Konzertbericht: Stratovarius, Heavenly und Silent Force

Am 12.12. gastierten Stratovarius nochmals in meinem unmittelbaren Umkreis (Turbinenhalle in Oberhausen) und obwohl ich die Band in diesem Jahr schon zweimal gesehen hatte (Wacken und Zeche Bochum), wollte ich es mir nicht nehmen lassen, die Band vor der nun anstehenden dreijährigen Pause nochmals live zu erleben.

Die beiden Vorbands habe ich leider verpasst, da der Terminkalender es an diesem Dienstag einfach nicht anders zuließ, wobei ich von Silent Force (mit ex-Royal Hunt Sänger D.C. Cooper) immerhin noch das gut gemachte Judas Priest Cover "All Guns Blazing" mitgekriegt habe. Na ja, zwar etwas ärgerlich, daß ich die beiden Newcomer nicht live erleben konnte, aber immerhin war ich primär wegen Stratovarius gekommen....

.... die ein ähnliches Sett spielten, wie schon Anfang des Jahres in der Zeche und folgerichtig mit "Hunting High And Low" und "Millennium" eröffneten. Aber schon bei diesem eigentlich fulminanten Einstieg merkte man, daß dieser Abend irgendwie merkwürdig war: Obwohl die Band in bester Spiellaune war und technisch alles perfekt meisterte, wollte keine richtige Stimmung aufkommen, was wohl in erster Linie an einem Großteil der Fans lag, die total demotiviert und lustlos in der Gegend rumstanden und auch nichts taten, um diesen Zustand abzuändern. Selbst in den ersten drei Reihen war nur wenig los - ein Dank an dieser Stelle an die wenigen, die wenigstens versucht haben, ordentlich mitzugehen. Wie gesagt, an der Band und an der Setlist lag es wirklich nicht, denn Songs wie "Paradise", "Against The Wind", "Father Time", "Black Diamond" oder auch die Nummern vom neuen Album wieetwa "Phoenix" oder "Infinity" haben bisher immer für Stimmung gesorgt. Glücklicherweise hat sich die allgemeine Unlust im Publikum nicht auch noch auf die Band übertragen, die trotz allem alles gab und somit dafür sorgte, daß wenigstens diejenigen, die Lust auf ein richtig gutes Konzert hatten, die Vollbedienung bekamen. Aufgrund der schlechten Erfahrungen der vergangenen Monate hatte die Band an diesem Abend übrigens auf den Einsatz von Pyros verzichtet, denn sowohl Sänger Timo Kotipelto als auch Keyboarder Jens Johansson hatten auf der "Infinite" Tour bereits Verletzungen durch selbige davongetragen - ein durchaus verständlicher Grund also, wofür man als optischen Ersatz mal wieder die bereits bekannte Leinwand im Gepäck hatte, dessen Motive sich im Laufe des Sets kontinurirlich änderten und insbesondere beim 10 minütigen Epos "Infinite" zu einem gewissen Grad für Gänsehautatmosphäre sorgte. Auch das obligatorische Jörg Michael Drum Solo fehlte an diesem Abend, was sicherlich auch auf die fehlende Stimmung im Publikum zurückzuführen ist. Immerhin gab es im Laufe des Sets mit "Twilight Symphony" vom "Fourth Dimension" Album noch eine kleine Überraschung, die zumindest ich nicht unbedingt erwartet hätte.

Alles in allem also ein recht schwacher Gig, was aber keineswegs an der Band, am Sound, am Wetter oder am Weihnachtsmann sondern ausschließlich an den Fans lag. Schade, daß sich Stratovarius zwangsweise so verabschieden mussten, denn genau so wollte ich die Band nicht in Erinnerrung behalten. Aber zwei bis drei Jahre sind ja auch nicht die Ewigkeit und vielleicht sorgt diese Pause bei einigen, offenbar Stratovarius übersättigten Fans auch mal für ein Umdenken in Sachen Konzerte, so daß die Band wieder euphorischer abgefeiert wird....

Zurück zur Hauptseite