HousePool® Ausgabe 05 - Februar/März 1996

Der Kommentar


  

HousePool® - Der KOMMENTAR :

HousePool® kommentiert ein aktuelles Thema.

Die Rechtfertigung des Jürgen Laarmann

Wer von Euch am 19.1.96 "House TV" gesehen hat, wird das Interview, das Mate mit Frontpage-Macher Jürgen Laarmann geführt hat, kennen. Die für ein Interview üblichen Fragen, die Mate von seinem Zettel ablaß, schienen Jürgen Laarmann veranlaßt zu haben, eine Verteidigungsrede dafür zu halten, daß Frontpage demnächst käuflich zu erwerben sein wird. Seine Antworten hörten sich schon fast entschuldigend an. Das Faktum, daß die Raveline eher am Kiosk war wie Frontpage, kommentierte er mit zwei spitzen Bemerkungen, die an sich völlig überflüssig waren und die so mancher als Beleidigung aufgefaßt hätte. Anscheinend wollen alle Frontpage kopieren. Laut Jürgen Laarmanns Auskunft plane Frontpage schon seit zwei Jahren, an den Kiosk zu gehen. Natürlich alles nur für die Raver und Frontpage sei immer zu schnell vergriffen. Ob das nun so ist, kann und will ich nicht beurteilen, aber irgendwie schien mir das gesamte Interview überflüssig und Mates Fragen waren auch nur halbherzig gestellt. Wenn Frontpage an den Kiosk gehen will, dann soll und kann sie das in Gottes Namen, ohne sich rechtfertigen zu müssen, tun. Oder ist das etwa alles Teil einer Marketing-Strategie ? Die Raveline hat es auch ohne großes Aufsehen getan. Und ? Ob der Kioskverkauf richtig ist, wird die Zukunft und vor allem das Techno-Volk, also Ihr, entscheiden. Andererseits war Jürgen Laarmann in einigen Antworten offener und ließ durchblicken, daß die Frontpage-Macher nach sechs Jahren harter Pionierarbeit auch ein wenig wohlverdientes Geld mit ihrer Zeitschrift verdienen wollen. Warum Jürgen Laarmann nicht immer so offen antwortete ist seine Sache und kann mir auch egal sein. Aber was veranlaßte Jürgen Laarmann dazu, sich so zu verhalten ? Hat die Frontpage etwa Probleme mit ihrer Szene-Credibility oder meint sie, verlorengegangenen Boden gegenüber anderen Magazinen gutmachen zu müssen und um die Ravergunst buhlen zu müssen ? Ähnlich scheint es sich mit dem Berliner Techno-Server zu verhalten, die nun Mitarbeiter sucht. Bisher hieß es doch von vielen Seiten immer, daß Berliner Posse die einzigen und führenden Pioniere im Medium Internet seien. Was nun der Stein der Weisen sein mag, kann ich von hier aus nicht beurteilen. Also, wie sagt ein berühmter Mann doch immer bei solchen Gelegenheiten: Schau´n ´mer mal ! (cawi)


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