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Hilfe, was war das schon wieder für ein Monat?! Anfangs war die Welt ja noch in Ordnung und jetzt? Ja jetzt liegen meine Nerven blank! Vor 14 Tagen habe ich meinen neuen Vorlesungsplan gesehen und wäre vor Schreck fast vom Stuhl gefallen. Mein SCSI-Hostadapter macht - eine Woche vor Redaktionsschluss und passend zum leeren Bankkonto - die Mücke, so dass ich an keinerlei Daten mehr komme und zu allem Überfluss muss ich mich noch mit der Renovierung meines Arbeitszimmers herumschlagen. Jetzt sitze ich hier und tippe einen Text, den ich mir schon vor 1 Woche aus dem Hirn gequält hatte. "Arbeit zweimal machen" finde ich einfach toll (*Räusper*). Nur gut, dass Carsten mir ein paar Tage zusätzlich gegönnt hat, sonst würde es hier wirklich dürftig aussehen. Diesen Monat gibts Reviews zu "WBStartup++", dem "TAR-HandlerV1.1" und "SendStuff".
Ich wünsche viel Spaß beim Lesen.
Einigen unter den Lesern dürfte das Programm WBStartup+ sicherlich ein Begriff sein. WBStartup+ öffnet während des Bootens einen Fortschrittsbalken, in dem die noch zu ladenden Programme aus der WBStartup-Schublade angezeigt werden und das zusätzlich einen Voreinsteller zur Verfügung stellt, mit dem Programme aus der WBStartup-Schublade sehr einfach deaktiviert und auch wieder aktiviert werden können. Unter OS3.5+ hat WBStartup+ leider ein Problem mit dem neuen Color-Icon-Format,das dazu führt, dass die Fortschrittsanzeige grafischen Müll produziert.Die Software WBStartup++ (man beachte das zweite "+"-Zeichen) ist ein vergleichbares Programm, dass aber keine Probleme mit dem neuen Piktogrammformat hat.
Die Installation gestaltet sich relativ einfach - soweit man weiss, wie man die vom Autor eingebauten Stolpersteine umgeht ;). Um euch ein paar graue Haare zu ersparen beschreibe ich diesen Schritt jetzt mal etwas ausführlicher. Dass das Archiv zuerst entpackt werden muss ist klar. Sofern dies geschehen ist, kann die Installation beginnen. Zuerst müssen zwei neue Verzeichnisse in der WBStartup-Schublade erstellt werden. Der Einfachheit wegen benennen wir ein Verzeichnis als "an" das andere als "aus". Als nächstes wird die Datei "WBStartup++"in das WBstartup-Verzeichnis gezogen. Jetzt kommt eine Sache, die mich fast dazu veranlasst hätte, das komplette Programmpaket in die Tonne zu schmeissen. Es müssen im Piktogramm von "WBStartup++" (nicht etwa in dem Piktogramm des Voreinstellers, obwohl sich auch dieser über fehlende Tooltypes muckiert) unbedingt zwei Tooltype- Einträge erstellt bzw. korrigiert werden. Zum einen ist dass der Eintrag "ENABLEDPATH", der auf den korrekten Pfad des zuerst erstellten "an"- Verzeichnisses zeigen muss und zum anderen muss ein Tooltype-Eintrag "DISABLEDPATH" komplett neu erstellt werden, der auf das "aus"-Verzeichnis verweist. Auf meinem System (und normalerweise auf jedem anderen Amiga- System auch) sollten sich demnach folgende Einträge im Piktogramm von WBStartup++ finden lassen:
ENABLEDPATH=SYS:WBstartup/an DISABLEDPATH=SYS:WBstartup/aus
Wäre das geklärt, werden jetzt alle Piktogramme, mit Ausnahme von WBStartup++, in das "an"-Verzeichnis verschoben. Falls während der OS3.9- Installation schon ein Verzeichnis mit dem Namen "Disabled" erstellt wurde, sollte der Inhalt desselben entweder nach "aus" kopiert oder gleich das komplette Verzeichnis gelöscht werden. Als letzter Schritt wird noch der Voreinsteller, genannt "WBStartup++prefs",in das Prefs-Verzeichnis der Workbench gezogen und die Installation ist an sich schon beendet. Zusätzliche Parameter lassen sich ebenfalls über die Tooltypes von "WBStartup++" verändern. Deren Funktion und Wirkungsweise sind in dem englischen AmigaGuide-Dokument ganz gut beschrieben. Ach ja, ehe ich es vergesse: Falls nach einem Neustart keine Programme aus der WBstartup- Schublade gestartet werden, muss noch der "SIMULATE"-Tooltype aus dem "WBStartup++"-Piktogramm in Klammern gesetzt werden. Zu den Voraussetzungen für den Betrieb von WBStartup++ wäre noch zu sagen, dass mindestens ein System mit AmigaOS3.5 oder höher benötigt wird und dass die wbstart.library V2.2 von Stefan Becker (Aminet: util/libs/WBStart.lha) oder noch besser das WBStartEmu-Paket von Stephan Rupprecht (Aminet: util/libs/WBStartEmu.lha) installiert sein muss. Der "WBStartup++"-Voreinsteller benötigt ausserdem die Systemerweiterung MUI.
