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Endlich ist es soweit! Payback ist erhältlich. Um dieses Ereignis gebührend zu feiern, veranstaltet Playamiga zusammen mit Eternity ein Payback- Gewinnspiel. Aber mehr unter Play!Amiga.
Zuerst einmal wollen wir uns dieses Spiel in aller Ruhe anschauen. Payback kommt in einem professionell bedruckten Jewel-Case daher. Im Booklet befindet sich eine kurze Anleitung in nicht weniger als zehn (10!) Sprachen und dem Inhaltsverzeichnis des Soundtracks. Na gut, dachte ich mir, wollen wir den Test mal etwas anders als sonst beginnen, und so habe ich mir zuerst den Soundtrack reingezogen. Und was höre ich da? 15 stimmungsvolle Tracks, meist im harten Gangsta-Rap-Stile aber zum Teil auch mit richtigen Pop-Perlen (Anspieltipps: 03-crime in 99 (venom records), 07-the general (dispatch) und 08-bleed (cynic guru)). Es lohnt sich wirklich, dieses Album einmal separat zu hören.
Mein positiver Eindruck wird durch die Installation noch verstärkt: Es stehen Installer für neun Sprachen zur Verfügung, so daß dieses Spiel wirklich als international bezeichnet werden kann. Schnell werden die benötigten Daten, wahlweise mit oder ohne Intro, auf die Festplatte gespielt. In der nun entstandenen Schublade befindet sich jetzt das Start- Icon, ein Setup-Programm um die gewünschte Auflösung einzustellen sowie ein Mapeditor (hierzu mehr im Fazit) und eine Anleitung für diesen. Nachdem uns ein stimmungsvolles, gerendertes Intro in das Spielgeschehen eingeführt hat, kann es nun endlich losgehen: Wir starten unsere Laufbahn auf der anderen Seite des Gesetzes!
Bevor wir allerdings als Gangster durch die Straßen ziehen können, gilt es, einige Einstellungen vorzunehmen. Hierfür gibt es einen sehr gut gemachten Optionsschirm. Im Hintergrund sehen wir das Bild einer Stadt, im Vordergrund große animierte Objekte, passend zum jeweiligen Menüpunkt. Ein Joystick zum Starten, eine CD zur Einstellung des CD-ROM-Devices, eine Weltkugel für die Sprache usw. Hier kann man auch wählen, ob der Musiksoundtrack durchgehend gespielt werden soll oder die Stücke nur dann laufen, wenn man sich im einem Wagen befindet (Radio). Es lassen sich abgespeicherte Spielmitschnitte oder aber auch das Intro nochmals anschauen sowie schon gespeichterte Spiele starten. Wir aber beginnen ein neues Spiel. Dazu müssen wir erst einmal unser Pseudonym eingeben und zwischen Ein- und Mehrspielermodus wählen. Im Einspielermodus geht es darum, möglichst viel Geld zu sammeln, um in der Gangsterhierarchie nach ganz oben zu gelangen. Dies läßt sich auf verschiedenste Weise gestalten: Für jede illegale Tat gibt es Geld. Also kann man einfach herumlaufen und Wagen stehlen, Leute zusammenschlagen oder Frauen überfahren. Auch werden an bestimmten öffentlichen Telefonzellen Aufträge angeboten, um sich noch mehr Geld zu verdienen. Diese reichen vom Steuern eines Fluchtfahrzeugs über Autodiebstahl und Drogenschmuggel bis hin zum Auftragsmord. Auch einige versteckte Missionen gibt es. Diese sind zwar meist schwerer, bringen aber auch mehr Geld. So muß man z.B. in einer Militärbasis einen Panzer stehlen und damit Amok fahren!
Technisch wurde Payback ziemlich perfekt umgesetzt. Man sieht das ganze Spiel von oben. Oben rechts in der Ecke befindet sich ein Radar, wo man immer den aktuellen Standort und den jeweiligen Zielort (wenn es denn einen gibt) sehen kann. Hier sieht man auch, wieviele "Leben" man noch und wieviel Geld man schon hat. Der Rest wird von der Stadt eingenommen. Aber das Spielfeld ist nicht wie z.B. bei Sensible World of Soccer platt, sondern wird mittels einer 3D-Engine dargestellt. So kann man die Höhe der verschiedenen Gebäde abschäzen, der Betrachter schaut ganz nah auf die Person, wenn sie langsam ist und geht automatisch in die Ferne, wenn es sich um ein schnelles Fahrzeug handelt. So hat man immer den perfekten Überblick. Auch wenn irgendetwas den Blick versperrt, stört das nicht sonderlich: Ein blauer Pfeil zeigt immer, wo sich unser Held befindet und in welche Richtung er blickt. Steuerungstechnisch ist es da schon etwas komplizierter. Bei der Steuerung mit dem Joystick benutzt man Rechts und Links, um die Blickrichtung zu drehen. Mit Hoch und Runter geht man dann in diese Richtung oder halt rückwärts. Das heißt aber auch, daß man in manchen Situationen den Joystick nach oben halten muß, um auf dem Spielfeld nach unten zu gehen (nämlich genau dann, wenn man nach unten guckt). Beim Fahren wird es aufgrund der Geschwindigkeit noch einen Tick schwerer. Dazu kommt noch der Linksverkehr, da es sich um ein englisches Spiel handelt, und zum Ein- und Aussteigen muß die Tastatur benutzt werden. Ebenso zum Auswählen der Waffen und Benutzen der Handbremse. Besser klappt es da schon, wenn man eine CD32- oder PSX-Pad hat. Beide werden perfekt unterstützt. Schade ist nur, daß die Tastaturbelegung fix ist und sich nicht ändern läßt. Aber ich will ja nicht nur meckern: Eine zusätzliche Hilfe wurde eingebaut, indem ein Pfeil immer in die Richtung zeigt, in die man sich bewegen muß, so kann man sich kaum verirren.
