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4. Review: Earth 2140

Die optische Aufmachung von Earth 2140 ist perfekt. Das Spiel kommt in einer schicken DVD-Box mit professionel gedrucktem Cover und Anleitung daher. Das Spiel liegt in der internationalen Version vor, sprich in Englisch. So ist auch die Anleitung, sowie alle Texte im Spiel in englischer Sprache. Hier gibt es schon die ersten Einschränkungen. Denn eigentlich könnte man das Spiel auch in japanisch genießen, aber zum einen geht etwas von der Atmosphäre flöten, wenn man gar nix von der Hintergrundstory mitkriegt, zum anderen ist es schon fatal, wenn man nicht weiß, was eine Mission von jemandem verlangt.

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Soll man zum Bespiel ein gegnerisches Gebäude einnehmen, zerstört es aber stattdessen, ist das schon doof. Also: Englischkenntnisse sollten wenigstens in groben Zügen vorhanden sein.

Die verschiedenen Echtzeitstrategiespiele unterscheiden sich nicht nur durch die Technik. Auch die Hintergrundstory fesselt den Spieler und zieht ihn in seinen Bann. Während dies bei Napalm noch etwas stiefmütterlich behandelt wurde, besticht Earth durch eine dichtgewobene Handlung und eine atemberaubende Introsequenz. Fangen wir aber mit der Hintergrundgeschichte an. Das Handbuch vermittelt uns folgende Begebenheiten:

Es ist das Jahr 2140. Nach unzähligen Kriegen und Katastrophen gibt es nur noch zwei Weltmächte: Die United Civilized States (UCS), welche den amerikanischen Kontinenten, Westeuropa und Nordafrika beinhalten und die Eurasion Dynasty (ED) mit den Landmassen von Osteuropa und Asien. Durch den Schaden der verschiedenen Kriege waren beide Nationen genötigt die Bevölkerung in unterirdischen Städten wohnen zu lassen.

Australien und die meisten Teile Afrikas waren die Opfer in jahrzehntelangen Kriegen. Hochgiftige biologische und chemische Waffen wurden auf diese Länder abgeworfen und verseuchten sie so, daß kein menschliches Wesen dort leben kann. Es ist nicht einmal die Benutzung von Robotern oder Maschinen möglich. So wurde allgemein geglaubt, daß diese Kontinente für immer unbenutzbar bleiben und wurden von allen Karten gestrichen. Der größte Teil der Menschheit vergaß, daß diese Kontinente je existierten.

Die Bevölkerung der UCS führten ein sehr ausschweifendes Leben. Sie lebten nur für ihren eigenen Spaß und ließen Maschinen (sogenannte "Black-Tech"- Roboter) alle Arbeit machen. Es gab kein politisches Interesse, die Führer wurden per Zufallsprinzip gewählt. Die Eurasian Dynasty wurde von dem diktatorischen Khan Dynasty geführt. In diesen Tagen war Tiao Zhe Khan (der Name bedeutet "Provakator des Krieges") Führer der ED. Während den großen Problemen, die sich durch die Kriege und Verseuchung ergaben, ordnete der 34te Khan, Yong Shi Khan ("Brave Warrior") an, daß der menschliche Körper zu größten Teilen durch Maschinen ersetzt wurde.

Nun, unter der Herrschaft des 37ten Khan, wurden diese Ziele perfektioniert. Die Bevölkerung besteht nun aus extrem mächtigen Androiden. Der "menschliche" Körper besteht nun aus rudimentären Organismen, welche das Gehirn und verschiedene mechanische Elemente unterstützen. Die Population wird ständig kontrolliert. Es wird eine Androiden Gehirn Zelle benötigt um neue Androiden umzuwandeln und dann werden die mechanischen Teile dort drumherum gebaut.

Die natürlichen Resourcen werden immer knapper und müssen tief unter der Erde abgebaut werden. Es gab einige kleinere Konflikte zwischen den UCS und der EN die mittlerweile eskalierten und in einen brutalen Krieg ausarten - den letzten Weltkrieg! Nur eine Seite kann gewinnen. Dieser letzte Krieg wird entscheiden, wer die letzten verfügbaren Resourcen erhält und somit zum ultimativen Herrscher der Welt wird.

