Schreib mal wieder !Ein paar mal schon habe ich jetzt Post von irgendwelchen Sammlern bekommen. Eisenbahnmodelle, Telefonkarten oder auch Briefmarken. Erstmal kommt man stark in's Grübeln: wo haben die meine Adresse her ? Haben die sich vielleicht einfach nur ein paar aus den gelben Seiten der Post gefischt ? Wie kommen also diese Typen ( mit total bekloppten Namen wie Eisen-Peter, Briefmarken-Frank und TK-Thomas ) ausgerechnet auf die Idee, das ich irgendwie deren Hobby teilen würde ?
Diese Briefe sind in den meisten Fällen recht persönlich formuliert. Eine Anrede >Hallo Melanie<, und ein darauffolgender Bericht warum die Person so leidenschaftlich Modelle / Telefonkarten sammelt, und das sie bereit ist sie zu verkaufen / tauschen oder auch seltene Exemplare ankauft. Diese Briefe sind maschinell geschrieben worden, aber unter allen prangert die Unterschrift des jeweiligen Sammlers.
Es wird nicht einzeln aufgezählt welche Telefonkarten / Modelle / Briefmarken derjenige zu verkaufen hat. Meist wird dort nur kurz beschrieben, das bestimmte Sachen aus dem 1. und 2. Weltkrieg und der ehemaligen DDR gescuht werden. Man sollte sich dann doch bitte per telefon melden.
Das ist der Haken an der Sache. Denn die Adresse ist bei zweien von drei Briefen ( die ich bisher erhalten habe ) gar nicht vorhanden. Bei allen dreien steht zwar eine Postleitzahl, die alle aus dem Postleitzahlenbereich von Bayern stammen, aber das es sich dabei um ein Postfach handelt ist ausgeschlossen. Es steht ja keinerlei Nummer oder richtiger Name dabei. Nur Briefenmarken-Frank und Eisen-Peter ! Wenn man mit denen in Kontakt kommen möchte muss man also die angegebene nummer wählen ! Und die lautet ( nur ein Beispiel, keine echte Nummer ) 01908/34567 und ist schlicht und einfach eine teure 0190er Nummer. Auch wenn hier der Bindestrich extra immer falsch gesetzt wurde, damit es dem Leser nicht sofort auffällt. Aber spätestens nach der ersten Telefonrechnung wird ihm ganz mulmig zumute werden. Der Witz bei der Sache: nur in einem Brief ( Briefmarken-Frank ) wird darauf hingewiesen, das der Anruf 3,63 ,- die Minute kostet ! Die anderen schweigen sich darüber aus, und hoffen das der Leser denkt die 01908/ sei die Vorwahl, und gehöre irgendeinem Bereich Deutschlands an den er nicht kennt.
Das alleine reicht mir als bestätigung, das es sich dabei um nichts seriöses handeln kann. Wenn wirklich jemand privat auf der Suche nach antiken Zeug wäre, würde
A = die volle Adresse dabei stehen und B = eine Festnetz Nummer
Also handelt es sich dabei um eine dieser verruchten Firmen, die den Sammlern vielleicht etwas anbieten, es sich aber auch nicht nehmen lassen hinterrücks den Anrufer auszunehmen. Denn bei 0190er Nummern verdient nicht nur die Telekom, sondern auch der Antragsteller auf diese Nummer. Traurig ist nur daß man das auf so hinterhältige Weise tut. Es gibt bestimmt einige, denen das mit der Telefonnummer nicht auffällt ( es steht ja auch nicht 0190/ dabei sondern 01908/ ) und die dann kräftig in deren Falle tappen. Und was kann man schon dagegen tun wenn man erstmal das viele Geld verloren hat ? Ich weiß nicht wer oder was einen auf der Leitung erwartet, kann mir aber vorstellen das man erstmal in die Warteschleife geschickt wird, und dann noch nicht mal einen persönliches Gespräch ( mit Eisen-Peter, Telefonkarten-Thomas ) bekommt, sondern sich mit einem Band zufrieden geben muß. und wie schnell sind 10 Minuten am Telefon verflogen und der Anrufer um 36 Dm ärmer !
Also ihr lieben: aufgepasst !
Melanie Preus