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Abschließend

Wo bleibt der große Knall? (von Christian Aichinger)

Das ist die Frage, mit der sich die meisten Amiga-User im Moment beschäftigen. Die Hardware-Hersteller stehen in den Startlöchern und warten nur noch auf den Kanonenschuß seitens Amiga. Thendic will den Smartboy, den zukünftigen und wahrscheinlich ersten Amiga-PDA, zur diesjährigen Cebit präsentieren, bPlan veröffentlichte vor kurzem das Design ihres Linux-, MorphOS-, und somit auch AmigaDE-kompatiblen Motherboards und kündigten weiterhin einen Prototyp desselben an, und auch die Insel - besser gesagt Eyetech - kann mit einem "halbfertigen" AmigaOne 1200 glänzen.

Plattformunabhängiges "Computing" ist die Zukunft, und es bieten sich überwältigende und noch nicht zu erahnende Chancen für die Zukunft an. Viele heutige "Power-User", die sehr viel Geld in ihren Amiga gesteckt haben und denen die gesamte Community zu danken hat, nörgeln teilweise noch mürrisch über das AmigaDE (was auch immer man darunter begreift) und ihren womöglichen finanziellen Verlust. Aber selbst diejenigen müßten aufgrund ihrer Einstellung zur Amiga-Technologie langsam auf den Geschmack gekommen sein. Man stelle sich doch nur mal ein AmigaDE-Plugin für den Webbrowser vor. "Amiga" aus dem Netz? Durchaus vorstellbar! Theoretisch bräuchte man für den neuen Amiga nur noch einen transportablen Datenträger. Denn Amiga benötigt nur eine CPU, etwas RAM und zum vernünftigen Arbeiten eine Grafikkarte und einen Monitor. Mehr nicht. Um welchen Typ oder Hersteller es sich bei der Hardware handelt, ist fast egal. Wer keine veralteten Industriestandards fördern und jungfräuliche, ohne Altlasten durchsetzte, Hardware verwenden möchte, dem stehen alle Möglichkeiten offen. Und auch Windows-, MacOS- und Linux-Jünger oder -Anwender die, um ihre Hardware neusten Ansprüchen anzupassen, lieber zum Händler um die Ecke gehen wollen, anstatt, auf den ersten Blick, überteuerte "Spezialhardware" zu kaufen, können in den Genuß einer vorher nie gekannten Unabhängigkeit kommen, ohne auf ihr altbewährtes Betriebssystem verzichten zu müssen.

Jetzt stellt sich nur die Frage, wo bleibt AmigaDE? Ja, es ist richtig, daß Amiga gut daran beraten ist, ihre Pläne nicht an die große Glocke zu hängen. Schließlich sollte nicht vergessen werden, daß auch andere und weitaus mächtigere Unternehmen an vergleichbaren Projekten arbeiten. Andererseits ist die Informationspolitik von Amiga alles andere als befriedigend. Das letzte Executive Update hätte sich Amigas Pressesprecher wahrhaft sparen können. Eine Einladung zur Gateway-Computer-Show in St. Louis ist ja ganz "nett", aber sicherlich nicht die Information, die sich der User bzw. Hardware-Entwickler seitens Amiga gewünscht hätte. Und auch der Anwender der real existierenden Amiga-Plattform fischt im Trüben, was die Zukunft oder wenigstens das sehnlichst erwartete BoingBag für AmigaOS 3.9 betrifft.

Hoffentlich schallt demnächst das Echo des Startschusses über den großen Teich, und es geht endlich wieder vorwärts. Bleibt nur noch zu wünschen, daß das nervöse Warten nicht zu einem Fehlstart und damit zum Desaster wird.

Also, liebe Community! Bringt Ruhe in euer Leben und bewahrt Geduld! Es wird Frühling und mal wieder Zeit, den Rechner abzuschalten und mit der besseren Hälfte oder wenigstens dem geliebten Haustier um den Block zu spazieren und die Sorgen für einige Zeit zu vergessen. Vielleicht bringt es auch etwas, den Blickwinkel zu ändern. Setzt euch dazu einfach mal an einen Windows-PC und installiert einige Spiele, die ihr kurz darauf wieder deinstalliert. Das hebt die Stimmung und relativiert alle Probleme, die es auf dem Amiga-Sektor gibt.

Alles wird gut.

Mit besten Grüßen,

Christian Aichinger <christian@aakt.de>

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