Die Screenshots vermitteln ein bisschen von der Qualität des Spiels, aber bei weitem nicht alles. Payback ist gespickt von grafischen Schmankerln. Fangen wir bei den verschiedenen Leveln an: Die Texturen sind über jeden Zweifel erhaben und erwecken gerade in den hohen Auflösungen einen sehr realistischen Eindruck. Aber das ist noch nicht alles. Der zweite Level spielt komplett im Schnee. Und nicht nur das Fahrverhalten ändert sich hier, auch hinterlassen die Fahrzeuge und Personen Spuren im Schnee, Schneeflocken fallen permanent vom Blickwinkel des Betrachters aus zu Boden, und auf dem Wasser hat sich eine Eisschicht gebildet. In der dritten Stadt ist es Nacht. So kommen hier die Lichteffekte wie die Explosionen besonders zur Geltung. Auch ein Gewitter mit Blitzen und feiner Nieselregen wissen zu begeistern. Es gibt Lensflares, und die Schatten werden in Echtzeit berechnet! Diese Ansamlung von Effekten wirken an mancher Stelle natürlich unrealistisch (wenn man z.B. mit der Shotgun schießt, gibt es eine kleine Explosion mit Lensflares beim Schießen, man kann die Kugeln verfolgen, und beim Einschlag in eine Pappfigur gibt es eine riesige Explosion mit Schockwellen!). Klar: unrealistisch, aber GEIL! Solche Effekte hat man auf einem 68k-Amiga meines Wissens noch nie gesehen. Es gibt zig verschiedene Fahrzeuge, alle mit unterschiedlichem Fahrverhalten. Probiert mal den Eiswagen! Der ist cool. Am schnellsten sind in der Regel die Polizeiwagen, aber diese zu stehlen, bedeutet auch das meiste Risiko. Natürlich! Habt ihr wirklich gedacht, ihr könnt rumfahren, stehlen, zerstören oder sogar töten ohne daß euch die gerechte Strafe ereilt? Oben am Bildschirm tauchen nach und nach Sterne auf. Je mehr dort sind, desto mehr Ärger bekommst du. Ab einer gewissen Anzahl gibt es Straßensperren und ab sechs Sternen wird ohne Vorwarnung geschossen. Bei der ersten Stadt sind die Bullen noch ziemlich harmlos und beruhigen sich, sobald du eine Zeitlang ruhig bist oder den Wagen wechselst. Aber das bleibt nicht immer so.
Wenn ihr jetzt sagt: Das hört sich nach meinem Spiel an, dann habe ich mein nächstes Stichwort. Denn nicht nur das Auge wird bei Payback durch die grafischen FX verwöhnt, auch das Ohr kommt nicht zu kurz. Neben dem bereits angesprochenen, ultrageilen Soundtrack sorgen die SoundFX für richtige Stimmung. Die Schritte hören sich unterschiedlich an, je nachdem auf welchem Belag man gerade geht (Asphalt, Rasen, Schnee...). Die ganze Stadt ist erfüllt von Straßenlärm und das Quitschen der Reifen ist sehr realistisch. Wenn der Wagen einen Defekt hat, hüllt er sich in schwarzen Rauch und der Motor fängt an zu klappern. Und so geht es immer weiter: Es gibt Dutzende von Geräusche, die Payback wirklich zu etwas Besonderem machen: Türschlagen, Explosionen, Sirenen, Hilferufe angefahrener Personen usw.
WOW!!! Aber das ist noch lange nicht alles, denn Payback verfügt auch über einen ultrageilen Mehrspielermodus. Deathmatch ist angesagt. Bis zu vier Personen können gegeneinander antreten. Leider ist dies (noch) nicht über Netzwerk oder (Null)Modem möglich, dafür aber im Splitscreen. Und das macht echt Laune. Man kann einstellen, wieviele Kills man braucht, um zu gewinnen, und wo man spielen möchte. Hierzu lassen sich per Mapeditor auch noch eigene Level erstellen. WAHNSINN! Alles in allem ist Payback für mich das erste Spiel des Jahres. Wer weiß, was noch alles kommt, aber bis dahin steht mein Lieblingsspiel fest. Hier stimmt einfach alles: ultrageniales Gameplay (allerdings abgeschaut, da es sich nur um einen GTA-Clone handelt), superausgereifte Grafikeffekte und spitzenmäßiger Sound. Es bleibt eigentlich nur noch zu erwähnen, daß in diesem Spiel Gewalt verherrlicht wird. Dies geschieht zwar auf eine so übertriebene Art, daß es schon fast als ironisch einzustufen ist, aber trotzdem sollte man das Spiel nicht gerade in die Hände von kleinen Kindern gelangen lassen. Wer sich also nicht damit abfinden kann, daß es Punkte beim Überfahren von Personen und einen BULLENKILLERBONUS gibt, sollte wirklich die Hände von diesem Spiel lassen!!!