's berichtet wird, ist einfach nur schlecht und realitätsverzerrend. So wurde nicht berichtet (oder einfach bewußt verschwiegen), daß eine Vorraussetzung zur Genehmigung der "Parade" eine Gebühr für die bevorstehende Müllentsorgung war, die durch Spenden finanziert wurde. Weiterhin kann man mir nicht erzählen, daß, wenn sich über´s Wochenende 500.000 Leute in Berlin einnisten (zählen wir einmal die Berliner Raver mit), die Geschäfte weniger als üblich umsetzen. So waren z.B. am Parademorgen Cafè's und Bistros am Kuhdamm von "zahlenden Ravern" überfüllt. Was übrigens den "unerträglichen Lärm" angeht, hat man das auch seinerzeit dem Rock'n Roll nachgesagt, der übrigens ebenfalls damals von den Medien angefeindet wurde. Naja, wenigstens wurden in dieser "Reportage" das Drogenstereotyp rausgelassen, um sich wohl damit den absoluten Tiefgang zu ersparen. Hierbei möchte ich Euch sagen: "Laßt die Finger von diesem uncoolen Zeug, denn es geht auch echt ohne !!!" Auf jeden Fall hoffe ich, daß auch dieses Jahr die Love Parade am 13.Juli wieder einen kulturellen Höhepunkt Berlins darstellt. Man darf gespannt darauf sein, ob sich die "Journalisten" endlich mal etwas neues einfallen lassen, was ich persönlich nicht glaube (gleiche Reportage anderes Datum). (jt)


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