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 Konzertbericht: Edguy, At Vance, Duke & Gallows Pole

Die Matrix in Bochum mausert sich immer mehr zu einer Metal Hochburg, denn seit der Umbenennung sowie diversen Umbauten wird dort erfreulicherweise stark auf Metal gestezt, was sich auch in diversen Live Gigs zu sehr humanen Preisen bemerkbar macht. Für dieses Package musste man z.B. nur 25 DM hinblättern, was für die einzigste Clubshow von Edguy in diesem Jahr wohl auch in Ordnung geht - allerdings muss ich zugeben, daß ich die Zeche in Bochum als Location lieber mag; sei es nun wegen der größeren Halle oder wegen des besseren Sounds, denn letzterer ist in der Matrix nicht immer das gelbe vom Ei...

Eröffnet wurde der (kurzweilige) Abend von Gallows Pole, die ich bisher nur vom hörensagen kannte und die mit ihrem klassischen Metal, der einige Anleihen an Iron Maiden enthielt, zumindest bei mir einen guten Eindruck hinterließen. Das musikalische Material wirkte auf jeden Fall recht ausgereift und mit dem abschließenden Iron Maiden Cover "Remember Tomorrow" konnten die Jungs bei mir nochmals Pluspunkte sammeln...

Was danach kam, war einer der witzigsten Gigs überhaupt, wobei ich nicht weiß, ob Duke das beabsichtigt haben: Zunächst einmal sei festzuhalten, daß die Band True Metal mit deutlichen Paralellen zu HammerFall spielt, was im Grunde auch kein Problem ist und da zudem musikalisch alles in bester Ordnung war (will sagen: Die mir ebenfalls unbekannten Songs knallten ordentlich und sobald diese Band eine CD draußen hat, werde ich sie mir sicherlich zulegen), will ich mich daran auch gar nicht weiter hochziehen. Das erheiternde Element an dem Gig war der Sänger eben dieser Band, der mit reichlich beknackten Ansagen, einem true metalisch parodierenden Kleidungsstil (Nietenarmbänder meets Muskelshirt) sowie posigem Auftreten für jede Menge Lacher im Publikum sorgte und auch ich habe mich durch das Set hinweg total über den Sänger kaputt gelacht - das hier zu beschreiben ist fast unmöglich, aber wer dabei gewesen ist, wird schon wissen, was ich meine. Na ja, das der gute sich offenbar auch nicht so ernst nahm, verleiht der Band sympathische Grundzüge und auf die entsprechende CD bin ich schon jetzt gespannt. Cooler und vor allem ungewöhnlicher Gig...

Deutlich normaler ging es dann bei den Melodic Metallern At Vance zu, die für mich zu einer der wenigen Bands gehören, die den Durchbruch verdient hätten. Auch Live boten die Jungs eine amtliche Leistung, aber anfangs wollte der Funke beim Publikum nicht wirklich überspringen, auch wenn Songs wie "Heart Of Steel", "King Of Your Dreams", "The Brave And The Strong" (vom zweiten Album) sowie "One For All, All For One", "No Escape", "Flyingh High" sowie "Power And Glory" (vom Debutalbum) Ohrwürmer par excellence darstellen und die Band mit "Princess Of The Night" eine wirklich unter die Haut gehende Ballade präsentierte. Mit der Zeit wurden die Fans mit der Band zwar auch warm, aber ein enthusiastisches Publikum ist dann doch etwas anderes. Schade, denn an At Vance lag es nun wirklich nicht.

Und dann enternten Edguy endlich die Bühne und die Stimmung erreichte nun endlich ein hohes Niveau, auch wenn es diverse Pappnasen nicht lassen konnte, im Mittelbereich zu pogen -hey mann, sind wir hier auf einem Metalkonzert oder auf irgendeinem Kommerzverseuchten "Allternative Festival"? Tut mir leid, aber mir geht dieses komische Rumgehüpfe total auf den Senkel und auf Metal Konzerten sollte so ewtas wirklich verboten gehören. Nun aber zurück zu Edguy, die ein langen Set mit sämtlichen Highlights ihrer bisherigen 4 CD`s hinlegten und dabei auch die eine oder andere Überraschung dabei hatten: Songs wie "Scarlet Rose", "Babylon", "Headless Game", "Key To My Fate", "Vain Glory Opera" oder auch "Misguidung Your Life" hatte man von der Band irgendwie erwartet - aber das auch "The Unbelivier" (von "Theater Of Salvation") sowie "Heart Of Twilight" vom `97er Album "Kingdom Of Madness" (!!) auf die Fans losgelassen werden würden, hätte wohl kaum jemand geahnt. Die Band war auch in bester Spiellaune und auch Sänger und Spaßkanone Tobias Sammet sorgte natürlich mit seinen Ansagen ("Ihr wollt den Kuhflecken Songs? Den haben wir nicht, aber hier ist "Headless Game"!) für einiges Glächter - da sehen wir einfach mal über seine zweifelhaften modischen Vorstellungen (Kuhflecken Jacke, die fast so stylisch wie das Muskelhemd vom Duke Sänger war) sowie der einen oder anderen kleinen Umgereimheit beim Singen (die zweite Strophe von "Until We Rise Again" sollte sich von der ersten unterscheiden, Tobi!) hinweg. Die Band gab auf jeden Fall Vollgas und es wurde ein richtig guter Gig einer der Bands der Zukunft. Schade nur, daß es diesesmal kein "How Many Miles" sowie das Helloween Cover "Dr.Stein" gab, was die Band ansonsten Live immer wieder mal entstaubte.

Unter dem Strich war es ein sehr gelungener Abend in der Matrix, der nur durch die lokalen Gegebenheiten (kleine Bühne, schwacher Sound etc.) ein wenig geschmählert wurde. Aber mal ehrlich: In Zeiten, bei denen Bands wie AC / DC 90 DM und Iron Maiden 66 DM für ein Ticket verlangen, fragt man sich ohnehin, ob das Geld nicht besser in die eine oder andere Clubshow investiert wäre. Ich jedenfalls würde für 90 DM lieber 3 mal die Matrix besuchen...

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