Oldie Review: Grave Digger`s The Reaper

Eine der Combos, die man in einem Atemzug mit Acts wie Helloween, Gamma Ray und Running Wild nennen muss wenn das Gespräch auf deutschen Heavy Metal kommt, sind ohne Frage Grave Digger, die Anfang der 80er Jahre mit "Heavy Metal Breakdown", "Witch Hunter" und "War Games" drei Meilensteine vorlegten, ehe man sich unter dem Namen "Digger" dem Mainstream Markt widmete und damit 1986 mit dem Album "Stronger Than Ever" eine böse Pleite erlebt und sich anschließend auflöst.

1993 versuchen die beiden ehemaligen Grave Digger Members Chris Boltendahl (Vocals) und Uwe Lulis (Gitarre) ein Comeback und legen, zusammen mit Bassist Thomas Göttlich und Schlagzeuger Jörg Michael (u.a. Rage, Stratovarius, Running Wild etc.) die Scheibe "The Reaper" vor, die natlos an alte Glanztaten anknüpfen kann und aus meiner Sicht immer ein wenig im Schatten der späteren grandiosen Werke der Band wie "Tunes Of War" oder "Heart Of Darkness" stand und dadurch etwas in den Hintergrund rückte, obwohl es sich um eine wirklich excellente Scheibe handelt. "The Reaper" glänzt vor allem durch seine kompromisslose Härte, die, zusammen mit der kratzigen Stimme von Chris Boltendahl und dem immer vorhandenen Gespür für eingängige Melodien, zwar schon immer ein Trademark von Grave Digger war, aber auf "The Reaper" bis zur Perfektion ausgereizt wird. So wird folgerichtig auch kräftig auf`s Gaspedal getreten, was sich insbesondere in Songs wie dem Opener und Grave Digger Klassiker "The Reaper", das nachfolgende, nicht minder schwache und äußerst eingängige "Ride On" oder auch den Abschluss der CD "Ruler Mr. H." wiederspiegelt. Mit "Legion Of The Lost - Part II" befindet sich auf "The Reaper" auch noch eine etwas anspruchvollere Komposition, die insbesondere durch die Tempowechsel zu gefallen vermag und eine wohlwollende Abwechselung zu den anderen Speed Nummern darstellt.

Insgesamt ist "The Reaper" also ein wirklich hervorragendes Heavy Metal Album geworden, welches sich in der History von Grave Digger weder hinter den Vorgängern noch hinter den beileibe nicht schlechten Nachfolgern eines Kalibers wie etwa "Tunes Of War", "Excalibur" oder "Heart Of Darkness" verstecken braucht. Da die Scheibe zudem noch amtlich fett produziert ist (hier hatte u.a. Piet Sielck, heute mit seiner Band Iron Savior aktiv, seine Finger im Spiel) und keinerlei Aussetzter enthält, kann ich "The Reaper" all jenen empfehlen, die aufschnörkelosen, gradlinigen Heavy Metal stehen, der ansonsten in Deutschland noch von Acts wie beispielsweise Running Wild verkörpert wird. Geiles Album!

Fazit: 10 von 10 Punkten

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