Bevor wir natürlich mit der Schlacht beginnen, gilt es Earth auf die Festplatte zu bannen. Theoretisch könnte man auch von CD spielen, aber spätestens beim Speichern merkt man, daß dies nicht gerade die günstigste Variante ist. Eine Festplatteninstallation ist hier schon alleine der Geschwindigkeit zuliebe ratsam. Dies funktioniert ganz bequem per Installer und man kann zwischen verschiedenen Graden der Installation wählen. Je nachdem wie groß die Festplatte ist, kann man unterschiedlich viele Dateien auf eben diese bannen. Ich wähle natürlich die Vollinstallation und schon nach kürzester Zeit sind die 100MB sicher untergebracht und ich habe zwei Ordner auf meiner Festplatte. Earth 2140 und Earth2140Samples.

Das Spiel befindet sich im Hauptordner. Und zwar gleich in vierfacher Ausführung. Hier kann man nämlich je nach Hardware wählen, wie das Spiel gestartet werden soll. Entweder mit PPC oder ohne und in 640*480 oder 800*600. Diese vier verschiedenen Starticons befinden sich auch auf der CD, falls man - entgegen meines Rates - Earth doch direkt von dort starten möchte.

Nachdem das Spiel gestartet wurde, beginnt sofort das Intro. Und das hat es wirklich in sich! Sieben Minuten gerenderter Film mit imposenter Musik und tollen Soundeffekten. Die ganze Atmosphäre erinnert stark an die Zukunftsszenen aus Terminator.

Wirklich beeindruckend. Und das Tollste: auch auf Rechnern ohne PPC läuft der Film nahezu ruckelfrei! Das nenne ich mal eine stimmungsvolle Einstellung auf das Spiel. Nach diesem Intro kann ich es kaum erwarten, mich in die Schlacht zu stürzen. Aber vorher werden noch ein paar wichtige Einstellungen verlangt: Der Optionsschirm läßt sich nach rechts und links scrollen, so daß verschiedene Möglichkeiten offenbart werden. Die Hauptenscheidung liegt wahrscheinlich in der Wahl der Partei oder ob ein alter Spielstand geladen werden soll.

Wenn ich nach rechts schaue, gibt es die Credits zu sehen, ich kann mir das Intro nochmals anschauen oder das Spiel komplett verlassen. Die linke Seite bietet die Wahl zwischen Netzwerk- oder Modem/Nullmodemspiel (schaut Euch dazu bitte den Kasten an!!!). Auch kann man sich hier anhand einer gut gemachten Datenbank alle Einheiten und Gebäude des Spiels anschauen. Aber ich will ja den letzten Weltkrieg gewinnen, also starte ich nun endlich das Spiel.

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Earth 2140 ist ein klassisches Echtzeitstrategiespiel im Stile von DuneII, Command&Conquer oder eben Napalm. Im Grunde ist es ganz simpel: Man entscheidet sich für eine Seite, in diesem Fall entweder für die United Civilized States oder die Eurasion Dynasty.

Dann wählt man den Schwierigkeitsgrad und auf einer großen Weltkarte den Staat, um den man kämpfen möchte. Hier hat man nochmals eine letzte Chance sich doch für die andere Seite zu entscheiden: wenn man nach rechts schwenkt befindet sich ein Notausgang. Drückt man allerdings auf den entsprechenden Staat, geht es los: Man erhält einen Missionscreen, auf dem steht, was man machen muß, um diesen Level zu bestehen.

Stimmungsvoll sind auch hier verschiedene Zwischenanimationen, die die Levels miteinander verbinden. Aber irgendwann befindet man sich auf dem Schlachtfeld! Das Spielfeld teilt sich grob in drei Teile. Der größte davon ist das Spielfeld.

