Eines der geilsten Packages, das man für das noch junge neue Jahr in Sachen Melodic Power Metal / True Metal zusammengeschnürrt hatte, ging auf Tournee und gastierte auch in der Oberhausener Turbinenhalle am 22.1.01. Klar, daß durfte man sich nun wirklich nicht entgehen lassen.
Den Opener machten die Melodic Power Metaller von Freedom Call, derren neues Album "Crystal Empire" justament an diesem Tag veröffentlicht wurde. So war das Set folgerichtig eine Mischung aus alten Stücken ("We Are One", "Hymn To The Brave") und neuen Kompositionen ("Quest", "Freedom Call", "Rise Up"), die das Publikum erstaunlich gut aufnahm und für eine Vorband recht euphorisch abfeierte. Auch die Band selber (mit Gamma Ray Schlagzeuger Daniel Zimmermann, der zu Beginn des Sets eine kleine Feuerspuckeinlage bot), zeigte sich in sichtlicher Spiellaune und hat sich die guten Resonanzen redlich verdient. Daumen hoch!
Als nächstes folgte die Band, auf die ich mich persönlich an diesem Abend am meisten gefreut hatte: Virgin Steele! Die Band, die sowohl mit einem neuen Bassisten als auch einem neuen Drummer aufwartete, um das geniale Duo David DeFeis und Edward Pursino eröffnete ihren Set mit dem Invictus Track "In victus" (und dem passendem Intro) und lieferten eine astreine Performance ab, die mich ziemlich beeindruckte. Leider war die Spielzeit von knapp 60 Minuten viel zu kurz für so eine Killerband bemessen und reichte nichtmal ansatzweise aus, um sämtliche Highlight`s der Bandgeschichte abzudecken. So mussten sich die Fans mit einem Querschnitt, der u.a. "The Wine Of Violence", "Token Of My Hatred", "The Burning Of Rome", "Emalith" (in einer megageilen Accustic Version!!), "Noble Savage" und "Great Sword Of Flame" enthielt, begnügen. Auch Virgin Steele boten eine tighte Performance, wobei erwartungsgemäß David DeFeis am meisten für die Stimmung im Publikum tat - selbiger war an diesem Abend übrigens nicht nur für die Vocals sondern auch für die Keyboards verantwortlich. Highlight der Virgin Steele Show war meiner Anischt nach der Moment, in dem David DeFeis mit einem brennendem Schwert (!) auf die Bühne zurückkehrte und danach "Great Sword Of Flame" zum besten gegeben wurde. Alles in allem ein geiler, aber viel zu kurzer Gig der Ami`s. By the gods!
Tja, und dann war HammerFall Time - man merkte sofort, daß ein Großteil des Publikums nur gekommen war, um die schwedischen Chartstürmer live erleben zu können; darunter übrigens erstaunlich viele weibliche Fans. HammerFall nutzten die recht kleine Bühne konsequent aus, indem sie in die Mitte eine Burg (!) mit Zugbrücke (!!) bauten, die beim Opener "The Templars Of Steel" runtergeklappt wurde und den Blick auf das Drumkit freigab. Vorher marschierte noch der HammerFall Warrior auf die Bühne und zündete diverse Fakkeln der Burg an. Auch HammerFall präsentierten sich bestens gelaunt, wenngleich Sänger Joacim Cans an diesem Abend aus gesundheitlichen Gründen etwas kürzer treten musste. Allerdings muss ich sagen, daß mir die Midtemponummer "The Templars Of Steel" als Opener überhaupt nicht passte - eine Speednummer der Marke "Keep the Flame burning" (die leider überhaupt nicht im Set auftauchte) hätte da wesentlich mehr Sinn gemacht. Anyway, optisch hatte die Band einige Spielereien mitgebracht und zündete erstmal ordentlich Pyros. Im weiteren Verlauf des Sets (Tracklist siehe unten) ließ der HammerFall Frontmann dann mittels eines an seinem Handgelenks befestigtem Pyro Bausatz die Funken sprühen und am Ende wurde noch etwas Glanzpapier in die Menge geschüttet. Der Set von HammerFall war ebenfalls recht kurzweilig, enthielt aber weder die beiden stärksten Stücke vom neuen Album ("Keep The Flame Burning", "Living In Victory") noch den Legacy Of Kings Nackenbrecher "Dreamland" und konte mich nicht 100%ig zufriedenstellen. Anyway, die Band war hochmotiviert und scherzte bisweilen auch mit einem Lautstärkemeter herum - auch Macho Sprüche der Marke Manowar haben HammerFall mitlerweile auf Lager, was aber eher peinlich wirkte. Insgesamt also ein trotz kleiner Mängel gutes Set, welches mit dem Instrumental "Raise The Hammer" allerdings auch einen Ausfall enthielt. Entschädigt wurde man dafür durch das zwar recht kurze, aber eindrucksvolle Drumsolo im Vorfeld des Instrumentals, bei dem sogar zwei Becken angezündet wurden - sah wirklich mächtig cool aus. Insgesamt also eine gelungene HammerFall Show, die trotz des (aus meiner Sicht) nicht ganz so starken "Renegade" Albums ein Erfolg war.
Setlist HammerFall (zur Abwechselung mal mit der richtigen Reihenfolge):
1. Intro
2. Templars Of Steel (Pyro)
3. The Metal Age (Pyro)
4. Stronger Than All
5. A Legend Reborn
6. Steel Meets Steel
7. At The End Of The Rainbow
8. Let The Hammer Fall (Pyro)
9. The Dragon Lies Bleeding
10. Drumsolo
11. Raise The Hammer
12. Glory To The Brave
13. The Way Of The Warrior
14. Legacy Of Kings
15. Renegade
16. Heeding The Call
17. HammerFall (Pyro)