Freedom Call: Crystal Empire

Im Sommer des Jahres 1999 erschien die Debut CD "Stairway To Fairyland", die stilistisch nicht selten an die grandiosen Helloween Alben "Keeper Of The Seven Keys - Part I und II" erinnerte und durch die Mitwirkung von Drummer Daniel Zimermann von Gamma Ray eher den Eindruck eines Sideprojekts erweckte. So reagierte die Presse auch eher zurückhaltend auf dieses, meiner Meinung nach grandiose Album. Mit der Zeit mauserten sich Freedom Call aber zu einer richtigen Band, was man nicht nur durch zahlreiche Konzerte, sondern auch mit der "Taragon EP" (die nur in Frankreich erschienen ist) eindrucksvoll unter Beweis stellte. Nun ist das neue Studioalbum erschienen, welches den auf dem Debutalbum eingeschlagenen musikalischen Weg natürlich weiter geht und somit mit 10 einfach nachzuvollziehenden, melodischen Speed Nummern in alter Helloween Tradition aufwarten kann. Dabei ist "Crystal Empire" aber ganz sicher kein Abziehbild des Debutalbums geworden: Man präsentiert sich einen Tick softer, bombastischer und pompöser, so daß stellenweise schon Vergleiche mit Queen wach werden können. Auffällig ist diese Tatsache insbesondere bei Tracks wie dem für Freedom Call Verhältnisse unerwartetem "Pharao" oder dem abschließenden "The Wanderer". Natürlich dürfen auch die typischen Uptempo Nummern der Marke Gamma Ray nicht fehlen, die in Form des Openers "Freedom Call", "Rise Up" oder auch "Heart Of The Rainbow" auf "Crystal Empire" zu finden sind. Fans von epischen Klängen werden aber insbesondere das siebeneinhalb-minütige Werk "Quest" - eingeleitet übrigens von einem Piano Solo von Ferdy Doernberg (u.a. Rough Silk, Axel Rudi Pell) - in ihr Herz schließen, welches soetwas wie den musikalischen Mittelpunkt von "Crystal Empire" darstellt. Mich persönlich konnte "Crystal Empire", das mit Ohrwürmern geradezu durchsetzt ist, auf voller Linie überzeugen und ist insgesamt ein mehr als würdiger Nachfolger zu "Stairway To Fairyland" geworden - meiner Ansicht nach gibt es nicht einen Fülltrack auf dieser Scheibe. Ewige Nörgler werden der Band zwar den zu platten Umgang mit Klischee`s vorwerfen und bezeichnen Freedom Call als den x-ten Clon von Helloween, aber ich bin mir ziemlich sicher, daß die Band mit "Crystal Empire" durchaus ein eigenes Gesicht gewonnen hat und mit dieser neuen CD nicht nur Fans von Helloween begeistern wird. Melodic Metal Fans können hier blind zugreifen!

Fazit: 10 von 10 Punkten

Zurück zur Hauptseite