Nachdem diese EP lange angekündigt wurde und immer wieder nach hinten verschoben wurde, ist sie nun endlich erhältlich. Mit gut 31 Minuten Spielzeit mag der Preis von 19 DM für eine EP durchaus gerechtfertigt sein - könnte man zumindest denken, denn von den insgesamt 7 Songs, dürften 3 jedem Iced Earth Fan vom letzten Studioalbum "Something Wicked this Way Comes" bekannt sein: "Melancholy (Holy Martyr)", "Watching Over Me" und "I Died For You" sind auf dieser EP absolut identisch mit den jeweiligen Albumversionen. Bei den vier neuen Stücken handelt es sich auch nur bedingt um neues Material, denn die Judas Priest Coverversion "The Ripper" wurde bereits vor einigen Jahren auf dem "Tribute To Judas Priest" Sampler aus dem Hause Century Media verbraten. Bleiben drei echte Neuheiten für Fans: Da wäre sicherlich erstmal die Bad Company Coverversion "Shooting Star" zu nennen, die Iced Earth von einer ungewohnt soften und unagressiven Seite zeigt. Beim ersten hören wirkt das vielleicht etwas merkwürdig, aber spätestens nach dem vierten oder fünften Durchlauf wird jeder Iced Earth Fan auch diese, bisher unbekannte Facette der Band zu schätzen wissen. Auch die Coverversion des Black Sabbath Alltime-Classic "Electric Funreal" kann begeistern, da es sich eben nicht nur um ein nachgespieltes Original handelt. Vielmehr hat es die Band geschafft, dem Sabbath Klassiker ihre eigene Handschrift aufzudrücken. Last but not least wäre da noch eine Liveversion von "Colours" aus den "Alive In Athens" Sessions - das Stück hatte es seinerzeit nicht mehr auf die Platte geschafft, wird aber jetzt nachgereicht. Insgesamt ist "The Melancholy EP" eine mehr als zwiespältige Angelegenheit: Entstanden ist die CD zwar nur auf ausdrückliche Nachfragen vieler Fans (ursprünglich war diese EP eine reine Promo CD für den amerikanischen Markt, die nur in geringer Stückzahl gefertigt wurde und zwischenzeitlich zu horrenden Preisen verkauft wurde) und ist auch nur für diese gedacht (alle anderen, die mit dem Material von Iced Earth nicht vertraut sind, sollten den letzten Longplayer antesten). Das man sich als Fan dennoch über die 20 Mark teure Investition aufregen kann, liegt an der billigen Aufmachung - statt eines kleinen Bookletts, gibt`s lediglich eine Inlay Card mit dem Cover auf der einen und einigen Infos auf der anderen Seite. Eine dermaßen billige Aufmachung gibt`s eigentlich nur bei Maxi CD`s, was für die drei bis vier neuen Stücke auch völlig ausgereicht hätte, zumal der Preis einer Maxi CD allemal humaner ist, als der einer EP. Sorry, aber da hätte man echt freundlicher mit den Fans umgehen können.
Fazit: ---


