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Tests und Erfahrungsberichte

1. Kleine Helfer für den Amiga-Alltag (von Christian Aichinger)

Unter dieser Rubrik in AMIGA aktuell möchte ich euch jeden Monat kleinere Tools und Utilities vorstellen, die das alltägliche Arbeiten mit dem Amiga um einiges einfacher und komfortabler machen. Da in Amiga-Publikationen meist nur die wirklich aufwendigen Softwarepakete vorgestellt werden, hört man über "die Kleinen" häufig zu wenig oder gar nichts.

In der heutigen Ausgabe habe ich mir für euch die Utilities MiraWizARC, Charon, SimpleFind3 und AslPrefs angeschaut. Da es mir diesen Monat etwas an Zeit fehlte, fällt mein Beitrag diesmal etwas kürzer aus. Ich habe verschiedene Vorschläge bekommen, die es in die heutige Ausgabe nicht alle geschafft haben. Ich verspreche aber, daß diese in der nächsten Ausgabe nachgeliefert werden - hoffentlich! So, und jetzt viel Spaß beim Lesen.

MiraWizARC:

Die Bedienung von befehlszeilenorientierten Archiver-Programmen ist für viele ein Graus. Allein der Archiver "LHA" verfügt schon über mehr als 60 verschiedene Argumente, die den Archivierungsprozess beeinflussen. Bevor jetzt der interessierte (genötigte ?) User alle diese Kommandos auswendig lernt, sollte er zuerst einen Blick auf MiraWizARC werfen. MiraWizARC ist eine, auf MUI basierende, grafische Benutzeroberfläche für die verbreiteten Archivierungsprogramme LHA, LZX und ZIP. Mit dieser Software können neue Archive auf sehr einfache Art und Weise angelegt und vorhandene Archive bearbeitet werden. Zum Bsp. lassen sich einzelne Dateien aus vorhandenen Archiven entpacken, entfernen und/oder hinzufügen.

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Soll ein neues Archiv angelegt werden, kann der Archiv-Typ (LHA, LZX o. ZIP) gewählt werden. Danach ist es möglich, die zu archivierenden Dateien mit einem komfortablen Auswahlfenster zu selektieren. MiraWizARC unterstützt Drag&Drop vorbildlich. Wird ein Archiv oder eine andere Datei über dem Hauptfenster fallengelassen, zeigt MiraWizARC den Inhalt des Archives an oder fügt die Datei in das aktuelle Archiv ein. Die Komprimierungsrate wird in den Voreinstellungen konfiguriert. Mit einem Doppelklick auf eine archivierte Datei, wird diese entpackt und mit einem Anzeigeprogramm wie etwa MultiView dargestellt. Eine Konvertierung verschiedener Archivtypen ist leider nicht möglich.

Lokalisierungen gibt es für die Sprachen Italienisch, Englisch und Deutsch. Die knappe Anleitung liegt in Englisch und Italienisch vor. MiraWizARC ist kostenlos. Trotzdem möchte der Autor, daß sich der Benutzer bei ihm registrieren läßt um zu erfahren, in welchen Teilen der Welt seine Software Verwendung findet. Hat man sich nun bei ihm registriert, dauert es noch einige Tage (bei mir waren es ca. 4 Wochen), bis die personalisierte Version im E-Mail-Postfach liegt. Diese ist dann auch für den im Amiga vorhandenen Prozessor optimiert.


Autor: Massimo (Perfidus) Perfini 
Aminet: util/arc/MiraWizArc10.lha 
Programmversion: 1.0 
Homepage:  
Lizenz: die "Testversion" ist Freeware, die registrierte Version darf nicht weitergegeben werden 
  

Charon:

