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| Oktober/November 1999 |
 
 

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Summer has gone - Editorial von Stephan Bischoff

 
Summer`s gone but a lot is going on forever
And I can`t forget, and I can`t forget
I can`t forget but I don`t remember what
(Pixies)


 
Jaja, er ist vorbei, der Sommer `99, endgültig und kalendarisch bestätigt. Vorbei sind die Zeiten endloser, nächtlicher Diskussionen unter freiem Himmel in Cafès und Biergärten. Rückblickend betrachtet kann man sagen, daß sich viel geändert hat, auch und vorallem für den Amiga. Wir gingen mit hoher Motivation und Erwartungshaltung in einen Sommer welcher versprach DER Sommer zu werden und am Ende stehen wir wieder dort wo wir schon vor einem Jahr nicht sein wollten. Das mürbt, läßt sich jetzt aber auch nicht mehr ändern.

Als ob das Drama um unseren Rechner und das elende Wetter noch nicht genug Strafe gewesen wären, durften wir Österreicher auch noch den wahrscheinlich inhaltlich ärmsten Wahlkampf unserer Geschichte ertragen. Aber auch das ist vorbei - endlich. Es ist Herbst, und was für einer. Es ist Zeit das zurückzufordern was uns der Sommer versprochen hat, es ist die Zeit für Maroni [1] und Sturm [2]. Es hat wenig Sinn dem Sommer nachzutrauern, das war gestern und beschäftigt heute nur noch Historiker und Psychologen, wir müssen uns überlegen wie wir mit dem weiterarbeiten wollen was uns geblieben ist.

In den letzten Wochen haben viele vom Aufhören geredet, es sein ihnen zuviel, es sei sinnlos geworden. Zugegeben, unsere Perspektiven für die Zukunft sind keine rosigen mehr, aber deshalb gleich aufgeben? Niemals, das wäre zu einfach. An dieser Stelle wollen wir das Geheimnis des österreichischen Erfolges lüften: "Und z`Fleiß moch i des!" Bekannt ist diese "Jetzt erst recht!"-Mentalität auch als der Waldheim-Effekt, seit ein, im Ausland sehr umstrittener Kandidat mit ziemlich unmißverständlicher Mehrheit trotzdem zum österreichischen Präsidenten gewählt wurde.

Genug politische Geschichte, zurück zum eigentlichen Problem: Es ist viel passiert im letzten Jahr, aber ist nichts wirkliches daraus entstanden. Unter Jim Collas haben wir geglaubt alle Trümpfe in der Hand zu halten, es war uns zwar bewußt es würde nicht einfach werden aber er hat uns zu verstehen gegeben daß die Zeit reif sei etwas Neues zu schaffen, daß das Umfeld vorhanden sei und die Arbeit bereits begonnen habe. Es sei alles nur noch eine Frage der Zeit.

Inzwischen hat die Zeit geantwortet. Jim Collas ist nicht mehr, die Wundermaschine ebenso und es ist sehr schade um beide. Wenigstens hat IWIN mit seinem Slogan "Commodore - back for good" und der Ankündigung neuer Amiga Modelle für humoristische Akzente gesorgt.

Vielzuviel wird immer angekündigt und bis heute ist noch nichts zu sehen, selbst OS3.5 ist noch immer angekündigt - und es ist bereits Oktober. Da fühlt man sich als Amiga Benutzer so richtig zu Hause, mit dem ruhigen Gewissen daß sich nichts geändert hat. Stabilität nennt sich das dann politisch, Stagnation wirtschaftlich. Jawohl, wir stagniern stabil. Hurra, es wird nicht schlimmer.

So kommt man dann auch durch den Winter.

Aber noch ist Herbst und die Buben stehen unter Strom. Nein Freunde, es ist noch lange nicht vorbei. Mist, es scheint gerade erst alles wieder von vorne zu beginnen. Werden wir es diesmal besser machen? Unwahrscheinlich, aber wir werden es heute genießen um morgen sagen zu können wir hätten gestern eine gute Zeit gehabt.

Unsere alten Rechner werden demnach wohl noch eine Weile halten müssen.

Stephan Bischoff     [ german ]    
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- [1] Maroni: Röstkastanien
- [2] Sturm: Naturtrübes, süßliches Extrakt aus Weintrauben. Fatalerweise mittelstark alkoholhaltig. Wird traditionellerweise zu Röstkastanien getrunken.
 
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