Annihilator: Carnival Diablos

Auch wenn das Cover eher die neueste Scheibe von Napalm Death oder Six Feet Under erahnen lässt, sind hier mal wieder Gitarrenhero Jeff Waters und der Rest von seiner Band Annihilator am Werke gewesen. Zum ersten mal steht übrigens ex-Overkill Gitarrist Joe Comeau hinter dem Mikro und entpuppt sich als Glücksgriff - er hatte zwar vor über zehn Jahren schon auf dem Liege Lord Album "Master Control" schon eindrucksvoll unter Beweis gestellt, daß er nicht nur Gitarre spielen kann, sondern auch an den Vocals eine prima Figur macht, aber das er dermaßen perfekt rüber kommt wie auf dieser Scheibe, hätte ich nun wirklich nicht gedacht: Seine leicht aggressive Stimme passt perfekt in die typischen Power / Trash Kompositionen von Jeff Waters, kann aber ebenso melodiös rüberkommen und sogar Schreie der Marke Rob Halford finden sich auf "Carnival Diablos". Aber nicht nur die Vocals können begeistern, sondern auch die Songs: So sind Kompositionen wie "The Perfect Virus", "Battered" oder "The Rush" absolute Highlight`s und brauchen sich auch hinter den bisherigen Meisterwerken der Band nicht verstecken. Neben der passenden Power kann vor allem das astreine Gitarrenspiel begeistern und zeigt einmal mehr, daß Jeff Waters zu einem der begnadesten Gitarristen überhaupt gehört - das Angebot, bei Savatage einzusteigen kam also nicht von ungefähr. Aber auch gemäßigtere Kompositionen wie "Time Bomb" oder der astreine Midtempo Titeltrack haben sicherlich ihren Reiz. Etwas verwundert hat mich allerdings die AC / DC Homage "Shallow Grave", die zwar nicht so richtig zum Rest des Materials passen will, sich aber dennoch hervorragend auf der Scheibe macht und für den einen oder anderen Schmunzler sorgt. Hervorhebenswert ist dann noch der trashige Rauskicker "Hunter Killer" an dessen Anschluss man noch einige musikalische Gags von den Jungs von Annihilator finden kann. Bleibt also unter dem Strich eine wirklich astreine Power / Trash Platte übrig, die mit dem Opener "Denied" und dem meiner Meinung nach zu durchschnittlichem "Liquid Oval" nur zwei Kompositionen enthält, die mich nicht gerade umgepustet haben. Davon abgesehen ist "Carnival Diablos" eine richtig geile Platte geworden, die alle begeistern wird, die mit dem momentanen Trend hin zum melodischem & glattgebügeltem melodischem Power Metal / True Metal nichts anfangen können.

Fazit: 9 von 10 Punkten

Zurück zur Hauptseite