Software fürs Web gibt es auf dem Amiga in guter Quantität als auch Qualität... Nur einen richtig guten Download-Manager? Der polnische Autor Andrija Antonijevic war jedenfalls der Meinung: "Den gibt es nicht !". Also hat er kurzerhand Charon programmiert. Da mir selber ein vergleichbares Programm auf dem Amiga unbekannt ist, möchte ich kurz erklären worum es sich bei einem Download-Manager handelt. Um an die Daten im Internet zu gelangen gibt es viele Wege. Zum einen wäre da der Webbrowser, zum anderen E-Mail, FTP und noch einiges mehr. Diese Möglichkeiten sind zwar schon mal nicht schlecht, eine "Feinabstimmung" wie z.B. die Uhrzeit in der ein Download gestartet werden soll, ein automatische Wiederaufnahme bei fehlgeschlagenen Downloads oder eine Begrenzung der Netzwerkbelastung sind in aller Regel nicht möglich (Ok, es gibt Ausnahmen...). Genau hier setzt der Download-Manager an. Der User sammelt sich die Quellen aller für ihn interessanten Daten zusammen (den URL oder die FTP-Adresse) und gibt sie in Charon ein. Dannach werden alle zusätzlich benötigten Optionen konfiguriert und Charon fängt an zu arbeiten.

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Schlägt ein Download aufgrund einer schlechten Verbindung oder eines Verbindungsabbruchs fehl, stellt Charon eine "Resume"-Funktion zur Verfügung. Die Anzahl der "Resume"-Versuche ist frei wählbar. Falls der Server "Resume" nicht unterstützt, können auch mehrere Download-Neuversuche (Retry) konfiguriert werden. Charon stellt ebenfalls eine Suchfunktion für MP3-Dateien und das Aminet zur Verfügung. Beim Download von gesicherten HTTPS-Servern unterstützt Charon AmiSSL und MiamiSSL. Neben vielen anderen Optionen die den Download beeinflussen, verfügt Charon auch über einen ARexx-Port, der es ermöglicht, Charon z.B. in Webbrowsern wie IBrowse und AWeb zu integrieren. Voyager wird aufgrund des fehlenden (undokumentierten?) ARexx-Ports (noch) nicht unterstützt. In der frei erhältlichen Demo-Version ist die maximale Übertragungsrate auf 500cps (characters per second) und maximal zwei simultane Downloads beschränkt. Andere Sprachen außer Englisch werden in Programmversion 1.3 bis jetzt noch nicht unterstützt. Die englische Anleitung beschreibt die rudimentären Funktionen ausreichend- die Beschreibung der "Schedule"-Funktion sucht man aber umsonst. Hier sind noch ein paar Nachbesserungen erforderlich.


Autor: Andrija Antonijevic 
Aminet: comm/net/Charon.lha 
Programmversion: 1.3 
Homepage: http://www.bigfoot.com/~TheAntony/Charon/ 
Lizenz: Shareware 
  

SimpleFind3:

Eine integrierte Suchfunktion, wie auf anderen Betriebssystemen üblich, läßt die Workbench schon immer vermissen und im Zeitalter der Gigabyte- Festplatten ist eine Dateisuche ohne anständige Suchfunktion vergleichbar mit der berühmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Zum Glück gibt es aber Programme wie SimpleFind, die hier weiter helfen können. SimpleFind ist nicht etwa "simple" weil es nur wenige oder einfache Suchparameter zur Verfügung stellt sondern weil es sich sehr einfach benutzen läßt. Im Hauptfenster sind alle möglichen Suchparameter wie "Name", "Kommentar", Dateigröße, Alter und Inhalt der Datei konfigurierbar. Die Suchparameter lassen sich auch miteinander verknüpfen. Wird eine Datei gesucht, die einem bestimmten Zeitraum erstellt wurde und einen bekannten Text im Dateinamen enthält, klickt man einfach die entsprechenden Suchoptionen "Name" und "Zwischen" an und trägt die bekannten Parameter ein. Bei dem Dateinamen und Kommentar wird auch das Patternmatching des AmigaOS unterstützt.

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Wird der Suchvorgang gestartet, werden die in den Filter passenden Dateien im Ergebnis-Fenster dargestellt. Im Ergebnis-Fenster lassen sich einfache Dateioperationen wie "Kopieren", "Löschen", "Anzeigen", "Entpacken" (falls es sich bei der Datei um ein Archiv handelt) und "Archivieren" durchführen. Mit dem Knopf "Information..." kann das Piktogramm-Informations-Fenster der Workbench geöffnet werden.

