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3. Softwaretest: Benchmarkprogramm »AmiGOD« (von Uwe Pannecke)

Auf die Plätze, benchmark, los!

Ein beliebter Zeitvertreib bei der Nutzung von Betriebssystemen, so auch unter AmigaOS, sind Benchmarks. Diesem Umstand trägt beinahe jede Computerzeitschrift Rechnung und veröffentlicht mindestens einen dieser Tests pro Ausgabe. Handelt es sich bei den getesteten Rechnern um Windows- basierte, wird neben berühmt-berüchtigten Ego-Shootern gern MadOniens 3DMark 2000 herangezogen. Aber auch der Amiga kann eine ganze Reihe von Vertretern dieser Programm-Gattung verweisen, wenn auch mit grafisch wesentlich bescheidenerem Anspruch. Man denke nur an Programme wie AIBB, PowerMeter, SysSpeed oder P96Speed. Auf jeden Fall kann so auch der Amiganer benchmarken, bis der Arzt kommt.

AmiGOD

Ein relativ junger Verteter dieser Program-Sparte ist AmiGOD [1] des Tschechen Lukas Stehlik [2]. Die Version 1.43 Millenium vom 31.12.2000 soll ein wenig näher beleuchtet werden.

1. Systemvoraussetzungen

Hier gibt sich AmiGOD recht bescheiden. Wenn mindestens 200 KB RAM im Rechner stecken und AmigaOS 3.0 oder besser das Sagen hat, ist eine Zusammenarbeit möglich, wobei sowohl eine 68k-CPU allein oder gemeinsam mit einem PPC als Rechenknechte auftreten dürfen.

AmiGOD greift für Informationen rund um den Amiga auf die identify.library zurück, so daß diese im Verzeichnis LIBS: residieren sollte. Wenn nicht, ist dies auch kein Beinbruch, Lukas Stehlik hat seinem Programmpaket eine passende Version beigelegt.

2. Installation

So bescheiden wie die Ansprüche an den Amiga sind, so einfach ist die Installation. Nach dem Entpacken des LHA-Archives verschiebt man einfach die Schublade "AmiGOD" an eine gewünschte Stelle im HD-Dschungel, und das war's.

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Wer möchte, kann in den Tooltypes des Programmes noch die Sprache einstellen (neben englischer Betextung stehen Anpassungen in deutscher, tschechischer, französischer, italienischer und polnischer Sprache zur Auswahl) und, insbesondere für höhere Bildschirmauflösungen sinnvoll, einen individuellen Font einschließlich variabler Größe einstellen.

3. Testlauf

Der obligatorische Mausdoppelklick auf das Programm-Icon bringt das Haupt- Fenster zum Vorschein. In selbigem erhält der User einen ersten Überblick über die Hardware und das Betriebssystem seines Amigas. So kann er die Meldungen der identify.library zu u.a. CPU, FPU, MMU, Grafik-Chipsatz, Chip- und Fast-RAM, Kickstart- und Workbench-Version entgegennehmen. Ähnlich einigen Mitbewerbern wird noch ein Kommentar zur vermuteten Leistungsfähigkeit des erkannten Amiga zum Besten gegeben.

Ein kleines Menü verschafft Zugang zu weiteren Programm-Funktionen. Zum Einen steht unter "AmiGOD/Datenbank" bereits eine ganze Reihe von Benchmark-Resultaten unterschiedlicher Amiga-Konfigurationen zur Ansicht und gestattet so einen mehr oder weniger erbaulichen Vergleich mit den eigenen Resultaten.

Zum eigentlichen Benchmark führt der Menü-Eintrag "AmiGOD/Test".

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Insgesamt zwölf unterschiedliche Kategorien stehen zur Auswahl. Dies ist im Vergleich zu anderen aktuellen Mitbewerbern eine eher bescheidene Anzahl. Neben der selektiven An- und Abwahl einzelner Testabschnitte wird hier über einen Button der Testlauf selbst gestartet. Sofort übernimmt AmiGOD den Amiga und blockiert das Multitasking. Egal, welche Bildschirmauflösung am Amiga eingestellt ist, bleibt AmiGOD einer Größe seiner Testfenster von 320x240 Pixel treu.

Nach wenigen Minuten sind alle Testabschnitte absolviert und AmiGOD präsentiert die Ergebnisse.

Gleichzeitig kann der geneigte User seine Daten der bestehenden Ergebnis- Datenbank hinzufügen. Dies gelingt jedoch nur, wenn er die vorgegebenen Felder mit seinen persönlichen Einträgen komplettiert.

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Unabhängig davon, ob er nun seine Ergebnisse der Datenbank hinzufügen lässt oder lieber darauf verzichtet, kann er natürlich die bereits vorhandenen Einträge in selbiger betrachten. Jeweils zwei Probanden teilen sich im Fenster den Platz und präsentieren ihre Ergebnisse. Neben den eigentlichen Testresultaten offenbart sich nach Anwahl des "i"-Buttons die testbeeinflussende Hardwareausstattung des jeweilgen Amiga einschließlich gewählter Bildschirmauflösung und Farbtiefe. Da immerhin knapp 60 Einträge bereits vorhanden sind, sollte sich unter diesen ein würdiger "Gegner" für den eigenen Amiga finden lassen.

Auch unter "UAE-JIT Ipswich Town" ließ sich AmiGOD problemlos zur Zusammenarbeit überreden. Hostrechner war in diesem Fall ein AMD Athlon mit 600 MHz, 128 MByte RAM, einer GeForce-2-GTS-Grafikkarte und installiertem SuSE Linux 7.1.

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Lediglich die identify.library konnte den virtuellen Amiga nicht korrekt erkennen, was auch bei den anderen Benchmark-Programmen zu beobachten war, und gab die (belustigende) Empfehlung, den Amiga durch Kauf einer besseren CPU-Karte zu beschleunigen. Der Testlauf ergab jedoch, dass selbst ein Amiga1200-060/50 mit CyberVision64/3D und einer geringeren Auflösung von 1024x768x16 dem emulierten Amiga unter UAE in den Benchmarks seinen Tribut zollen muss. Dabei lief der Amiga lediglich in einem X11-Fenster, im DGA- Modus fallen die Ergebnisse noch drastischer für UAE aus. Dies deckt sich in etwa mit den Ergebnissen von SysSpeed und P96Speed.

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Die individuelle Font-Wahl in AmiGOD ist nur halbherzig umgesetzt worden. So wird der gewählte Font nicht in allen Programm-Fenstern berücksichtigt. Außerdem kann es bei größeren Fonts schnell passieren, dass ein Teil der Schriftinformationen über den vorgesehenen Ausgabebereich hinausläuft und damit unleserlich wird.

4. Fazit

Den Benchmarks sollte eine gesunde Portion Skepsis entgegen gebracht werden, und das komplette System wird wohl kaum erschöpfend durch die Resultate charakterisiert.

Dennoch macht es ganz besonders nach Einbau neuer CPU- oder Grafik-Hardware Spaß, den Performance-Gewinn auch am Bildschirm schwarz auf weiß oder in welcher Farbkombination auch immer zu genießen.

AmiGOD spulte sein Testprogramm auf allen zur Verfügung stehenden Konfigurationen problemlos ab. Wenn es auch mit dem Testumfang von SysSpeed und P96Speed nicht mithalten kann, für einen kleinen Test zwischendurch ist es allemal geeignet. :)

[1] im Aminet oder http://www.volny.cz/akf/download.html
[2] luky-amiga@volny.cz

Uwe Pannecke <Uwe.Pannecke@t-online.de>

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