| Autor: | Frank Fenn |
| Aminet: | util/boot/wbstartup++.lha |
| Programmversion: | 1.47 |
| Homepage: | |
| Lizenz: | Giftware |
Wer desöfteren mit Unix und seinen Derivaten (Linux, NetBSD, etc.) zutun hat, kennt sicherlich solche merkwürdigen Dateien mit dem Suffix ".tar" oder ".tar.gz". Dabei handelt es sich um Archive, die mit dem Unix-Programm "tar" erstellt worden sind. Archive mit Endung "tar.gz" sind im Nachhinein noch mit dem Archivierungsprogramm "gzip" komprimiert worden. Um solche Archive auch unter AmigaOS durchstöbern zu können, gibt es eigentlich recht viele Amiga-Portierung der oben erwähnten Applikationen. Der tar-handler gehört meiner Meinung nach mit zu den besten Vertretern seiner Gattung. Er ist - trotzdem er "nur" ein CLI-Programm ist - einfach zu bedienen und hat nur sehr selten Probleme beim Dekodieren von "tar"- und "tar.gz"-Archiven.
Die Installation ist schnell erledigt. Nachdem das Archiv entpackt wurde, wird die ausführbare Datei "tar-handler" einfach in das "C:"-Verzeichnis der Systempartition kopiert. Das wars, Lars - die Installation ist beendet. Zusätzliche Programme (w.z.B. der Amiga-Port von "gzip") werden nicht benötigt. Der Dateiname "tar-handler" ist in der Hinsicht vielleicht etwas irreführend, da AmigaOS-Handler normalerweise in das "L:"-Verzeichnis der Workbench gehören und normalerweise auch nicht direkt ausführbar sind. Im Falle von tar-handler ist das "C:"-Verzeichnis aber die bessere Wahl. Die englischsprachige Anleitung im HTML-Format kann man sich sparen, denn die Benutzung ist extrem simpel. Um an die Daten eines Tar-Archives zukommen, reicht es aus, den tar-handler in einer Shell mit dem Archivnamen als Argument zu starten. Tar-handler überprüft danach das Archiv und "hastdunichtgesehen" wird auf der Workbenchoberfläche ein neues Laufwerk mit dem Namen des Archivs angezeigt.
Easy, gelle? Wenn ich da an manch andere Lösung mit ungefähr einer Million auswendig zu lernenden Programmparametern denke, läuft mir gleich ein kalter Schauer über den Rücken. Warum kann in dieser Computerwelt nicht alles so einfach sein? Die weitere Arbeit mit dem Archiv ist jetzt nur noch ein Klax. Der Anwender kann sich entweder der Workbench, der Shell oder einem der üblichen FileManger wie Dopus bedienen, um das Tar-Archiv zu durchforsten. Hat man genug vom "Durchforsten" schliesst man alle geöffneten Fenster des "Tar-Archiv-Laufwerks" und sendet ein C-Signal an den tar-handler (entweder mit Ctrl+C in der Shell oder mittels "Break"- Befehl) und tar-handler lässt das Laufwerk wieder verschwinden. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Der Schatten bei "tar-handler" ist die Einschränkung auf ausschliesslich lesenden Zugriff auf Daten im Tar-Archiv. Oder anders gesagt: Es können weder Daten in dem Archiv (also in dem Tar- Archiv-Laufwerk) verschoben noch dem Archiv angefügt werden. Nagut, man kann halt nicht alles haben und was soll man schliesslich mit einem Tar- Archiv auf dem Amiga? Dafür gibts ja Linux ;).
| Autor: | Alex Kazik |
| Aminet: | util/arc/TAR-Handler.lha |
| Programmversion: | 1.1 |
| Homepage: | http://www.kazik.de/en/tarhandler.html |
| Lizenz: | Cardware (eine Postkarte an den Autor) |
Richard Kapp hat sich mit seinen Hilfsprogrammen in Amiga-Kreisen schon einen Namen gemacht. Jetzt meldet er sich mit seinem neusten Werk "SendStuff" zurück. Die Idee, die hinter SendStuff steht, ist zwar "nur" abgekupfert, deswegen ist SendStuff aber nicht minder nützlich.
