Mit dem Debutalbum "Symphonica Millennia" machten Zanister 1999 erstmals im großen Rahmen auf sich aufmerksam und die verschiedenen Rezensionen fielen überwiegend positiv aus. Nun liegt der Nachfolger in Form von "Fear No Man" vor, der schon beim ersten Durchlauf deutlich gemäßigter rüberkommt - wer fulminanten Power Metal mit permanent durchgetretenem Gaspedal erwartet, ist hier also definitiv an der falschen Addresse. Das soll jetzt aber garantiert kein Vorwurf sein, denn Zanister beherrschen es dennoch, kraftvolle Songs zu schreiben, was nicht nur der Opener "The Shades They Color Thee" beweist. So finden sich vereinzelt auch immer wieder progressive Elemente im Soundbild von Zanister wieder, was insbesondere am Titeltrack oder dem abschließendem, etwas längerem "Egyptian Nights" deutlich wird. Trotz dieser vereinzelt progressiven Einflüsse steht der Metal amerikanischer Prägung der frühen Achtziger immer im Vordergrund und manifestiert sich in dem einzigen, etwas schneller gespielten Song "Words Of Fate". Auch das restliche Material ist recht gut und vor allem immer nachvollziehbar ausgefallen und hält mit "You Live For Greed" gerade mal einen etwas durchschnittlicheren Track bereit, der mich nicht gerade umgepustet hat. Die restlichen Songs sind so geschrieben, daß man diese zwar erst nach einigen Durchläufen richtig erfasst, dafür aber bei jedem weiteren Hören der Scheibe neue Facetten und Feinheiten entdeckt, die man vorher nicht wirklich wahrgenommen hat - das volle Potential der Scheibe kann man also beim kurzen reinhören bestenfalls erahnen. So kommt es dann auch, daß "Fear No Man" auch nach vielen Durchläufen nicht`s von seiner Klasse verliert und immer interessant bleibt. Metal Fans, die sich auch mal intensiver mit einem Longplayer beschäftigen wollen und nichts gegen Metal amerikanischer Prägung haben, sollten "Fear No Man" zumindest mal antesten und intensiv (!) durchhören. Insgesamt also eine alles in allem sehr gute Scheibe, die zudem etwas abseits des momentanen True Metal / Melodic Power Metal Trends steht und gerade dadurch interessant wirkt.
Fazit: 8.5 von 10 Punkten


