Athena: Twilight Of Days

Kann sich noch jemand an das `98er Album "A New Religion?" der italienischen Band Athena erinnern? Das via Rising Sun erschienene Album konnte mit seiner Mischung aus melodischem Power Metal und diversen Progressive Einflüssen des Marke Dream Theater durchaus begeistern und nicht zuletzt durch ex-Labyrinth / Rhapsody / Vision Divine Sänger Fabio Leone, der dieses Album eingesungen hat, respektabele Absatzzahlen vorweisen. Gut zweieimnhalb Jahre später steht der Nachfolger namens "Twilight Of Days" in den Läden. Besetzungstechnisch hat sich allerdings innerhalb dieses Zeitraums einiges getan: So sind mitlerweile nur noch Simone Pellegrini und Gabriele Guidi aus dem "A New Religion?" Line-up mit von der Partie - alle anderen Positionen wurden neu besetzt, was insbesondere bei der des Sängers schmerzhaft auffällt: So kann Franceso Neretti seinem Vorgänger zu keiner Sekunde das Wasser reichen, was sich insbesondere in den hohen Passagen bemerkbar macht, die zu kraftlos daherkommen. Aber auch musikalisch hat sich einiges getan: Die ehemals vorhandenen progressiven Einflüsse wurden komplett aus dem Soundbild von Athena verbannt, womit die Band nun beim lupenreinen melodischen Power Metal angelangt ist, den sich heutzutage nahezu jede x-beliebige Band auf die Fahnen geschrieben hat. Das soll jetzt nicht heißen, daß Athena sich bewusst diesem Trend angegliedert haben, aber leider ist das neue Material auch bei weitem nicht so stark ausgefallen, als das man Athena aus der Masse der Band herausheben könnte. So sind Songs wie der Opener und gleichzeitige Titeltrack "Twilight Of Days", das eingängige und für meinen Geschmack stärkste Stück "Touch My Heart" oder auch das epische und mit einigen Tempowechseln versehene "The Way To Heaven`s Gates" zwar ganz nett zu konsumieren, aber die wahren Highlights fehlen auf "Twilight Of Days" ganz eindeutig. So hat man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, daß wirklich etwas im Ohr hängen bleibt, wenngleich die Band ihr Handwerk ganz sicher versteht. Auch die Story, die als Basis für dieses Album dient, ist zu schwach und klischeebeladen ausgefallen. Ein letzter Kritikpunkt ist die in meinen Augen etwas schwache Produktion, der irgendwie der letzte Kick und der nötige Druck fehlt, was insbesondere den massiv in den Hintergrund gerückten Gitarren geschadet hat. Alles in allem ist "Twilight Of Days" zwar kein schlechtes, aber eben auch kein wirklich rundherum gelungenes Album geworden, zumal die Masse an besseren Konkurrenten in diesem Bereich erdrückend ist.

Fazit: 6 von 10 Punkten

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