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SimpleFind kann auch Index-Dateien verwenden, die den Suchvorgang um einiges beschleunigen. Indexdateien können mit dem integrierten Indexmanager erstellt und verwaltet werden. Bei Verwendung von Indexdateien sollte aber auf eine regelmäßige Aktuallisierung geachtet werden. Wird SimpleFind nur gelegentlich für Suchaktionen verwendet ist die Suche ohne Indexdateien völlig ausreichend.

SimpleFind verwendet MUI und macht intensiven Gebrauch der MUI-Bubble-Help. Der Blick in die Anleitung ist in den meisten Fällen nicht nötig. Zu den unterstützten Sprachen gehören unter anderen Englisch, Französisch, Deutsch und Spanisch. Die Anleitung liegt ebenfalls in mehreren Sprachen, darunter ebenfalls Deutsch und Englisch, vor. Eine Einbindung von SimpleFind3 in andere Programme ist dank des ARexx-Ports auch möglich. Die Installation wird mit Hilfe des Installers durchgeführt und gestaltet sich als problemlos. Passende Piktogramme werden für OS2.0 bis 3.5 mitgeliefert.


Autor: Sebastian Bauer 
Aminet: util/dir/simplefind3.lha 
Programmversion: 1.2 
Homepage: http://home.t-online.de/home/sebauer/ 
Lizenz: Freeware 
  

AslPrefs:

Die Asl-Requester erhielten unter der Betriebssystemversion 3.5 eine umfangreiche Überarbeitung. Neue Menüs, neue Funktionen "Wie" und "Was" sortiert werden soll, neue Hotkeys und einfache Dosfunktionen wie "Löschen von Dateien" und "Erstellen von Unterverzeichnissen" erleichtern das Leben. Gewisse Funktionen, die der Klassiker ReqTools schon seit (sehr) langer Zeit zur Verfügung stellt, fehlen leider immer noch. So kann die Positition und Größe der Datei.-, Font.- und ScreenMode-Requester nicht voreingestellt werden. Ob von vornherein nach Namen, Datum oder Dateigröße sortiert werden soll oder in welcher Reihenfolge Dateien und Unterverzeichnisse dargestellt werden sollen läßt sich noch immer nicht beeinflussen. Genau diesem Manko verschreibt sich AslPrefs. AslPrefs ist ein kleiner Patch, der die eben genannten Funktionen auch dem Asl-System zur Verfügung stellt. Dafür kommt ein kleines Programm in das WBStartup-Verzeichnis und der Voreinsteller ins Prefs-Verzeichnis der Workbench-Partition. Die Installation läßt sich bequem und einfach mit dem Installer durchführen. Sollte AslPrefs irgendwelche Inkompatibilitäten verursachen, läßt es sich jederzeit durch ein CtrlC-Signal (siehe "Break" in der Anleitung zum AmigaOS) beenden. Mir sind bis jetzt aber noch keine Probleme, die durch AslPrefs verursacht werden, aufgefallen. Der Voreinsteller nutzt das GUI-System Reaction der Workench3.5.

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Die Sortieren-Funktion für den Asl-Filerequester funktioniert aufgrund eines Bugs der asl.library leider (noch ?) nicht. Dafür läßt sich aber die Höhe und Breite, sowie die Position der Requester und diverse Standardwerte definieren.


Autor: Stephan Rupprecht 
Aminet: util/wb/AslPrefs.lha 
Programmversion: 44.0 
Homepage: http://stephan.2xs.de 
Lizenz: Freeware 
  

So das war's erst mal. Ich hoffe euch helfen die hier vorgestellten Programme irgendwie weiter. Wer Vorschläge oder Kritik loswerden will oder wer selbst einen kurzen Text über ein nützliches Tool geschrieben hat, kann mir ja mal eine Mail schicken.

Christian Aichinger <aichi@gmx.de>

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