Avalon: Eurasia
Einige Bands haben es, trotz konstant guter Releases, nicht so ganz einfach
- dazu zählen auch Avalon, die mit "Eurasia" ihr nunmehr viertes Studioalbum
am Start haben, welches im Vergleich zum Vorgänger "Vision Eden" mit einigen
Neuerungen daherkommt: Neben dem bisher bekannten melodischen Power Metal,
der bisweilen mit dem einen oder anderen Progressive Splitter daherkommt,
hat die Band nun auch orientalische Einflüsse in die Musik mit einfließen
lassen: Da es sich bei "Eurasia" um ein Album handelt, das sich lyrisch mit
den Kulturen und Religionen des größten Kontinents der Erde, Eurasien,
auseinandersetzt, wirken die orientalischen Einflüsse (Mönchsgesänge,
indische Sitar etc.) für die Lyrics sehr unterstützend. Nebenbei hat die
Band damit einiges an Eigenständigkeit gewonnen, denn den Sound, den man auf
"Eurasia" hört, klingt nicht nur neu, sondern baut sogar eine mitreißende
Atmosphäre auf. Kompositorisch zeigt sich die Band um Sänger Chitral
Somapala auch deutlich gereift und liefert ihr bisher bestes Werk ab, was
sich insbesondere an Songs wie dem mitreißenden Opener "Burning Souls", dem
ruhigen "The Painting" oder dem epischen "Eternal Flame" zeigt. Produziert
wurde "Eurasia" übrigens von Sascha Paeth, seines Zeichens Gitarrist bei
Heavens Gate und Producer von so nahmhaften Acts wie Rhapsody, Angra oder
Kamelot, und natürlich ist das Endresultat eine äußerst druckvolle
Produktion, bei der ein großer Wert auf die Klangvielfalt, bedingt durch die
vielen verschiedenen orientalischen Einflüsse, gelegt wurde. "Eurasia" ist
sicherlich kein Album für all jene, die ein hartes und schnelles Power Metal
Album erwarten und ordentlich abbangen wollen, sondern richtet sich mit
seinem neuartigen Sound vielmehr an all jene Metaller, die zum einen etwas
aufgeschlossener gegenüber neuen Einflüssen sind und zum anderen auch den
bisher gefrönten Progressive Melodic Metal von Avalon mochten. Keine Frage:
"Eurasia" ist ein anspruchsvolles und eigenständiges Werk geworden, mit dem
man sich intensiv beschäftigen muss, um es vollkommen zu erschließen. Wer
damit keine Probleme hat, der sollte sich "Eurasia" unbedingt zulegen, denn
das es ein starkes Album geworden ist, daran besteht kein Zweifel.
Fazit: 8 von 10 Punkten
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