Nun ja, wie soll man SendStuff beschreiben? Ich würde es als eine Art Mini- Drag&Drop-Verzeichnisinhalt-Kopierer bezeichnen. Ich glaube sowas gab es auf dem Amiga noch nie ;). Nachdem SendStuff gestartet wurde, öffnet sich auf dem Workbench-Bildschirm ein kleines Fenster.
Lässt der Anwender nun eine Workbench-Schublade in dieses Fenster fallen, fragt SendStuff mit Hilfe eines Requesters nach, wohin denn die in der Schublade enthaltenen Daten kopiert werden sollen. Das Praktische an der ganzen Sache ist, dass sich in dem Requester zum Einen schon alle wichtigen Systempfade einfach per Mausklick auswählen lassen, ohne sich vorher durch etliche Ebenen im Verzeichnisbaum des Filesystems wühlen zu müssen und zum Anderen zusätzlich sechs vom Anwender frei definierbare Pfade zur Verfügung gestellt werden. Über ein Gadget lässt sich ebenfalls der "Send-Mode" festlegen. Es stehen die Modi "Move", mit dem Dateien aus dem Zielverzeichnis gleich entfernt werden, und "Copy" zur Verfügung.
Wenn man mit diesem Tool nichts anzufangen weiss, wird sich sicherlich erstmal ein breites Schmunzeln im Gesicht breit machen: "Wozu gibts denn Filemanager, ARexx und die Shell?". Das Schmunzeln verfliegt aber sehr schnell wieder, wenn man es erstmal mit regelmässig anfallenden Datenmengen, z. B. aus dem Inter- oder Intranet, zutun bekommt, für die es sich einfach nicht lohnt, den FileManager zu starten oder für die man sich viel zu bequem ist, extra ein Script zu schreiben, wenn es doch soviel einfacher mit SendStuff gehen würde ;).
Die grafische Aufmachung von SendStuff ist, wie man es von Richard Kapp nicht anders gewöhnt ist, vorbildlich. Die Distribution verwendet Piktogramme und ansehnliche Grafiken im GlowIcon-Gewand, die von Martin Merz erstellt wurden. Da die Grafiken des Programm-Pakets als ganz normale IFF-Grafiken vorliegen können auch eigene Grafikdesigns verwendet werden.
Die Installation gestaltet sich relativ einfach. Entweder kopiert der Anwender das komplette SendStuff-Verzeichnis an einen beliebigen Platz auf der Festplatte oder - wenn SendStuff sofort nach dem Neustart des Rechners zur Verfügung stehen soll- folgt den einfachen Anweisungen aus der englischensprachigen Anleitung.
Richard Kapp bat mich, nach Meldung einiger Bugs meinerseits, doch bitte noch folgendes in diesem Bericht zu erwähnen: SendStuff war (und ist es noch...) eigentlich als PlugIn für das Programm WorkON (ein ebenfalls sehr nützliches Tool) gedacht. Da "SendStuff" auch als "Stand-Alone"-Lösung seine Anhänger hat, wurde aus dem Plugin ein richtiges Programm. Zum Zweiten soll nicht verschwiegen werden, dass SendStuff noch nicht dem Beta- Stadium entwachsen ist - was heissen soll, dass es hin und wieder einige Unzulänglichkeiten geben kann. Nach meinen Erfahrungen mit Richard Kapp werden gemeldete Bugs aber sehr zügig entfernt :).
| Autor: | Richard Kapp |
| Aminet: | (SendStuff kann nur von der Homepage geladen werden) |
| Programmversion: | 0.5 |
| Homepage: | http://narr.tsx.org |
| Lizenz: | Freeware |
Ja und das war's schon wieder für diesen Monat. Falls jemand Fehler entdeckt, eine Meinung zu den Testberichten hat, Kritik oder Lob loswerden will oder ein paar Vorschläge für neue Programmvorstellungen machen möchte, schickt mir einfach eine Mail.
Christian Aichinger <christian@aakt.de>