Am Anfang gibt es hier noch nicht allzuviel zu sehen. Meine Einheiten stehen fein säuberlich aufgereiht und warten auf ihre Befehle. Ringsherum ist noch alles schwarz. Links ist die Kontrolleiste, welche durch Druck auf die Taste allerdings auch nach rechts geschoben werden kann. Auch diese ist nochmals unterteilt. Ganz oben ist das Zeichen des Staates, den ich jetzt verkörpere. Darunter ist eine verkleinerte Darstellung des Schlachtfeldes, um einen groben Überblick zu haben, wo es im Moment hergeht.

Und dann gibt es noch verschiedene Schalter und Knöpfe mit denen man die Taktiken einstellen, Häuser bauen und auch das Spiel speichern oder verlassen kann. Dies soll ja keine Anleitung sein, deshalb denke ich mir mal, daß diese Erklärung genügt. Der dritte Teil des Bildschirms befindet sich ganz unten: hier ist eine Statusleiste, mit der man die wichtigsten Infos sofort im Blick hat. Aber nun zum Spiel selbst: man bewegt seine Einheiten über den Bildschirm und wann immer sie auf fremde Einheiten treffen, gibt es einen Kampf. Dazu ist es vor allen Dingen in den späteren Levels von gravierender Bedeutung, daß man sich eine Strategie überlegt und nicht blind in die Schlacht rennt. Denn man kann Einheiten nur in einem gewissen Radius rund um seine Units erkennen. Dieser Teil färbt sich dann hell.

Die Karte erweitert sich immer, wenn man über unbekanntes, schwarzes Gebiet fährt. Diesen Teil sieht man dann immer. Aber ob sich dort Gegner befinden, weiß man erst, wenn sich dieser Teil auch hell abzeichnet, weil eigene Truppen in der Nähe sind. Also immer aufpassen. In den meisten Levels läuft es so ab: man errichtet ein Kraftwerk, eine Mine und eine Raffinerie um Rohstoffe und so auch Geld zu gewinnen. Mit diesem Geld wiederum lassen sich verschiedene andere Gebäude errichten, zum Beispiel zum Bauen neuer Einheiten. Diese ganzen Gebäude müssen natürlich geschützt werden und gleichzeitig sollte die gestellte Mission - insgesamt 25 auf jeder Seite - erfüllt werden. Läßt sich das Ganze in den ersten Levels noch ganz leicht angehen, wird es von Mal zu Mal anspruchsvoller.

Aber immerhin ist dies ja auch kein Kindergeburtstag sondern der letzte Weltkrieg!

Die Grafik von Earth2140 ist wirklich beeindruckend. Ist ja auch kein Kunststück, da Dank des PPC nun eine Auflösung von 800*600 ruckelfrei möglich ist! Aber auch in 640*480 schaut Earth noch gut aus. Aber der PPC ist schon Pflicht. Zwar ließe sich das Spiel auch auf einem 68k Prozessor spielen, aber selbst auf meinem 060er ist das Ergebniss eher schwach und reicht nicht an die Geschwindigkeit von Napalm heran. Wer allerdings über ein PPC Board verfügt kann bei diesem Spiel bedenkenlos zugreifen. Hier stimmt einfach alles: die Grafik ist wie gesagt hervorragend. Die Einheiten und Gebäude sind detailreich animiert und die Effekte, wie zum Beispiel die Explosionen suchen ihres Gleichen auf dem Amiga vergeblich. Aber auch die Sound FX und vor allem der CD Soundtrack tragen ihren Teil zur stimmungsvollen Atmosphäre bei. Und dann ist da natürlich noch das Intro und die Zwischenanimationen zu erwähnen, die die verschiedenen Levels zu einer Einheit verschmelzen lassen.

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Auch der knackige, aber nicht unlösbare Schwierigkeitsgrad, das Vorhandensein von Tipps und Tricks im Internet und verschiedenen Zeitschriften (da es sich ja um ein etwas älteres PC Spiel handelt) lassen für mich nur einen Schluß zu:

Napalm ist vom Thron verdrängt worden! Aber Napalm 2 steht ja schon in den Startlöchern. Und noch ein Wort zum Schluß: Dieser Artikel ist gerade in der aktuellen Ausgabe der AmigaFuture erschienen. Sollte er euch zugesagt haben, könnt ihr ja mal über ein Abo nachdenken ;-)

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